- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

EuroSOX ist nicht SOX


Anscheinend steht es definitiv fest: Die EU wird dem US-amerikanischen Modell des Sarbanes-Oxley Act nicht folgen
SOX-Compliance in Europa heißt: Es liegt in der Gestaltungsfreiheit der Unternehmen, für angemessene interne Kontrollen und für eine starke Interne Revision zu sorgen

(12.10.07) - "Die 8. EU-Richtlinie - kein SOX für Europa, Gestaltung von Kontrollen liegt bei Unternehmen" Um diese und andere Themen rund um die Interne Revision zu diskutieren, trafen sich am 9. und 10. Oktober über 700 Teilnehmer zum Kongress des Deutschen Instituts für Interne Revision e. V. (IIR) in Köln. Prominente Referenten wie Jürgen Tiedje von der EU-Kommission und Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, lieferten dabei klare Antworten und Einschätzungen.

"Die 8. EU-Richtlinie ist nicht etwa eine europäische Variante des Sarbanes-Oxley Act (SOX). Ein `EURO-SOX´ (EuroSOX) oder ein wie auch immer geartetes ´SOX light´ wird es in Europa nicht geben. Dazu besteht kein Handlungsbedarf", so eindeutig lautet die Antwort von Jürgen Tiedje, der dies wissen muss, denn er leitet die Unit Auditing der Europäischen Kommission in Brüssel, die die 8. EU-Richtlinie verfasst hat. "Es liegt vielmehr in der Gestaltungsfreiheit der Unternehmen, für angemessene interne Kontrollen und insbesondere für eine starke Interne Revision zu sorgen."

Damit ist eine zentrale Frage innerhalb der Corporate Governance-Diskussion und der anstehenden prüfungsrechtlichen Vorgaben für in den europäischen Mitgliedsstaaten ansässigen Unternehmen nun seitens der Brüsseler Kommission beantwortet.

Literatur zum Thema "Sarbanes-Oxley Act"

Vor allem, um einen aus Sicht der Brüsseler Behörde übermäßigen bürokratischen Aufwand zu vermeiden, aber auch vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Unternehmenskulturen, wird die EU dem US-amerikanischen Modell des Sarbanes-Oxley Act nicht folgen, erläuterte Tiedje in seinem Vortrag für den Fachkongress der Internen Revisoren Deutschlands.

Bernd Schartmann, ehrenamtlicher Vorstandssprecher des Deutschen Instituts für Interne Revision e. V. und Tagungsleiter des Kongresses, begrüßte stellvertretend für die Teilnehmer der Tagung diese eindeutige Klarstellung, da es bislang doch eine gewisse Unsicherheit und z. T. auch interessengetriebene Auslegungen in dieser Frage gegeben habe, die sich nun so nicht mehr stellen dürfte.

Unternehmensethik vor kulturhistorischem Hintergrund war auch Ausgangspunkt für die Auftaktrede eines weiteren Gastredners: Unter dem Titel "Corporate Governance und Interne Revision - Erwartungen an die Zukunft" vollzog Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG in Frankfurt, gleich zu Beginn des Kongresses das gewandelte Bild der Internen Revision in Unternehmen und Öffentlichkeit nach.

So habe ihr Ansehen - nicht zuletzt aufgrund einer globalisierten Wirtschaftswelt - wesentliche und vor allem positiv zu wertende Veränderungen erfahren. Zeitgemäße Interne Revision arbeite nicht etwa zurückschauend, sondern präventiv und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Verbesserung von Geschäftsprozessen - und wird entsprechend gern und häufig vom Management in alle Entscheidungsprozesse eingebunden. (Deutsches Institut für Interne Revision: ra)

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Rechtliche Anpassungen erforderlich

    "Das Kundengeschäft unserer Institute wird durch den Brexit nicht beeinflusst", erklärt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, heute in Frankfurt. Zwar bedauere der Bankenverband die Ankündigung eines harten Brexit durch die britische Premierministerin Theresa May, die unmittelbaren Auswirkungen auf deutsche Institute seien aber begrenzt. "Deutsche Banken werden in den nächsten beiden Jahren Geschäft nach Deutschland verlagern, dies ist schon heute aufsichtlich und organisatorisch relativ einfach", betont Kemmer. Der Bankenverband geht davon aus, dass London auch weiterhin ein bedeutender Finanzplatz bleibe. Insofern sei kein vollständiger Rückzug der Institute zu erwarten. "Das Vereinigte Königreich wird nach dem Austritt den Status eines Drittlandes erhalten. Dies ist für unsere Institute nichts Ungewöhnliches", so Kemmer. Für die Sicherung bestehender Geschäfte seien aber rechtliche Anpassungen erforderlich.

  • 2017 für Blockchain ein entscheidendes Jahr

    Die Blockchain ist eine Querschnittstechnologie mit hohem disruptiven Potenzial für viele Wirtschaftsbereiche. Damit neue Geschäftsideen mittelfristig umgesetzt werden können, gilt es im Jahr 2017 die technischen und rechtlichen Grundlagen zu schaffen. "Wissenschaft und Privatwirtschaft stellen 2017 mehr Ressourcen denn je für die Erforschung der Blockchain zur Verfügung", sagt Stephan Zimprich, Leiter der Kompetenzgruppe (KG) Blockchain im eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.

  • Zollbestimmungen & Compliance-Anforderungen

    Nichts ist so sicher wie der Tod - und die Steuer. Aber es gibt noch eine weitere unumstößliche Gewissheit des Lebens: Zollvorschriften und Compliance-Anforderungen werden nicht einfacher. In dem Maße, wie sich Märkte globalisieren und kleinere Länder ihre wirtschaftlichen Muskeln spielen lassen, werden die Vorschriften zum grenzüberschreitenden Warenverkehr immer komplexer. Dies scheint in vielerlei Hinsicht unmöglich zu sein. Es gibt bereits hunderte von Ländern mit ihren eigenen Zollbestimmungen und Compliance-Anforderungen, dutzende internationale Handelsabkommen und eine Fülle neuer Vereinbarungen, die bald online verfügbar sein werden. Zu nennen ist hier CETA, das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU, das im Oktober 2016 unterzeichnet wurde, aber auch die geplanten Abkommen TPP (Trans-Pacific Partnership) und TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership).

  • Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

    Ob in der Führungsetage, im Projektteam oder in der Kaffeeküche: Vertrauen ist ein brisantes Thema. Denn wenn es mal richtig schwierig wird, vertraut doch jeder nur sich selbst. Getreu dem Motto: "Nur wenn ich es selbst mache, wird es richtig gemacht." Nach einer repräsentativen Studie von Ernst & Young setzen die Beschäftigten weltweit kein großes Vertrauen in die eigene Firma oder den direkten Vorgesetzten: 44 Prozent vertrauen hierzulande ihrem Unternehmen und 47 Prozent ihren Vorgesetzten. Im Umkehrschluss heißt das: Die Mehrheit aller Arbeitnehmer ist gegenüber ihrem Arbeitgeber skeptisch oder sogar misstrauisch eingestellt. Das kann fatale Folgen haben. Vertrauen ist eine zu wenig genutzte Ressource. Letztlich verschenktes Potenzial. Vertrauen ist das vielleicht wichtigste Schmiermittel der Wirtschaft. Ohne Vertrauen kann sich kein Unternehmenserfolg einstellen. Wenn jeder nur vor sich hin arbeitet und keinem vertraut, entsteht keine echte Zusammenarbeit. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen den enormen Wert ‚Vertrauen' erkennen und endlich wertschätzen. Nur so lässt sich ein gutes Betriebsklima schaffen. Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte sich gegenseitig vertrauen, ist die gemeinsame Zusammenarbeit von einer erhöhten Produktivität geprägt. Untersuchungen zeigen: Wer vertraut, ist motiviert und auch bereit, mehr zu leisten. Ein Mangel an Vertrauen bildet dagegen den idealen Nährboden für Angst.

  • Informationspflichten treffen fast alle Firmen

    Ab dem 1. Februar 2017 sind Unternehmen grundsätzlich verpflichtet, Verbraucher einfach und verständlich zu informieren, ob sie an einem Schlichtungsverfahren teilnehmen. Dies sieht das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz vor. Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback zu diesem Anlass: "Eine Schlichtung kann oft eine sinnvolle Alternative zu einem Gerichtsverfahren sein. Es bietet beiden Parteien, Verbrauchern wie Unternehmen, die Chance auf eine einfache, schnelle und kostengünstige Lösung ihres Konflikts. Deshalb ist es gut, dass Verbraucher künftig schon vor Vertragsabschluss auf einen Blick erkennen können, ob ein Unternehmen grundsätzlich an einem alternativen Streitschlichtungsverfahren teilnimmt und welche konkrete Verbraucherschlichtungsstelle im Fall der Fälle zuständig wäre. Das schafft Transparenz und fördert die außergerichtliche Streitbeilegung."