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MiFID I-Repetitorium: Die Kosten

MiFID-Umsetzung: Wertpapierfirmen rechnen in der Mehrheit mit bis zu einer Million Euro einmalige Umsetzungskosten
Hauptkostenfaktor: Realisierung der "Best Execution" Anforderungen - Budgets werden mehrheitlich für 2007 bereitgestellt

(18.01.07) - Für die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie "Markets in Financial Instruments" (MiFID) erwarten die deutschen Wertpapierfirmen in der Mehrheit bis zu einer Million Euro einmalige Umsetzungskosten. Damit liegen die erwarteten einmaligen Umsetzungskosten deutlich niedriger als die bisherigen Prognosen. Der größte Kostenfaktor wird nach Meinung der Wertpapierfirmen in der Erfüllung der Best Execution Anforderungen liegen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Frankfurter E-Finance Lab. Die Finanzforscher befragten 193 deutsche Wertpapierfirmen nach ihrer Einschätzung zur Umsetzung der MiFID in Deutschland.

Die Einschätzung der zu erwartenden Gesamtkosten der MiFID-Umsetzung schwankt je nach Unternehmensgröße zwischen einigen Hunderttausend und zweistelligen Millionenbeträgen. 58 Prozent der befragten Wertpapierfirmen rechnen mit einer Investition von unter 500.000 Euro, 22 Prozent prognostizieren Kosten zwischen 500.000 und einer Million Euro und 16 Prozent erwarten Umsetzungskosten zwischen einer und fünf Millionen Euro. Nur vier Prozent der Häuser planen ein Budget von über 20 Millionen Euro für die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie ein.

"Es ist auffallend, dass die großen Unternehmen mit einer Bilanzsumme größer als 100 Milliarden Euro sehr unterschiedliche Kostenprognosen abgegeben haben. Die Kostenschätzungen reichen von einer halben Million bis über 20 Millionen Euro", berichtet Prof. Dr. Peter Gomber, Mitglied im Vorstand des E-Finance Lab.

Bis zum 1. November 2007 müssen die deutschen Wertpapierhäuser die Vorgaben der MiFID umgesetzt haben. Die Mehrzahl der Unternehmen steht dieser Anforderung gelassen gegenüber: Für 85 Prozent der deutschen Wertpapierfirmen ist die Umsetzung der EU-Richtlinie innerhalb von 18 Monaten realisierbar. Konkrete Planungen bestehen hingegen bei den meisten Wertpapierfirmen noch nicht: Lediglich knapp ein Drittel der Unternehmen hat die MiFID-Umsetzung in ihrer Budgetplanung berücksichtigt.

"Die MiFID Projekte sollen laut unserer Befragung aktuell primär in den Compliance- und Rechtsabteilungen der Unternehmen adressiert werden. Im weiteren Prozess wollen knapp 42 Prozent der Häuser dieses Projekt aber abteilungsübergreifend angehen, 15 Prozent planen länderübergreifende Projektstrukturen", erklärt Prof. Dr. Peter Gomber.

Das E-Finance Lab wird von der Universität Frankfurt am Main und der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Accenture, BearingPoint, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Postbank, FinanzIT, IBM, Microsoft, Siemens, T-Systems, DAB bank und Interactive Data Managed Solutions getragen. Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes ist es, die Industrialisierung in der Finanzwelt zu fördern.

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(E-Finance Lab: ra)