- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Compliance beim E-Mail-Marketing


Gesetzgebung im E-Mail-Marketing: Das Wettbewerbs- und das Datenschutzrecht stellen die juristischen Rahmenbedingungen dar, sind jedoch noch nicht eindeutig und umfangreich genug
E-Mail-Marketing gesetzeskonform durchführen:
Ein Newsletter gilt stets als Werbung, daher darf der werbliche Zweck nicht verschleiert werden

(27.10.10) - E-Mail-Marketing ist die erfolgreichste Art des Direktmarketings. Auch wenn Marketing-Budgets generell gesenkt werden, wachsen die Investitionen in E-Mail-Marketing weiter. Auf einfache, schnelle und recht günstige Weise können auf diesem Wege ansprechende Kampagnen an eine Vielzahl von Empfängern gesendet werden. Der für 2009 prognostizierte ROI in Höhe von 43,52 US-Dollar macht E-Mails als Werbeform zum Chartstürmer.

Das Unternehmen GraphicMail erläutert im Folgenden die derzeitige Rechtslage beim E-Mail-Marketing:

"Die hohe Beliebtheit des E-Mail-Marketings erfordert aber auch immer mehr Regelungen und Gesetze, um zu verhindern, dass Werbung auf elektronischem Wege missbraucht wird und an Wert verliert. Das Wettbewerbs- und das Datenschutzrecht stellen die juristischen Rahmenbedingungen dar, sind jedoch noch nicht eindeutig und umfangreich genug. Neue Fälle vor Gericht stoßen immer wieder zu neuen Gesetzen an. Dies macht es schwer, klare Aussagen darüber zu treffen, wie man sich als E-Mail-Marketer richtig verhalten sollte.

Ein Newsletter gilt stets als Werbung, daher darf der werbliche Zweck nicht verschleiert werden. Die Versendung von Newslettern ist einfach, jedoch dürfen die Werbemails nicht einfach wahllos an eine Gruppe von Empfängern gesendet werden. Grundsätzlich ist es zulässig, eine werbliche E-Mail an jede Person zu versenden, jedoch muss der Interessent gemäß §7 Abs. 2 Nr. 2 UWG vorab seine ausdrückliche Einwilligung für den zukünftigen Empfang eines Newsletters geben.

Hintergrund ist der Schutz des Verbrauchers, der sich von ungebetenen Werbebotschaften in seinem Postfach belästigt fühlen könnten.

Für die Einwilligung sind zwei verschiedene Opt-in Regelungen bekannt, die mehr oder weniger empfehlenswert sind.

Beim
Confirmed Opt-in bekommt jeder neue Abonnent nach seiner Anmeldung eine Bestätigungs-E-Mail, welche die Information beinhaltet, dass er den Newsletter bestellt hat und sich damit einverstanden erklärt, den Newsletter zukünftig zu beziehen. Es ist zudem ratsam den Zeitpunkt der Datenregistrierung anzugeben und dem User eine sofortige Kündigungsmöglichkeit in Form eines Abmeldelinks einzuräumen.

Jedoch ist dieses Verfahren nicht das sicherste, da die E-Mail-Adresse des Abonnenten von jedem beliebigen User eingegeben werden kann und daher keine ausdrückliche Einwilligung des Abonnenten vorliegt. Es gab schon einige Gerichtsverfahren, in denen dies der Fall war und die Entscheidung zugunsten des Klagenden fiel.

Im Gegensatz zum Confirmed-Opt-In bekommt der User beim
Double-Opt-in nach seiner Anmeldung eine kurze Begrüßungsnachricht, die einen Bestätigungslink enthält, den der User klicken muss, um den Anmeldeprozess abzuschließen. Um Unklarheiten zu vermeiden, ist es ratsam, schon bei der Anmeldung auf die Vorgehensweise hinzuweisen. Bei diesem Verfahren können Sie sichergehen, dass der Abonnent die E-Mails auch wirklich erhalten möchte, da nur er den Bestätigungslink geklickt haben kann.

