Sie sind hier: Home » Markt » Nachrichten

EAPS-Projekt: Harmonisierte Kartenzahlungssysteme


Europäische Zahlungssysteme gründen Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS)
In Brüssel ansässiges Unternehmen wird paneuropäische Kartenzahlungen verbessern

(11.12.07) - Europa harmonisiert seine Kartenzahlungssysteme. Sechs europäische Kartenzahlungssysteme gemeinsam die "Euro Alliance of Payment Schemes s.c.r.l. (EAPS)" gegründet. Das in Brüssel ansässige Unternehmen wird paneuropäische Kartentransaktionen im Rahmen eines neu geschaffenen Zahlungssystems ermöglichen und so mehr Wettbewerb im europäischen Markt schaffen.

Karteninhaber werden dadurch die Möglichkeit erhalten, Ihre Zahlungskarten in Zukunft an mehr Akzeptanzpunkten in ganz Europa einzusetzen, während Händler von einer breiteren und besseren Akzeptanz von Kartenzahlungen unter einem einheitlichen Logo der EAPS profitieren werden. Für Banken bieten sich durch diese zusätzliche, paneuropäische Alternative mehr geschäftpolitische Möglichkeiten und Effizienzsteigerungen.

Derzeit werden bereits Transaktionen in Pilotprojekten durchgeführt. Eine flächendeckende Implementierung in den Ländern der beteiligten Partner wird ab dem 1. Januar 2008 beginnen.

Gründungspartner der EAPS sind:

>>
COGEBAN für die Systeme PagoBancomat und Bancomat (Italien)
>> EPCS European Payment Card Solution GmbH für die Systeme electronic cash und Deutsches Geldautomatensystem (Deutschland)
>> EUFISERV s.c.r.l., ein paneuropäisches Geldautomatensystem (in Brüssel ansässig)
>> EURO 6000 S.A., Kartenzahlungssystem (Spanien)
>> LINK Interchange Network Ltd., Geldautomatensystem (Großbritannien)
>> Sociedade Interbancaria de Servicos S.A. (SIBS), für das Multibanco-System (Portugal)

Die Gründungspartner zählen bereits jetzt mit mehr als 222 Mio. ausgegebenen Zahlungskarten, über 2,1 Mio. Point-of-Sale-Terminals und mehr als 189.000 Geldautomaten in ihren Systemen zu den wichtigsten Marktteilnehmern in Europa.

"Mit der Gründung der EAPS erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für die Single Euro Payments Area (SEPA). Die EAPS wird sich zu einem neuen, paneuropäischen Zahlungssystem weiterentwickeln, das auf den heutigen, effizienten, nationalen Zahlungssystemen und deren Infrastrukturen basiert", sagte Oliver Hommel, Koordinator des bisherigen EAPS-Projektes. Die Ziele der EAPS stimmen mit den Forderungen der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission nach der Schaffung eines dritten, europäischen Kartenzahlungsverfahrens im Rahmen der Single Euro Payments Area (SEPA) überein.

Die EAPS ist offen für weitere Partner. Jedes Zahlungssystem, dass sich zur Erfüllung der Vorgaben des SEPA Cards Framework des European Payments Council (EPC) bekennt, ist zur Teilnahme eingeladen. In der nahen Zukunft will die EAPS auch die Teilnahme von einzelnen Banken ermöglichen.

Dadurch sollen für die europäischen Banken neue Geschäftsmöglichkeiten als Kartenherausgeber und Händlerinstitut erschlossen werden. Die EAPS-Partner sind sich sicher, dass die Allianz, die vollständig durch die europäische Kreditwirtschaft kontrolliert wird, einen wesentlichen Beitrag zur Integration des europäischen Zahlungsverkehrsmarktes leisten kann. (EAPS: ra)

Lesen Sie auch:
Was will SEPA?
MiFID II-Repetitorium: Fit für MiFID und SEPA
SEPA-Gesetzesinitiative im Januar 2008

Weitere Informationen:
Was ist SEPA

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Tausende Briefkastengesellschaften vorgehalten

    Seit drei Jahren ermittelt das Bundeskriminalamt im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen insgesamt drei Beschuldigte. Ab 18.02.2019 erfolgte die gleichzeitige Beschlagnahme von vier Immobilien in Schwalbach am Taunus, Nürnberg, Regensburg und Mühldorf am Inn im Gesamtwert von rund 40 Millionen Euro. Daneben wurde ein Konto bei einer Bank in Lettland mit einem erwarteten Guthaben in Höhe von ca. 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt, welches aus der Veräußerung einer weiteren Immobilie in Chemnitz herrührt. Zusätzlich wurde die vorläufige Sicherung von Kontoguthaben bei diversen Banken in Deutschland auf der Grundlage von Vermögensarresten in Höhe von ca. 6,7 Millionen Euro bei zwei beteiligten Immobiliengesellschaften in Deutschland veranlasst.

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".