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Tipps für mehr Datenhoheit


Nicht selten bedeutet mehr Komfort weniger Datenschutz
Ein VPN verschleiert diese Informationen, sodass Datenbroker keine eindeutige Adresse mehr zuweisen können

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Die Temperatur in unserer Wohnung regulieren wir mit dem Smartphone, für Online-Dienste registrieren wir uns mit Namen und Adresse, Smartwatches messen und analysieren unsere Körperfunktionen. Wer im Internet unterwegs ist und smarte Geräte benutzt, hinterlässt Spuren. Doch es gibt Möglichkeiten, um seine Privatsphäre zu schützen.

So wenige Daten wie möglich von sich preiszugeben, ist dabei so naheliegend wie schwer. Schließlich basiert das Geschäftsmodell mancher Unternehmen – sogenannter Datenbroker – genau darauf, möglichst viele und präzise Informationen über Nutzer zu sammeln. Prominentestes Beispiel für einen solchen Datenbroker ist Cambridge Analytica. Dieses Unternehmen hat Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen, darunter rund 310.000 Nutzer aus Deutschland. Die Daten hat Cambridge Analytica etwa zur Erstellung politischer Profile genutzt, mit dem Ziel, Einfluss auf die letzte Präsidentschaftswahl in den USA zu nehmen. Ein weiterer großer Datenbroker ist Acxiom. Das Unternehmen verfügt über Daten von über 700 Millionen Menschen weltweit, darunter mehr als 40 Millionen aus Deutschland, mit mehr als 1.500 Eigenschaften pro Haushalt.

BullGuard gibt fünf Tipps, um sich vor Datenbrokern zu schützen und wieder mehr Macht über die eigenen Daten zu erlangen:

Eigenes Verhalten hinterfragen
Nicht selten bedeutet mehr Komfort weniger Datenschutz. Sei es der Online-Einkauf, die hinterlegten Zugangsdaten für den E-Mail-Account oder die vernetzte Heizung. In den meisten Fällen liegt die Entscheidung darüber beim Nutzer. Wir sollten ein gesundes Bewusstsein für den Datenschutz entwickeln und die Entscheidungen, die wir beim Surfen im Internet und bei der Benutzung smarter Geräte unterbewusst treffen, hinterfragen. Dann werden es Datenbroker deutlich schwerer haben, persönliche Informationen zu sammeln.

Virtual Private Network nutzen
So zu tun, als wäre man jemand anders und an einem anderen Ort, ist eine weitere Möglichkeit für mehr Datenhoheit. Das geht mit Hilfe eines Virtual Private Networks (VPN), welches die IP-Adresse und sämtliche Internet-Aktivitäten verschleiert. Die IP-Adresse übermittelt in der Regel den physischen Standort, die Zeitzone und Sprache – allesamt nützliche Informationen für Datenbroker. Auch das Betriebssystem, die benutzten Programme und sogar die installierten Schriften bleiben nicht verborgen. Somit wird jedem Computer ein einzigartiger Fingerabdruck zugeordnet.

Ein VPN verschleiert diese Informationen, sodass Datenbroker keine eindeutige Adresse mehr zuweisen können. Dadurch können Internetnutzer nicht mehr identifiziert werden und die gesammelten Webbrowser-Daten werden praktisch wertlos, da sie keiner Person mehr zugeordnet werden können.

Privacy Badger installieren
Privacy Badger ist ein Plug-in für den Browser. Die Open-Source-Lösung hält Werbenetzwerke und andere Datensammler davon ab, zu verfolgen, welche Seiten im Web besucht werden. Wenn ein Werbetreibender einen Nutzer ohne dessen Zustimmung über mehrere Websites hinweg verfolgt, blockiert Privacy Badger automatisch das Laden weiterer Werbeanzeigen im Browser. Für den Werbetreibenden sieht das so aus, als ob der Nutzer plötzlich verschwunden wäre.

Das Plug-in funktioniert jedoch nicht immer. Für einen Online-Einkauf muss es zum Beispiel manchmal deaktiviert werden. Websites möchten die für den Kauf notwendigen Daten erfassen – wird das verhindert, kann die Bestellung nicht abgeschlossen werden. Websites, die sich überwiegend aus Werbeanzeigen finanzieren, verweigern den Zugriff mitunter komplett, wenn Nutzer ein Plug-in aktiviert haben, das Werbeanzeigen blockiert.

Sensibilität für Datensammler schärfen
Gewinnspiele im Internet sind zum Beispiel ein beliebtes Instrument, um persönliche Daten abzugreifen. Auch wenn attraktive Gewinne locken, sollten Nutzer daher von einer Teilnahme absehen. Zudem ist es ratsam, sich beim Surfen auf verschlüsselte Seiten, die mit "https" beginnen, zu beschränken und regelmäßig den Browserverlauf zu löschen. Empfehlenswert ist auch die Nutzung verschiedener Mailadressen und alternativer Suchmaschinen wie DuckDuckgo oder Startpage, welche unsere Spuren beim Verlassen der Website automatisch löschen.