Auf diese aktive Einwilligung des Interessenten kann nach § 7 Abs. 3 UWG bei "bestehenden Geschäftbeziehungen" nur unter gewissen Umständen verzichtet werden. Voraussetzungen sind:

1. Die E-Mail-Adresse des Kunden wurde bereits bei einem früheren Kaufabschluss erhoben,

2. es werden Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens beworben,

3. der Kunde hat der Datenerhebung nicht im Vorfeld widersprochen,

4. es wird deutlich auf die kostenlose Widerrufsmöglichkeit hingewiesen.

Sind diese vier Bedingungen nicht zweifelsfrei geklärt, ist dringend davon abzuraten einen Newsletter zu versenden, da der Versender im Streitfall immer die Beweislast trägt.

Bei der Anmeldung neben der E-Mail-Adresse auch Name, Adresse oder andere Daten abzufragen, kann sehr sinnvoll sein, um mehr über seine Empfänger zu erfahren und Versendungen gezielter tätigen zu können. Jedoch schreibt das
Kopplungsverbot vor, dass der Erhalt von Informationen nicht an die Eingabe zusätzlicher Informationen gekoppelt sein darf. Dem Bundesdatenschutzgesetz zufolge dürfen zusätzliche Felder im Anmeldeformular also nur freiwillig und nicht obligatorisch sein.

Gesetzlich vorgeschrieben ist ebenso, dass jeder Newsletter eine Abbestellfunktion enthält, die gut sichtbar am besten im Footer des Newsletters platziert ist. In den meisten E-Mail Marketing Programmen kann ein Abbestelllink oder -button automatisch in alle Newsletter integriert werden. Das Programm übernimmt dann auch die Abonnentenverwaltung.

Außerdem muss der Newsletter nach §5 TMG ein Impressum mit Namen, Anschrift, Vertretungsberechtigten, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Handelsregister- und Steuernummer enthalten. Ein Link zum Impressum auf der Website genügt rechtlich leider nicht, da die E-Mail auch offline gelesen werden könnte.

So schnell wie sich auch die Möglichkeiten im Internet weiterentwickeln, wird sich auch die Gesetzeslage anpassen. Man muss also gespannt sein, was man in Zukunft noch alles beachten muss, wenn man das E-Mail-Marketing gesetzeskonform durchführen möchte."


(Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Gesetzeslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider.)
(GraphicMail: ra)

GraphicMail: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Was ändert sich für Anbieter von Online-Inhalten?

    Im Urlaub die Lieblingsserie weiterschauen oder die Musikplaylist auf Reisen abspielen - eine neue EU-Verordnung macht dies jetzt für viele Nutzer möglich. Wer in Deutschland kostenpflichtige Streamingdienste für etwa Musik, Videos oder auch Fernsehangebote abonniert hat, konnte seine Inhalte zumeist nur innerhalb Deutschlands abrufen. Das ändert sich ab dem 1. April 2018. Dann kann jeder Nutzer seinen abonnierten Online-Dienst ohne Zusatzgebühren für einen beschränkten Zeitraum auch im EU-Ausland nutzen - Bezahldienste sind dann verpflichtet, dies möglich zu machen. "Für Nutzer bedeutet diese Änderung einen großen Komfortgewinn", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung für Recht und Sicherheit. "Es darf keine Rolle spielen, ob ein Verbraucher aus Berlin, Rom oder Paris auf seine abonnierten Inhalte zugreift." Bitkom gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den neuen Regeln.

