Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa

Reform des liechtensteinischen Stiftungsrechts


Vorteile der Stiftungsreform und die Auswirkungen auf die Praxis - Stiftungsrechtsreform wird als gelungener Kompromiss zwischen Diskretion und Transparenz bezeichnet
Deklaration von Stiftungserträgen:
Steuerhinterziehung jedenfalls weder ein stiftungsrechtliches noch ein ausschließlich liechtensteinischen Phänomen

(26.02.08) – Auf dem "Forum neues Stiftungsrecht Vaduz" diskutierten Treuhänder, Anwälte, Verbandsmitglieder und Landtagsabgeordnete die Vorteile der aktuellen Reform des liechtensteinischen Stiftungsrechts. An der von einer Anwaltskanzlei organisierten eintägigen Informationsveranstaltung im Vaduzer Saal sprachen unter anderen Regierungschef-Stellvertreter Klaus Tschütscher und Professor Dominique Jakob, Universität Zürich. Er bezeichnet die Stiftungsrechtsreform als gelungenen Kompromiss zwischen Diskretion und Transparenz.

In seinem Eingangsreferat stellte Regierungschef-Stellvertreter und Finanzminister Klaus Tschütscher den rund hundert anwesenden Anwälten, Treuhändern und Landtagsabgeordneten die am 19. Februar von der Regierung beschlossene Reform des liechtensteinischen Stiftungsrechts vor.

Mit der Stiftungsreform werden im Wesentlichen die Stiftungsaufsicht über gemeinnützige Stiftungen aber auch die stiftungsinternen Kontrollmöglichkeiten neu geregelt.

Im Anschluss an das Referat von Klaus Tschütscher gab Dominique Jakob, Professor am rechtswissenschaftlichen Institut an der Universität Zürich, seine Beurteilung aus wissenschaftlicher Sicht ab. Er begrüßte die Reform des liechtensteinischen Stiftungsrechts und ihren Zeitpunkt. Er beurteilt die Reform als gelungenen Kompromiss zwischen Diskretion und Transparenz.

Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion steuerlicher Aspekte in Deutschland meinte Jakob: "Die Deklaration von Stiftungserträgen gegenüber den Steuerbehörden ist Sache der Steuerpflichtigen. Diese Erträge zu verschweigen ist auch bei einer österreichischen Stiftung oder einem angelsächsischen Trust möglich. Insofern ist Steuerhinterziehung jedenfalls weder ein stiftungsrechtliches noch ein ausschließlich liechtensteinischen Phänomen."

Der vollständige Bericht und Antrag der Regierung betreffend Totalrevision des Stiftungsrechts kann unter http://www.llv.li/amtsstellen/llv-rfl-justiz.htm abgerufen werden.
(Fürstentum Liechtenstein: ra)

Lesen Sie zum Thema:
Äffäre Liechtenstein: BND dealt mit Dieben
Deutschland im Steuerwettbewerb mit Liechtenstein
Reform des liechtensteinischen Stiftungsrechts
Liechtensteins Stiftungen in der Kritik
Liechtenstein: Rechtssicherheit der Anleger


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: EU und Europa

  • Keine vorgetäuschten Preisnachlässe

    Der Online-Marktplatz Wish hat sich bereit erklärt, seine Preistransparenz zu erhöhen, um die EU-Verbraucherschutzvorschriften einzuhalten. Die Erklärung ist das Ergebnis eines Dialogs mit der niederländischen Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM), die eng mit der Europäischen Kommission und dem europäischen Netz der nationalen Verbraucherschutzbehörden (CPC) zusammenarbeitet.

  • Aktionsplans zur Kapitalmarktunion

    Der Rat hat seinen Standpunkt zu drei Vorschlägen festgelegt, mit denen ein zentrales europäisches Zugangsportal (ESAP) geschaffen wird, das die erste Maßnahme im Rahmen des Aktionsplans zur Kapitalmarktunion darstellt. Mit dieser Maßnahme soll ein zentrales Zugangsportal für öffentliche finanz- und nachhaltigkeitsbezogene Informationen zu Unternehmen und Anlageprodukten in der EU geschaffen werden.

  • Einrichtung zur Bekämpfung der Geldwäsche

    Damit der Unionsrahmen für die Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) effizienter funktioniert, wird die EU eine spezielle Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche einrichten. Der Rat hat seinen partiellen Standpunkt zu dem Vorschlag festgelegt. Angesichts des grenzüberschreitenden Charakters von Straftaten dürfte die neue Behörde einen wichtigen und nützlichen Beitrag zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung leisten.

  • Meldung der Kompensationspflichten

    Der Ausschuss der Ständigen Vertreter hat ein Mandat für Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament über einen Beschlussvorschlag angenommen, mit dem die Meldung der Kompensationspflichten im Rahmen des Systems zur Verrechnung und Reduzierung von Kohlenstoffdioxid für die internationale Luftfahrt (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation, CORSIA) geregelt werden soll. Diese Initiative ist Teil des grünen Wandels und zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen des internationalen Luftverkehrs zu begrenzen. CORSIA ist ein globaler Mechanismus zur Verringerung der CO2-Emissionen aus dem internationalen Luftverkehr, den die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) 2018 ins Leben gerufen hat.

  • Vernetzung der Energieinfrastruktur in der EU

    Der Rat der EU hat eine überarbeitete Verordnung über die transeuropäischen Energienetze (TEN-E) angenommen. Ziel der neuen Vorschriften ist eine Modernisierung, Dekarbonisierung und Verknüpfung der grenzübergreifenden Energieinfrastrukturen in den Mitgliedstaaten, um die EU bei der Verwirklichung ihrer Klimaneutralitätsziele für 2050 zu unterstützen. Mit der überarbeiteten Verordnung sollen zudem weiterhin Marktintegration, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen