- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Finanzinstitute müssen umdenken



Vorsicht ist besser als Nachsicht: Warum Finanzinstitute für Cyber-Angriffe anfälliger sind
Der Finanzsektor war schon stark reguliert, bevor das IT-Sicherheitsgesetz in Kraft trat

Von Dominique Meurisse, COO, Wallix

(23.02.16) - Viele deutsche Bürger haben derzeit Angst vor bargeldlosem Bezahlen, weil mehrere Banken Kontodaten ihrer Kunden ausgetauscht haben - wegen eines Datenlecks mussten z.B. kürzlich 90.000 Kreditkarten ausgetauscht. Die Banken sprechen dabei von einer Vorsichtsmaßnahme und versichern, dass keine tatsächlichen Betrugsfälle entdeckt wurden. Jedoch gibt es keine Informationen, was eigentlich geschehen ist und welche Daten genau entwendet wurden.

Das wahre Problem ist dabei nicht, dass Maßnahmen ergriffen werden mussten, sondern dass die Banken außerstande sind, ein vollständiges Bild von dem Vorfall zu kommunizieren. Es fehlt an Überblick und Transparenz, und anscheinend kann niemand sagen, wann und wie die Daten abhanden gekommen sind. Mangelndes Wissen schafft Angst und zwingt zu radikalen Schritten, wie in diesem Fall zur direkten Konfrontation mit den Kunden.

Lesen Sie zum Thema "IT-Security" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

In der aktuellen Bedrohungslandschaft müssen Finanzinstitute umdenken und die Gefahren auf neue Weise betrachten. Cyber-Angriffe sind eine Realität, und immer wieder wird es Angreifern gelingen, die klassischen Sicherheitsmechanismen zu überwinden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt in seinem jüngsten Bericht zur Lage der Informationssicherheit in Deutschland das neue Paradigma "Assume the Breach": "Statt einer reinen Abwehr gegen Angriffe gehört es zum Risikomanagement einer Organisation, sich darauf einzustellen und darauf vorzubereiten, dass ein IT-Sicherheitsvorfall eintritt oder ein Cyber-Angriff erfolgreich ist (Paradigma: Assume
the Breach). Dazu müssen Strukturen geschaffen, Verantwortlichkeiten benannt und Prozesse geübt werden, wie mit einem anzunehmendem Vorfall umzugehen ist."

Auf veränderte Gefahrenlandschaft reagieren
Die starke Zunahme der Endgeräte im Netz, Mobile Banking/Trading und die Weiterentwicklung der IT-Infrastrukturen haben die Bedrohungslandschaft verändert. Das gilt insbesondere auch im Hinblick auf die wachsende Zahl von Personen, die auf Ressourcen zugreifen, oft mit mehreren Geräten gleichzeitig. Der Trend zum Outsourcing von IT-Aufgaben an Dienstleister erhöht die Flexibilität, macht aber geeignete Sicherheitslösungen nötig. Zudem erfordert die Geschäftsentwicklung eine neue IT, die schwieriger zu schützen ist. All das schafft neue Risiken, und Lösungen wie Firewalls und Virenabwehr reichen als Schutz allein nicht mehr aus.

Neben dem Risiko, das durch Kriminelle entsteht, ist auch der "Faktor Mensch" zu berücksichtigen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen müssen Wege finden, mit der Technologie umzugehen. Der Wirtschaftsprüfer PWC kommt in einer neueren Untersuchung zu dem Schluss, dass 48 Prozent aller Sicherheitsverletzungen auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Unternehmen müssen die Möglichkeit haben, genau zu verfolgen, was mit ihren Daten geschieht – sonst drohen drastische Schritte wie im obengenannten Beispiel. Wenn man im Zeitalter der digitalen Integration Zugang zu hochsensible Daten nicht verwaltet, ist das so, als würde man in einem Tresorraum sämtliche Sicherheitsmechanismen abschalten.

Der Finanzsektor war schon stark reguliert, bevor das IT-Sicherheitsgesetz in Kraft trat. Der Payment Card Industry (PCI) Data Security Standard (DSS) stellt Richtlinien für Compliance auf. Unternehmen brauchen Lösungen, die den Vorschriften gerecht werden, die schnelle Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle ermöglichen (wie Sperrung oder Zugangsbeschränkungen) und zusätzlich das Benutzerverhalten prüfen können.

Wenn es zu einer Sicherheitspanne kommt, muss ein Unternehmen in der Lage sein, die Situation zu analysieren und die richtigen Schritte einzuleiten. Es ist wahrscheinlich, dass der Datenverlust in dem erwähnten Beispiel in Wirklichkeit ein wesentlich geringeres Ausmaß hatte und keine 90.000 Kunden betraf, doch wenn man es nicht sicher sagen kann, muss man zu umfangreicheren Maßnahmen greifen – auf Kosten des Kundenvertrauens. (Wallix: ra)



Wallix: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Was ändert sich für Anbieter von Online-Inhalten?

