- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa

ISO-Standardisierung von Bürosoftware


Die offizielle französische Stelle für Normung AFNOR schlägt eine mögliche Konvergenz zwischen den Formaten ODF und OOXML vor
ISO-Behörde erhielt einen Vorschlag zur Umstrukturierung des ECMA-Standards in zwei verschiedene Bestandteile


(24.09.07) - Auf eine Einführung eines Konvergenzverfahrens zwischen den Formaten ODF und OOXML haben sich Experten des Normenausschusses der offiziellen französischen Stelle für Normung AFNOR Ende August geeinigt.

Alle beteiligten Softwarehersteller, private Nutzer, Ämter, Behörden und Gebietskörperschaften stimmten für die Einführung einer Norm für Bürosoftware. In einem durch eine Vielzahl unterschiedlicher Dokumentenformate gekennzeichneten Umfeld haben die französischen Experten nun einen Weg gefunden, den stark nachgefragten Bedarf an einem qualitativ hochwertigen und durch ISO anerkannten OOXML-Format zu decken: Eine mögliche Konvergenz zwischen den Formaten Open Office XML und Open Document Format könnte schon bald zu einem einzigen standardisierten Dokumentenformat führen.

Trotz noch fehlender internationaler Harmonisierung über eine geeignete kurz- oder mittelfristige Lösung, entschied AFNOR, der ISO-Behörde eine Umstrukturierung des ECMA-Standards in zwei verschiedene Bestandteile vorzuschlagen. Zum einen bot AFNOR an, alle wesentlichen und leicht umsetzbaren Funktionalitäten in den so genannten OOXML-Core zusammenzufassen, zum anderen, alle zu Kompatibilitätszwecken erforderlichen Funktionalitäten in OOXML-Extensions zu bündeln. Auf diesem Wege soll sichergestellt werden, dass der umfangreiche Bestand an Office-Dokumenten auch weiterhin genutzt werden kann.

Außerdem unterbreitete AFNOR den Vorschlag, alle projektrelevanten technischen Bewertungen und Kommentare, die darauf abzielen, OOXML in ein technisch und redaktionell ausgereiftes ISO-Dokument zu überführen, zu berücksichtigen und OOXML den ISO/TS-Status ("Technical Specification") für eine Dauer von drei Jahren zuzuweisen.

Im Rahmen der Einführung eines Konvergenzverfahrens zwischen ISO/CEI 26300 und OOXML-Core, sieht AFNOR bereits zu Beginn eine gleichzeitige Revision von ISO/CEI 26300 und ISO/TS OOXML vor, um nach Ablauf des Konvergenzverfahrens eine einzige und universell gültige Normierung zu erhalten, deren Weiterentwicklung allein durch ISO und nicht wie bisher durch unterschiedlichste Interessensvertretungen festgelegt wird.

Um dieses Ziel zu erreichen und die flächendeckende Umsetzung dieses Verfahrens zu ermöglichen, sieht sich AFNOR angesichts der technischen Gegebenheiten gezwungen, den seitens ECMA hervorgebrachten Vorschlag in seiner aktuellen Fassung zunächst zurückzuweisen. Eine erneute Stellungsnahme ist jedoch nicht auszuschließen.

AFNOR verpflichtet sich, ihre Position auf internationaler Ebene einem breiten Publikum bekannt und verständlich zu machen. Diese Fördermaßnahme erfolgt im Hinblick auf den für Februar 2008 vorgesehenen nächsten Schritt, in dem die Erklärungen der verschiedenen Länder untersucht und bewertet werden.

Hintergrund AFNOR
AFNOR ist der französische Vertreter der ISO, der Internationalen Organisation für Normung. Sie nimmt eine zentrale Rolle im französischen Normierungssystem ein und arbeitet mit Experten, Normierungsstellen und der öffentlichen Hand zusammen. Um ihre Aufgaben zu erfüllen, wurde ihr gemäß dem Dekret vom 26. Januar 1984 ein entsprechender, dem Gemeinwohl dienender, Auftrag erteilt.
Nähere Informationen zum Thema Normen finden Sie unter: www.afnor.org
(AFNOR: ra)



- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: EU und Europa

  • Steuervermeidung und -hinterziehung

    Der Austausch von Steuerinformationen zwischen den EU-Mitgliedstaaten reicht noch nicht aus, um eine gerechte und wirksame Besteuerung im gesamten Binnenmarkt zu gewährleisten, so der Tenor eines heute veröffentlichten Sonderberichts des Europäischen Rechnungshofs. Die Probleme betreffen nicht nur den Rechtsrahmen der EU, sondern auch seine Umsetzung und Überwachung. Die Prüfer stellten insbesondere fest, dass die ausgetauschten Informationen oft von begrenzter Qualität waren oder nicht ausreichend genutzt wurden. Die ständig steigende Zahl der grenzüberschreitenden Transaktionen erschwert es den Mitgliedstaaten, die geschuldeten Steuern ordnungsgemäß festzusetzen, und begünstigt Steuervermeidung und -hinterziehung. In der EU gehen Schätzungen zufolge allein durch Steuervermeidung auf Ebene der Unternehmen Steuereinnahmen in Höhe von 50 bis 70 Milliarden Euro pro Jahr verloren; dieser Betrag steigt auf rund 190 Milliarden Euro, wenn spezielle Steuerregelungen und Ineffizienzen bei der Steuererhebung berücksichtigt werden. Es ist daher unabdingbar, dass die Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Steuern in vollem Umfang dort erhoben werden, wo sie fällig sind.

  • Erhebung zu Grundrechten

    Unsere personenbezogenen Daten werden für die Auswahl der uns angezeigten Werbung genutzt. Sie helfen dem Staat dabei, die Ausbreitung von COVID-19 zu verfolgen. Mit dem Fortschritt der Technologie sollte aber auch ein Fortschritt bei den Datenschutzgarantien einhergehen. Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) wirft ein Schlaglicht auf die datenschutzrechtlichen Herausforderungen, die mit der Gewährleistung der Wahrung unserer Rechte verbunden sind. Aus der 2020 durchgeführten Erhebung zu Grundrechten der FRA geht hervor, dass viele Europäer nicht bereit sind, Daten weiterzugeben, die sie persönlich betreffen. Vier von zehn Personen sprechen sich gegen die Weitergabe personenbezogener Daten an private Unternehmen aus. Jeder Vierte weiß nicht, wie die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre auf seinen mobilen Apps überprüft werden können.

  • Taxonomie nachhaltiger Tätigkeiten

    Die EU verfügt in Kürze über ein gemeinsames Klassifikationssystem, das Anreize für private Investitionen in nachhaltiges Wachstum bietet und zu einer klimaneutralen Wirtschaft beiträgt. Der Rat hat eine Verordnung angenommen, mit der ein EU-weites Klassifikationssystem - auch Taxonomie genannt - eingeführt wird, das Unternehmen und Investoren eine gemeinsame Terminologie an die Hand gibt, sodass sie erkennen können, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig angesehen werden können. Diese Taxonomie ermöglicht es Investoren, ihre Investitionen vorrangig auf nachhaltige Technologien und Unternehmen zu verlagern. Sie wird entscheidend dazu beitragen, dass die EU bis 2050 Klimaneutralität und die Ziele des Pariser Übereinkommens für 2030 erreichen kann.

  • Digitale Technologien deutlich beschleunigen

    Im Kampf gegen das Coronavirus sind digitale Technologien wichtiger denn je, um das tägliche Leben und die wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten weiterzuführen und Wirtschaft und Industrie die Rückkehr in die Normalität zu ermöglichen. Die Coronavirus-Pandemie könnte eine neue Ära der Digitalisierung einläuten und die Entwicklung digitaler Technologien deutlich beschleunigen. Was bisher als "Nice to have" galt, könnte nun unverzichtbar werden. In dem Bericht wird analysiert, in welchem Umfang Unternehmen in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten in digitale Technologien investieren und diese übernehmen. Außerdem weist er nach, dass digitale Unternehmen erfolgreicher sind als nicht digitale.

  • Abfederung der Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs

    Der Europäische Rechnungshof hat alle erforderlichen Schritte eingeleitet, um der Union während der COVID-19-Pandemie auch weiterhin eine wirksame öffentliche Finanzkontrolle bieten und aktuelle Prüfungsberichte, Stellungnahmen und Analysen bereitstellen zu können, soweit dies in diesen schwierigen Zeiten möglich ist. Gleichzeitig spricht er all jenen, die sich in Luxemburg, in der EU und überall in der Welt dafür einsetzen, Menschenleben zu retten und die Pandemie zu bewältigen, seinen Dank aus. Er unterstützt zudem entschlossen die Politik der luxemburgischen Regierung zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im Bemühen um Abmilderung der Folgen der derzeitigen Gesundheitskrise für sein Personal hat er vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um das Risiko für seine Mitarbeiter und ihre Familien so gering wie möglich zu halten. Bei der Abfederung der Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs mithilfe der EU-Strukturfonds müssen sich größere Flexibilität und Rechenschaftspflicht die Waage halten, so die EU-Prüfer. Die Europäische Kommission schlägt vor, die Vorschriften für Ausgaben zulasten der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI Fonds) vorübergehend zu lockern, um den Mitgliedstaaten zu helfen, die Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs abzufedern.