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Mangelnde oder wirkungslose Arbeitsplatzkontrollen


Arbeitnehmer besser vor schwerer Ausbeutung zu schützen
Kontrollen am Arbeitsplatz spielen bei der Aufdeckung von Ausbeutung eine entscheidende Rolle


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Mangelnde oder wirkungslose Arbeitsplatzkontrollen ermöglichen es skrupellosen Arbeigebern, Arbeitnehmer auszubeuten. Dies geht aus dem neusten Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hervor. Um schwerer Ausbeutung ein Ende zu setzen, empfiehlt die FRA u. a. verschärfte Kontrollen, um Missbrauch zu bekämpfen und Arbeitnehmer so zu stärken, dass sie Missbrauchsfälle melden.

"Es ist nicht hinnehmbar, wenn Arbeitnehmer heutzutage dafür bezahlen müssen, um ihr Recht auf Arbeit wahrzunehmen. Ausbeutung muss abgeschafft werden", erklärt der Direktor der FRA, Michael O’Flaherty. "Kontrollen am Arbeitsplatz spielen bei der Aufdeckung von Ausbeutung eine entscheidende Rolle. Deshalb müssen die Mitgliedstaaten ihre Kontrollen ausweiten, um ausbeuterische Arbeitgeber zu überführen und Arbeitnehmer besser zu schützen."

"Es gab zwei Formulare: In dem einen stand, dass wir offiziell nur acht Stunden arbeiten, aber in dem anderen stand unsere tatsächliche Arbeitszeit: 14 Stunden", erklärte eine der Befragten, eine polnische Landarbeiterin in Deutschland. "Bei Kontrollen sollten wir die erste Liste zeigen."

Der Bericht zum Schutz von Arbeitnehmern vor Ausbeutung und zur Verbesserung von Kontrollen (Protecting migrant workers from exploitation in the EU: boosting workplace inspections) enthält Schilderungen von fast 250 Arbeitnehmern aus EU- und Drittländern, die Ausbeutung am eigenen Leib erfahren mussten.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen hatte nie Kontrollen erlebt oder davon gehört. Sie berichteten, dass viele Arbeitgeber im Vorhinein vor Kontrollen gewarnt wurden, sodass sie ihre Verstöße verschleiern konnten. Dies wiederum höhlte das Vertrauen der Arbeitnehmer in Kontrollen aus.

Um dem entgegenzuwirken, sollten die Arbeitsaufsichtsbehörden Arbeitgeber in missbrauchsanfälligen Branchen nicht über geplante Kontrollen informieren. Darüber hinaus sollten die Mitgliedstaaten Arbeitgeber bestrafen, die versucht haben, bei Kontrollen zu täuschen.

Die Mitgliedstaaten sollten dem Bau- und Nahrungsmittelgewerbe besondere Aufmerksamkeit widmen, da diese Branchen häufig von Ausbeutung betroffen sind. Zudem sollten sie Kontrollmöglichkeiten für die Tätigkeit von Hausangestellten entwickeln.

Arbeitnehmer waren eher bereit, ihre Arbeitgeber anzuzeigen, wenn sie von den Arbeitsinspektoren informiert und einbezogen wurden. Daher sollten die Arbeitsinspektoren für ein sicheres Umfeld sorgen, in dem sich die Arbeitnehmer frei äußern können, ohne Vergeltungsmaßnahmen fürchten zu müssen. Dazu gehört gegebenenfalls auch die Überbrückung von Sprachbarrieren bei Gesprächen mit Arbeitnehmern.

Die Arbeitsinspektoren sollten zudem gewährleisten, dass es bei den Kontrollen eher um die Rechte und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer als um ihren Aufenthaltsstatus geht.

Um die Kontrollen effektiver zu machen, sollten die Mitgliedstaaten die Arbeitsinspektoren dafür schulen, Ausbeutung zu erkennen. Hierbei helfen Ermittlungsabteilungen der Arbeitsaufsichtsbehörden und gemeinsame Maßnahmen mit der Polizei.

Die Mitgliedstaaten sollten bei Arbeitnehmern das Bewusstsein für Ausbeutung schärfen und Institutionen wie Krankenhäuser und Gewerkschaften einbeziehen, damit diese Verdachtsfälle von Ausbeutung melden.

Bei diesem Bericht handelt es sich um den zweiten in einer Serie über die Meinungen und Erfahrungen von Opfern von Arbeitsausbeutung. Er knüpft an frühere Arbeiten der FRA an, bei denen sie mit Fachkräften über schwere Formen der Arbeitsausbeutung sprach. (FRA: ra)

eingetragen: 21.09.18
Newsletterlauf: 22.10.18

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