- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Die Tücken des P-Kontos


Inhaber eines P-Kontos zahlen mehr und müssen auf wichtige Zahlungsfunktionen verzichten
Banken bitten Verbraucher in Finanznot zur Kasse

(30.11.10) - Banken bieten das so genannte P-Konto überteuert an. Das zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift Ökotest. In mehr als der Hälfte der 159 untersuchten Fälle zahlen betroffene Verbraucher dafür im Schnitt monatlich fünf bis sechs Euro mehr als für ein normales Konto. Hinzu kommt: Fast immer müssen Kunden auf wichtige Zahlungsfunktionen verzichten.

Banken sind seit 1. Juli verpflichtet, das Konto ihrer Kunden auf Wunsch in ein pfändungsgeschütztes Konto umzuwandeln. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert eine gesetzliche Klarstellung. "Die Bundesjustizministerin muss aktiv werden. Verbraucher dürfen beim Umstieg auf ein P-Konto nicht mehr bezahlen als vorher", erklärt Vorstand Gerd Billen.

Dies entspricht auch dem Wunsch des Gesetzgebers: Der Rechtsausschuss des Bundestages hatte in seiner Beschlussempfehlung vom April 2009 klargestellt, der Preis für ein P-Konto dürfe "das für ein allgemeines Gehaltskonto Übliche nicht übersteigen". Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat diesen Sommer die Kreditwirtschaft ebenfalls aufgefordert, das neue P-Konto kostenfrei anzubieten oder zumindest "keine Aufschläge zur normalen Kontoführungsgebühr zu verlangen".

Und der Bundesgerichtshof entschied bereits 1999, dass Banken dem Kontoinhaber ihren Aufwand für Kontopfändungen nicht in Rechnung stellen dürfen.

Besondere Brisanz birgt die Tatsache, dass ab 2012 der herkömmliche Pfändungsschutz ausläuft. Danach ist jeder, der von einer Kontopfändung betroffen ist, auf ein P-Konto angewiesen. Ändert sich bis dahin nichts, verpflichtet der Staat seine klammen Bürger, besonders hohe Kontokosten zu bezahlen. Die Untersuchung von Ökotest zeigt, dass diese auch in den Gebühren für einzelne Buchungen versteckt werden.

P-Konto nur eingeschränkt nutzbar
Doch es sind nicht die Kosten allein: Nahezu alle P-Kontoinhaber müssen auf Dispositionskredit und Kreditkarte verzichten, nur sechs der untersuchten Banken bieten eine Prepaid-Kreditkarte an. Oft ist Online-Banking nicht mehr möglich. Sogar die Girocard (ehemals EC-Karte) wird in rund 23 Prozent aller Fälle gesperrt. Bargeld erhalten die Kunden dann nur noch am Bankschalter.

Haben sie ein Konto bei einer Direktbank, ist der Weg zum Bargeld womöglich völlig versperrt. Auch für den bargeldlosen Zahlungsverkehr ist die Karte häufig gesperrt. Ökotest deckte zudem Fälle auf, bei denen über ein P-Konto keine Daueraufträge möglich sind und Lastschriften nicht mehr ausgeführt werden. Der vzbv hat schon mehrere Kreditinstitute abgemahnt, weil sie durch hohe Kontokosten und fehlende Zahlungsfunktionen die Umwandlung in ein P-Konto erschweren.

Girokonto für jedermann
Der Markt wird das Problem nicht beheben. Denn Verbraucher in Finanznot können nicht einfach die Bank wechseln. Sie haben zwar einen Anspruch darauf, ihr bestehendes Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen. Einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto haben sie nicht. Bei der Ökotest-Untersuchung gaben nur 27 Institute an, auch für Neukunden ein P-Konto zu eröffnen. "Jeder sollte das Recht auf ein Girokonto mit Basisfunktionen haben. Die Bundesregierung muss dies gesetzlich verankern", fordert Billen. (Verbraucherzentrale Bundesverband: ra)

Verbraucherzentrale Bundesverband: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Kreditkarten: Zukünftig keine Extragebühren

