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Integratoren in der Paketdienstbranche


Fusionskontrolle: Europäische Kommission prüft geplante Übernahme von TNT Express durch United Parcel Service
Geplante Übernahme könnte den Wettbewerb vor allem bei der Bereitstellung der schnellsten Kurierdienste zu Lasten der direkten Kunden und letztlich der europäischen Verbraucher beschränken

(01.08.12) - Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung eine eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme des niederländischen Unternehmens TNT Express durch das amerikanische Unternehmen United Parcel Service (UPS) eingeleitet. Beide Unternehmen sind wichtige Marktteilnehmer im Paketdienstsektor. Der vorläufigen Untersuchung der Kommission zufolge könnte der Zusammenschluss auf den Paketdienstmärkten zahlreicher Mitgliedstaaten, in denen diese Unternehmen einen sehr hohen gemeinsamen Marktanteil – insbesondere für internationale Kurierdienste – erwerben würden, möglicherweise wettbewerbsrechtlich bedenklich sein. Die Einleitung einer eingehenden Untersuchung lässt jedoch noch keine Schlüsse auf deren Ergebnis zu. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (d. h. bis zum 28. November 2012) entscheiden, ob der geplante Zusammenschluss den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erheblich beeinträchtigen würde.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia, erklärte: "Die Paketdienstbranche ist von strategischer Bedeutung für verschiedene andere Wirtschaftszweige in Europa. Die geplante Übernahme könnte den Wettbewerb vor allem bei der Bereitstellung der schnellsten Kurierdienste zu Lasten der direkten Kunden und letztlich der europäischen Verbraucher beschränken. Die Kommission muss gewährleisten, dass die Kunden weiterhin unter Wettbewerbsbedingungen Zugang zu diesen Leistungen erhalten."

Bei UPS und TNT Express handelt es sich um zwei der lediglich vier gegenwärtig auf dem europäischen Markt tätigen so genannten Integratoren. Integratoren sind Unternehmen, die über ein umfassendes Luft- und Landpaketdienstnetz in ganz Europa und über dessen Grenzen hinaus verfügen und in der Lage sind, das umfassendste Angebot derartiger Dienstleistungen bereitzustellen. Bei den anderen Integratoren auf dem europäischen Markt handelt es sich um die Tochtergesellschaft der Deutschen Post DHL und dem in den USA ansässigen Unternehmen FedEx.

Die vorläufige Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass Paketdienstleistungen einen stark differenzierten Markt bilden, der vor allem bezüglich der dienstleistungsgebundenen Laufzeiten in verschiedene Segmente unterteilt werden kann. Im Bereich der meisten Kurierdienste, insbesondere der mit den kürzesten Lieferzeiträumen, wären die anderen Integratoren die einzigen, die einen nennenswerten Wettbewerbsdruck auf das nach dem Zusammenschluss entstandene Unternehmen ausübten. Da das geplante Vorhaben die Anzahl der Integratoren im EWR von vier auf drei reduzieren würde, wäre der Wettbewerbsdruck auf das zusammengeschlossene Unternehmen erheblich geringer. In vielen Mitgliedstaaten würde dies bei den inländischen Kurierdienstleistungen und noch mehr bei den internationalen Kurierdiensten zu einem stark konzentrierten Markt führen.

In Anbetracht dieser Bedenken wird die Kommission den geplanten Zusammenschluss nun einer eingehenden Prüfung unterziehen.

Das Vorhaben wurde am 15. Juni 2012 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Unternehmen und Produkte
UPS hat seinen Sitz in den USA und bietet weltweit Spezialtransporte und Logistikdienste an. Das Unternehmen ist in den Bereichen Paketdienst, Luftfracht, Frachttransport und Kontraktlogistik tätig.

TNT Express hat seinen Sitz in den Niederlanden und ist in der Logistikbranche in den Bereichen Paketdienste, Luft- und Landfracht, Frachttransport und Kontraktlogistik weltweit tätig.

UPS und TNT Express sind wichtige Marktteilnehmer bei der Lieferung von Paketdiensten und "Integratoren", d. h. Paketdienstunternehmen, die über ein weitreichendes Luft- und Landpaketdienstenetz in Europa und über dessen Grenzen hinaus verfügen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Die meisten Zusammenschlüsse werden von der Kommission nach einer einmonatigen Prüfung genehmigt (Phase I). Wenn jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen, muss eine eingehende Prüfung eingeleitet werden (Phase II). Die Einleitung eines solchen eingehenden Prüfverfahrens greift dem Ergebnis nicht vor.

Gegenwärtig werden noch fünf weitere geplante Zusammenschlüsse eingehend von der Kommission geprüft. Das erste Prüfverfahren betrifft die geplante Übernahme von Goodrich durch United Technology im Luftfahrtausrüstungssektor und muss bis zum 31. August abschließend entschieden werden. Das zweite betrifft die geplante Übernahme des Musikgeschäfts von EMI durch Universal Music Group und wird bis zum 6. September abschließend entschieden. Eine dritte Prüfung betrifft die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens im Vereinigten Königreich zwischen Vodafone, Telefónica und Everything Everywhere im Bereich Mobile Commerce. Hier endet die Frist am 19. September. In einem vierten Prüfverfahren wird der geplante Erwerb der Edelstahlsparte Inoxum des deutschen Unternehmens ThyssenKrupp durch das finnische Edelstahlunternehmen Outokumpu eingehend untersucht. Die Kommission muss dieses Prüfverfahren bis zum 24. Oktober zum Abschluss bringen. Das letzte eingehende Prüfverfahren betrifft die geplante Übernahme von Orange Austria durch Hutchison 3G auf dem Markt Mobilfunkdienste in Österreich. Hier endet die Frist am 6. November 2012. (Europäische Kommission: ra)

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    Eine EU-weite Überprüfung kommerzieller Websites ergab, dass viele Verbraucher beim Online-Kauf keine genauen Informationen über Preise und Preisnachlässe erhalten. Die Europäische Kommission und nationale Verbraucherschutzbehörden veröffentlichen die Ergebnisse eines EU-weiten Screenings von 560 kommerziellen Websites, die Waren wie Kleidung oder Schuhe, Dienstleistungen wie Eintrittskarten für Veranstaltungen und digitale Inhalte zum Beispiel Computer-Software anbieten. Etwa 60 Prozent dieser Websites wiesen Unregelmäßigkeiten gegenüber den EU-Verbrauchervorschriften auf, und zwar hauptsächlich bei der Art und Weise, wie Preise und Sonderangebote dargestellt werden.

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