Offline einkaufen - mit Bargeld
Wer nicht möchte, dass Datenbroker wissen, welches Medikament zuletzt benötigt wurde oder wie viel einem das neue Smartphone wert war, sollte offline einkaufen und dabei zum altbewährten Bargeld greifen. Auch die Kundenkarte sollte in diesem Fall im Geldbeutel bleiben, denn diese zeichnet jeden getätigten Kauf auf.
(BullGuard: ra)

eingetragen: 18.08.19
Newsletterlauf: 09.10.19

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Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Expertise für den Schutz digitaler Identitäten

    Die Welt tickt zunehmend digital: Erkennen lässt sich das zum einen am rasanten technologischen Fortschritt und an der Reaktion vieler Unternehmen auf die Corona-Pandemie, in der eine Vielzahl von Arbeits- und Kommunikationsprozessen digitalisiert wurden und zum anderen an dem stark wachsenden Online-Handel. Bereits 2018 trat die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU in Kraft, die Internetnutzern Hoheit über ihre eigenen Daten und deren Schutz zusichern soll. Ein vergleichbares Ziel verfolgt die Schweiz mit der 2020 abgeschlossenen Revision des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG). Vor diesem Hintergrund kommt auch der Diskussion um die Einführung einer eindeutigen digitalen Identität - auch elektronische Identität oder e-ID genannt - eine immer größere Bedeutung zu.

  • Tipps zur Umsetzung der DSGVO-Vorgaben

    Es ist höchste Zeit, dass international tätige Unternehmen ihren Status quo in Sachen Datenschutz überprüfen und im Rahmen der Digitalisierung ihrer Kommunikationsprozesse auch die Umsetzung der DSGVO sicherstellen. Der Cloud-Anbieter Retarus unterstützt Unternehmen seit Jahrzehnten darin, Ihre Kommunikationsdaten rechtskonform zu verarbeiten und zeigt, welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind. Laut einer aktuellen Studie der internationalen Anwaltskanzlei DLA Piper ist die Summe der verhängten Bußgelder für Verstöße gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im letzten Jahr europaweit um 40 Prozent gestiegen. Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 wurden in der EU rund 281.000 Verstöße zur Anzeige gebracht. Die Strafen bei Verstößen betragen bis zu 20 Millionen Euro bzw. vier Prozent des weltweiten Umsatzes. Allein in Deutschland wurden bisher Bußgelder in Höhe von 69,1 Millionen Euro verhängt. Dennoch setzen laut Branchenverband Bitkom erst 20 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland die DSGVO vollständig um. Grund dafür ist unter anderem eine anhaltende Rechtsunsicherheit. Nicht zuletzt trägt auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum "Privacy Shield" zur Verwirrung bei.

  • Digitales Medikationsmanagement einführen

    Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), das vor kurzem in Kraft getreten ist, soll die Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser vorangetrieben werden. Warum das dringend notwendig ist, welche Chancen sich durch die Förderung bieten und wie Krankenhäuser ihre digitalen Initiativen am besten angehen, erklärt NTT Ltd., ein weltweit führender Technologie-Dienstleister. Viele deutsche Krankenhäuser und Kliniken haben großen Digitalisierungsbedarf. Allzu oft werden Patientendaten noch auf Papier erfasst und Prozesse nicht sauber dokumentiert. Und dass es um die Absicherung der IT-Systeme nicht zum Besten bestellt ist, machen die regelmäßigen Berichte über gelungene Angriffe und ihre teils dramatischen Folgen deutlich. Bereits im Herbst 2020 lag die Zahl der erfolgreichen Attacken auf kritische Infrastrukturen im Gesundheitsbereich laut der Bundesregierung bei 43, nachdem es im gesamten Vorjahr nur 16 waren.

  • Neue Energie-Label auf Elektrogeräten

    2021 gibt es auch in der Digitalwelt neue Vorschriften und Rechte für Verbraucher. Der Digitalverband Bitkom hat die wichtigsten Neuerungen für 2021 zusammengetragen. Am 1. Januar 2021 startete die Einführungsphase der elektronischen Patientenakte (ePA). Alle gesetzlichen Krankenversicherungen müssen ihren Patienten dann auf Wunsch eine solche digitale Akte zur Verfügung stellen, die Nutzung ist aber freiwillig. Versicherte behalten zudem die Hoheit darüber, welche Informationen in der ePA gespeichert werden. Sie soll zukünftig einen schnellen Zugriff auf medizinischen Daten, Diagnosen oder auch den Impfpass ermöglichen. Im weiteren Jahresverlauf soll die elektronische Patientenakte auch in Arztpraxen verfügbar gemacht werden.

  • Einführung der E-Rechnung

    Die Frist läuft: Ab dem 27. November 2020 müssen Unternehmen in Deutschland Rechnungen an Bundesbehörden als sogenannte E-Rechnung einreichen. Wie eine repräsentative Befragung unter 1.104 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland ergeben hat, hat ein Großteil der Wirtschaft die Bedeutung der E-Rechnung bereits erkannt: So messen ihr 81 Prozent der Unternehmen eine große oder sehr große Relevanz bei. "Es stimmt optimistisch, dass sich die Unternehmen mit dem Thema E-Rechnung auseinandersetzen. Gleichwohl beobachten wir, dass längst noch nicht alle Rechnungen nach dem vorgegebenen strukturierten Format stellen oder empfangen", sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. So übermitteln aktuell 30 Prozent der Unternehmen E-Rechnungen. "Automatisierte Rechnungsprozesse vermeiden Fehler und sorgen für mehr Wirtschaftlichkeit", betont Britze. "Alle Unternehmen sollten sich jetzt mit dem Thema E-Rechnung befassen."