    Im Vertrieb bedeuten Jahresneuanfänge vor allem eins: Stress. Über die Feiertage angehäufte Arbeit sowie neue herausfordernde Aufgaben nehmen oftmals alle zeitlichen Kapazitäten in Anspruch. Dass Verkäufer sich dann noch über die aktuelle Rechtslage auf dem Laufenden halten, ist fraglich. Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer aus Bremen und Gründer von OK-Training, fasst deswegen im Folgenden die wichtigsten Gesetzesänderungen für Vertriebsmitarbeiter zusammen: Fragen rund um Ausbau- und Entsorgungskosten bei defekten Geräten führten in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten. 2018 soll sich das ändern. Was der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof bereits vorschreiben, hält jetzt auch Paragraph 445a des Bürgerlichen Gesetzbuchs fest: Wenn ein Anbieter ein fehlerhaftes Produkt verkauft, muss er die beim Herausmontieren entstandenen Kosten tragen. Darüber hinaus schreibt Paragraph 475 Absatz 6 vor, dass Privatkunden in solch einer Situation vom Verkäufer einen Vorschuss des finanziellen Aufwands verlangen können. Beim B2B-Handel gilt dies allerdings nicht. Gewerbliche Kunden müssen den Ausbau zunächst selbst bezahlen und können erst später den Betrag zurückverlangen.

  • Datenformat sind EDIFACT-Nachrichten

    Seit Juni 2017 besteht eine grundsätzliche Verschlüsselungs- und Signierpflicht von EDIFACT-Dateien gemäß BSI-Richtlinien. Bis Ende Dezember galt eine Übergangsregelung, welche den Unternehmen für die Migration auf die neuen Verfahren mehr Zeit einräumte. Nun ist diese Übergangszeit vorüber und es gibt Neuigkeiten zu den Algorithmen bei S/MIME und Zertifikaten. "Die Bundesnetzagentur hat ihre "Regelungen zum Übertragungsweg" im Dezember überarbeitet. Ursprünglich sollten bereits ab Januar 2018 alle ausgestellten Zertifikate das Signaturverfahren RSASSA-PSS nutzen. Da jedoch nicht genügend vertrauenswürdige öffentliche Zertifizierungsstellen gefunden werden konnten, die Zertifikate mit diesem Signaturverfahren anbieten, müssen erst alle ab 1. Januar 2019 ausgestellten Zertifikate zwingend mit RSASSA-PSS signiert sein", weist Christian Heutger, IT-Sicherheitsexperte, hin.

  • Kontoauszüge regelmäßig überprüfen

    Jede zweite bargeldlose Zahlung in Deutschland ist eine Lastschrift. Im Schnitt sind es mehr als 300 Lastschriften pro Sekunde, die ausgeführt werden. Lastschriften sind besonders beliebt für regelmäßige Zahlungen - Miete, Strom oder der Beitrag fürs Fitnessstudio: viele regelmäßige Rechnungsbeträge werden vom Gläubiger (z.B. dem Vermieter) vom Konto abgebucht, wenn der Kunde dem Gläubiger hierfür vorab seine Einwilligung mit einem "SEPA-Lastschriftmandat" gegeben hat.

  • Penetrationstest ist nicht gleich Penetrationstest

    Oftmals werden automatisierte Sicherheitsprüfungen als Penetrationstests bezeichnet. Blue Frost Security zeigt, was einen echten Penetrationstest ausmacht und was das so genannte "Redteam-Testing" bedeutet. Je nach Anwendungsfall sind entweder Teile oder der gesamte Umfang des Testszenarios erforderlich. Penetrationstests sind simulierte Angriffe auf ein Netzwerk, System oder eine Anwendung, um den Status-quo der IT-Sicherheit im Unternehmen festzustellen. Ziel ist die Identifizierung von Schwachstellen bzw. Sicherheitslücken und die Optimierung der IT/TK-Infrastruktur. Ein automatisierter Sicherheitsscan wird oft als Penetrationstest deklariert, ist aber keiner. Blue Frost Security hat die fünf Stufen eines professionellen Penetrationstests zusammengefasst.

  • Umgang mit Informationssicherheitssystemen

    Schlanker, schneller, praxisorientierter: So sieht das neue IT-Grundschutz-Kompendium des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus. Im Februar 2018 wird die zweite Edition veröffentlicht, um die erste Lieferung von November 2017 zu ergänzen. Tatjana Brozat, Referentin der TÜV Nord Akademie und Inhaberin von x-net-training & solutions, beantwortet die wichtigsten Fragen und erklärt, was Unternehmen schon jetzt tun können.