  • Prüfung von Google Assistant und Amazon Alexa

    Der Google Assistant, der Sprachassistent von Google, versteht so manches falsch: Das zeigt eine aktuelle technische Prüfung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale NRW. So reagiert er auch auf Begriffe, die dem Aktivierungswort ähnlich sind und auf starke Abwandlungen. Zudem hatte sich Google in der Vergangenheit offen gehalten, nach eigener Einschätzung Auskunftsanfragen von Nutzern zu gespeicherten Daten abzulehnen. Daher hat das Marktwächter-Team Google abgemahnt. Mit Erfolg: Die unzulässige Bestimmung wurde gestrichen. Neben Googles Sprachassistenten prüften die Marktwächter-Experten abermals Amazons Alexa. Auch in der aktuellen technischen Prüfung hat Amazons Alexa wieder auf Wörter reagiert, die dem Aktivierungswort ähneln. Dabei wurden dieses Mal Wörter gewählt, die nicht Teil des kürzlich veröffentlichten Marktwächter-Reaktions-Checks waren. So reagiert Amazons Sprachassistent etwa auch auf "Alexandra" (für "Alexa"), "Gecko" (für "Echo") und "Ham wa schon" (umgangssprachlich "Haben wir schon" statt "Amazon"). Und er kann sogar völlig willkürlich reagieren.

  • Kontoauszüge und ihre Aufbewahrung

    Viele Verbraucher nehmen sich jetzt einen "Frühjahrsputz" ihrer Finanz-Unterlagen vor. Eine wichtige Frage dabei ist jedes Jahr: Wie lange müssen Kontoauszüge eigentlich aufbewahrt werden? Die Antwort: Eine einheitliche Frist oder Verpflichtung für Verbraucher, Kontoauszüge aufzubewahren, gibt es nicht. Denn gesetzlich sind Privatpersonen nicht verpflichtet, Zahlungsbelege aufzubewahren. Eine Ausnahme sind Handwerker- oder Dienstleistungsrechnungen, die ein Grundstück betreffen. Diese Belege müssen generell zwei Jahre archiviert werden. Wer einen Gärtner oder eine Reinigungskraft als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen will, muss die entsprechenden Kontoauszüge mindestens so lange aufbewahren, bis der Steuerbescheid eingeht und die Einspruchsfrist abgelaufen ist.

  • Tückische Fragen beim Jobinterview

    Erste Hürde geschafft: Das persönliche Vorstellungsgespräch steht bevor. Obwohl sich Bewerber akribisch auf das Jobinterview mit dem Unternehmen vorbereiten, kommen oftmals tückische Fragen, die den Kandidaten aus der Bahn werfen. Mit diesen sogenannten Fangfragen testen Personaler die Reaktion des Bewerbers in Stresssituationen. Gleichzeitig dienen sie dazu, hinter vorab einstudierte Antworten zu blicken, um zu erkennen, welche Charaktereigenschaften Interessierte besitzen und welche Karriereziele sie verfolgen. "Dabei kommt es nicht auf die perfekte Antwort an, sondern vielmehr darauf, wie souverän und selbstsicher sich Bewerber aus der Situation befreien", weiß Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen und Gründer von OK-Training. Im Folgenden gibt der Experte typische Beispiele für passende Antwortmöglichkeiten auf kniffelige Fragen.

  • Wo flexible Abrechnungsmodelle helfen können

    Datenbanken und Datenbankmanagementsysteme (DBMS) gehören heute zu den Kernsystemen für fast jedes Unternehmen. Die Lizenz- und Supportkosten für diese Systeme sind jedoch nicht gerade Peanuts und verschärfen die ohnehin angespannte Budgetsituation in IT-Abteilungen zusätzlich. Auch die mit den Lizenzverträgen einhergehende Hersteller-Abhängigkeit ist für viele Anwender zu einem Ärgernis geworden: Allein unter Oracle-Kunden denkt laut DOAG jeder Dritte über eine Ablösung der Datenbank nach. TmaxSoft, Spezialist für Cloud-, Infrastruktur- und Legacy-Modernisierung, erläutert, worauf Entscheider beim Datenbank-Wechsel achten sollten und zeigt die Vorteile einer flexiblen Datenbank-Lizenzierung auf.