    Im Urlaub die Lieblingsserie weiterschauen oder die Musikplaylist auf Reisen abspielen - eine neue EU-Verordnung macht dies jetzt für viele Nutzer möglich. Wer in Deutschland kostenpflichtige Streamingdienste für etwa Musik, Videos oder auch Fernsehangebote abonniert hat, konnte seine Inhalte zumeist nur innerhalb Deutschlands abrufen. Das ändert sich ab dem 1. April 2018. Dann kann jeder Nutzer seinen abonnierten Online-Dienst ohne Zusatzgebühren für einen beschränkten Zeitraum auch im EU-Ausland nutzen - Bezahldienste sind dann verpflichtet, dies möglich zu machen. "Für Nutzer bedeutet diese Änderung einen großen Komfortgewinn", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung für Recht und Sicherheit. "Es darf keine Rolle spielen, ob ein Verbraucher aus Berlin, Rom oder Paris auf seine abonnierten Inhalte zugreift." Bitkom gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den neuen Regeln.

  • Prüfung von Google Assistant und Amazon Alexa

    Der Google Assistant, der Sprachassistent von Google, versteht so manches falsch: Das zeigt eine aktuelle technische Prüfung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale NRW. So reagiert er auch auf Begriffe, die dem Aktivierungswort ähnlich sind und auf starke Abwandlungen. Zudem hatte sich Google in der Vergangenheit offen gehalten, nach eigener Einschätzung Auskunftsanfragen von Nutzern zu gespeicherten Daten abzulehnen. Daher hat das Marktwächter-Team Google abgemahnt. Mit Erfolg: Die unzulässige Bestimmung wurde gestrichen. Neben Googles Sprachassistenten prüften die Marktwächter-Experten abermals Amazons Alexa. Auch in der aktuellen technischen Prüfung hat Amazons Alexa wieder auf Wörter reagiert, die dem Aktivierungswort ähneln. Dabei wurden dieses Mal Wörter gewählt, die nicht Teil des kürzlich veröffentlichten Marktwächter-Reaktions-Checks waren. So reagiert Amazons Sprachassistent etwa auch auf "Alexandra" (für "Alexa"), "Gecko" (für "Echo") und "Ham wa schon" (umgangssprachlich "Haben wir schon" statt "Amazon"). Und er kann sogar völlig willkürlich reagieren.

  • Kontoauszüge und ihre Aufbewahrung

    Viele Verbraucher nehmen sich jetzt einen "Frühjahrsputz" ihrer Finanz-Unterlagen vor. Eine wichtige Frage dabei ist jedes Jahr: Wie lange müssen Kontoauszüge eigentlich aufbewahrt werden? Die Antwort: Eine einheitliche Frist oder Verpflichtung für Verbraucher, Kontoauszüge aufzubewahren, gibt es nicht. Denn gesetzlich sind Privatpersonen nicht verpflichtet, Zahlungsbelege aufzubewahren. Eine Ausnahme sind Handwerker- oder Dienstleistungsrechnungen, die ein Grundstück betreffen. Diese Belege müssen generell zwei Jahre archiviert werden. Wer einen Gärtner oder eine Reinigungskraft als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen will, muss die entsprechenden Kontoauszüge mindestens so lange aufbewahren, bis der Steuerbescheid eingeht und die Einspruchsfrist abgelaufen ist.

  • Tückische Fragen beim Jobinterview

    Erste Hürde geschafft: Das persönliche Vorstellungsgespräch steht bevor. Obwohl sich Bewerber akribisch auf das Jobinterview mit dem Unternehmen vorbereiten, kommen oftmals tückische Fragen, die den Kandidaten aus der Bahn werfen. Mit diesen sogenannten Fangfragen testen Personaler die Reaktion des Bewerbers in Stresssituationen. Gleichzeitig dienen sie dazu, hinter vorab einstudierte Antworten zu blicken, um zu erkennen, welche Charaktereigenschaften Interessierte besitzen und welche Karriereziele sie verfolgen. "Dabei kommt es nicht auf die perfekte Antwort an, sondern vielmehr darauf, wie souverän und selbstsicher sich Bewerber aus der Situation befreien", weiß Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen und Gründer von OK-Training. Im Folgenden gibt der Experte typische Beispiele für passende Antwortmöglichkeiten auf kniffelige Fragen.

  • Wo flexible Abrechnungsmodelle helfen können

    Datenbanken und Datenbankmanagementsysteme (DBMS) gehören heute zu den Kernsystemen für fast jedes Unternehmen. Die Lizenz- und Supportkosten für diese Systeme sind jedoch nicht gerade Peanuts und verschärfen die ohnehin angespannte Budgetsituation in IT-Abteilungen zusätzlich. Auch die mit den Lizenzverträgen einhergehende Hersteller-Abhängigkeit ist für viele Anwender zu einem Ärgernis geworden: Allein unter Oracle-Kunden denkt laut DOAG jeder Dritte über eine Ablösung der Datenbank nach. TmaxSoft, Spezialist für Cloud-, Infrastruktur- und Legacy-Modernisierung, erläutert, worauf Entscheider beim Datenbank-Wechsel achten sollten und zeigt die Vorteile einer flexiblen Datenbank-Lizenzierung auf.