- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Auslagerungsmanagement von Banken


Finanzmarkt-Compliance: Auslagerungen von Finanzinstituten werden stärker reguliert
TME Institut rät Banken zur frühzeitigen Anpassung an die Novellierung der MaRisk AT9

- Anzeigen -





Wie Unternehmen anderer Branchen auch lagern Geldinstitute einige Aufgaben oder Organisationseinheiten aus. Sie sind allerdings darin nicht völlig frei, sondern müssen sich an gesetzliche Vorschriften halten. Mit der Novellierung der MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) AT 9 erhöht die BaFin die regulatorischen Vorgaben für das Auslagerungsmanagement von Banken. "Man trägt damit dem verstärkten Risikobewusstsein, das die Ereignisse der letzten Jahre geschaffen haben, Rechnung", sagt Thomas Deibert vom TME Institut. Er empfiehlt frühzeitiges Handeln, um die novellierte MaRisk zeitgerecht zu erfüllen. Voraussichtlich wird deren finale Fassung noch im Frühjahr 2017 veröffentlicht.

Die BaFin will mit der Novellierung die effektive Steuerung und Überwachung von Auslagerungsrisiken sicherstellen. Um das zu erreichen, wurde beispielsweise klarer als zuvor definiert, was überhaupt als Auslagerung zu betrachten ist. Auch fremdbezogene Software – etwa für die Überwachung von Risiken oder auch für die Durchführung von Bankgeschäften – gilt nun als Auslagerung und nicht als sonstiger Fremdbezug. "Banken sind damit gezwungen, eingekaufte Software inklusive deren Weiterentwicklung und Pflege in ihren Regelprozess zur Steuerung der Risiken einzubinden", so Deibert, der zusammen mit Sebastian Heinzelbecker und Jan Franz von der TME ein Whitepaper zum Thema MaRisk AT 9 verfasst hat. "Der Mehraufwand für die Geldinstitute wird steigen."

Diese Konsequenz haben laut TME Institut auch weitere Vorschriften der Novellierung. Risikokonzentrationen aus Auslagerungen und Risiken aus Weiterverlagerungen müssen in Zukunft im Rahmen der Risikoanalysen berücksichtigt werden – und diese sind sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen zu erstellen. Für die Auslagerbarkeit von Kontroll- oder Kernbankbereichen stellt die MaRisk AT 9 Bedingungen auf. Aktivitäten und Prozesse etwa in den Bereichen Compliance oder Risikocontrolling dürfen nur an Dritte vergeben werden, wenn die Bank sie jederzeit wieder selbst übernehmen könnte. Ergo: Das Institut muss Know-how für die abgegebenen Aufgaben vorhalten. Hinzu kommen Konkretisierungen für einzelne Bereiche: Die Risikocontrolling-Funktion darf nicht mehr vollständig ausgelagert werden, die Compliance-Funktion und die Interne Revision nur in kleineren Instituten.

Erhöhte Anforderungen an Ausstiegsstrategien
Für den Fall der erwarteten oder beabsichtigten ebenso wie für eine unerwartete oder unbeabsichtigte Beendigung müssen Maßnahmen im Rahmen des Business Continuity Managements festgelegt werden. Dies war bereits vor der Novellierung so, doch nun sind explizite Ausstiegsprozesse zu dokumentieren, zu verabschieden und auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Zu den Aufgaben eines zentralen Auslagerungsmanagements, das künftig Pflicht wird, zählt u. a. die Überwachung des korrekten Umgangs mit den Ausstiegsprozessen. Und wenn der Auftragnehmer, der eine Tätigkeit für das Geldinstitut übernommen hat, diese weiterverlagern möchte? Deibert: "Auch das ist reguliert.

Das Geldinstitut muss im Vorhinein konkrete Voraussetzungen festlegen, unter denen sein Auftragnehmer bestimmte Arbeiten weitergeben darf. Oder aber es hat das Recht, seine Zustimmung zu verweigern." Darüber hinaus hat die BaFin stets uneingeschränkte Informations- und Prüfungsrechte.

Als besonders wesentliche Neuerung erachtet Deibert die Vorschrift, das bereits erwähnte zentrale Auslagerungsmanagement (ZAM) zu etablieren. Hier gehe es vor allem um den Kontroll- und Überwachungsprozess sowie die Dokumentation von Auslagerungen inklusive Weiterverlagerungen. Das ZAM soll zudem die Einhaltung institutsinterner Anforderungen und gesetzlicher Vorgaben garantieren. Mindestens einmal jährlich erstellen die für das ZAM Verantwortlichen einen Bericht, in dem sie unter anderem Qualität und Steuerungsmöglichkeiten der ausgelagerten Aktivitäten analysieren. Dies dient der Information der Führungsebene – bis hin zum Vorstand – über die Risikosituation des Unternehmens.

Compliance durch Vier-Phasen-Modell gewährleisten
Die neue MaRisk AT 9 sei eine große Herausforderung für Geldinstitute, so Heinzelbecker. Zu deren Bewältigung sei es zum einen nötig, frühzeitig zu untersuchen, wo genau Handlungsbedarf besteht. Zudem hat die TME AG ein Vier-Phasen-Modell entwickelt, das sich durch einen ganzheitlichen Ansatz auszeichnet und den gesamten Zyklus einer Auslagerung abdeckt. In Phase 1 wird im Rahmen eines Quick-Checks der auslagernden Fachbereiche der Auslagerungstatbestand untersucht. Hierfür wird auch das komplette Vertragswerk überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Anschließend geht es in Phase 2 um die Risikoanalyse und Szenarien zur unterbrechungsfreien Sicherstellung der ausgelagerten Dienstleistungen.Im Zentrum von Phase 3 stehen die Implementierung und Unterstützung des ZAM sowie die Steuerung des Dienstleisters und die Sicherstellung der Kontinuität der Leistungserbringung. Phase 4 schließlich befasst sich mit der Beendigung von Auslagerungen und mündet in die Verabschiedung von Ausstiegsprozessen.

"Nach unseren Erfahrungen ist ein solch strukturiertes Vorgehen nötig, um Effektivität Compliance im wichtigen Feld des Auslagerungsmanagements zu gewährleisten. Und das gilt durch die Novellierung der MaRisk AT 9 noch mehr als zuvor", betont Heinzelbecker.
(TME Institut für Vertrieb und Transformationsmanagement: ra)

eingetragen: 31.01.17
Home & Newsletterlauf: 21.02.17

TME Institut: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Buchhalter und Berufsausübung

    Vorbehaltsaufgaben der steuerberatenden Berufe hindern selbstständige Buchhalter an ihrer Berufsausübung. Darunter fällt auch das Verbot des Anfertigens der Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA). Dass das dem Grundrecht auf Berufsfreiheit widerspricht, geht aus einem vom Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) bereits 2015 in Auftrag gegebenen Gutachten hervor, das der Verband nun dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zukommen ließ. Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind gemäß Steuerberatungsgesetz (StBerG) ausschließlich steuerberatende Berufe wie Steuerberater und Rechtsanwälte befugt (§ 3 StBerG). Ausnahmen gelten bei mechanischen Arbeitsgängen (§ 6 Nr. 3 StBerG) sowie für selbstständige Buchhalter, denen nach Beschlüssen des BVerfG aus den 1980er Jahren (1 BvR 697/77, 1 BvR 807/80) das Buchen laufender Geschäftsvorfälle, die laufende Lohnabrechnung und das Fertigen von Lohnsteueranmeldungen (§ 6 N4. 4 StBerG) gestattet sind.

  • Was ist neu? Neuregelungen zum Januar 2018

    Der gesetzliche Mindestlohn gilt ab 1. Januar ausnahmslos für alle Branchen. Wer seine Heizung auf erneuerbare Energien umstellen möchte, muss den Förderantrag vor der Auftragsvergabe einreichen. Der gesetzliche Mutterschutz gilt nun auch für Schülerinnen und Studentinnen. Diese und andere Neuregelungen treten im Januar in Kraft.

  • Ab in den Reißwolf

    Pünktlich zum Jahresbeginn stehen viele Unternehmer wieder vor der Frage: Welche Unterlagen können eigentlich dem Reißwolf übergeben und welche Dateien unwiderruflich gelöscht werden? Grundsätzlich gilt, dass Geschäfts- oder Buchhaltungsunterlagen, egal ob elektronisch oder auf Papier, über einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt werden müssen. Die Aufbewahrungsfristen für Buchhaltungsunterlagen sind gesetzlich festgeschrieben und liegen zwischen sechs und zehn Jahren. Im Einzelnen bedeutet dies, dass Buchungsbelege, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen, Handels- und Geschäftsbücher, Aufzeichnungen, Arbeitsanweisungen und Organisationsunterlagen zehn Jahre und Handels- und Geschäftsbriefe sowie sonstige Unterlagen sechs Jahre archiviert werden müssen. Unterlagen wie Kalender oder Arbeits- und Fahrberichte dagegen sind nicht aufbewahrungspflichtig. Solche Papiere können nach eigenem Ermessen und bei Bedarf vernichtet werden.

  • Banken müssen mehr tun in Sachen Risikovorsorge

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 wurde durch Hypothekenkredite an Kunden mit schlechter Bonität ausgelöst. Zehn Jahre später tritt nun mit dem IFRS 9 ein neuer Standard in Kraft, der ersonnen wurde, um künftig ähnliche Katastrophen zu verhindern. Ab 1. Januar 2018 müssen Banken ihre Finanzinstrumente nach diesem neuen Standard klassifizieren und bewerten. In Kombination mit anderen gesetzlichen Anpassungen steigen die Offenlegungspflichten in qualitativer und quantitativer Hinsicht. "Das ist ein Cocktail an verschärfter Regulatorik, der die Kreditinstitute vor große Herausforderungen stellt", so Stefan Steinhoff, Partner der TME AG, einer Frankfurter Unternehmensberatung für Financial Services.

  • Volkswagen spielt auf Zeit

    Seit dem 15. September 2015 warten Millionen Volkswagen-Kunden auf eine freiwillige Entschädigung für Manipulationen an der Abgasreinigung ihrer Fahrzeuge durch den VW-Konzern. Geschädigte müssen ihre Ansprüche individuell vor Gericht einklagen - und dabei die Verjährungsfristen beachten. Einige Ansprüche verjähren Ende 2017. Da voraussichtlich weder 2017 noch 2018 die wichtigsten Ansprüche gegen VW höchstgerichtlich geklärt sein werden, fordert der vzbv eine Garantie von Volkswagen für alle Langzeitfolgen nach Umrüstungen sowie eine finanzielle Entschädigung als Geste der Entschuldigung bei den betroffenen Kunden.