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Gegengewicht zu Basel II: Mikrofinanzfonds


Abseits von Basel II: So kommt der Kleine Mittelstand an günstige Kredite - KfW Mittelstandsbank federt Kreditausfallrisiko ab
Die KfW Mittelstandsbank hat in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und der GLS Bank den "Mikrofinanzfonds Deutschland" aufgesetzt

(02.02.07) - Die KfW Mittelstandsbank ruft die KfW-Initiative ''Kleiner Mittelstand'' ins Leben. Gründer und kleine Unternehmer schaffen viele Arbeitsplätze, haben aber immer noch Probleme (Stichwort: Basel II-Rating) für ihre Investitionen Kredite zu erhalten. Die KfW Mittelstandsbank will mit dieser Initiative mittelständische Unternehmen noch stärker unterstützen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

Die KfW-Initiative ''Kleiner Mittelstand'' besteht aus sechs Elementen:

1. Die KfW Mittelstandsbank hat in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und der GLS Bank den "Mikrofinanzfonds Deutschland" aufgesetzt. Er übernimmt das Kreditausfallrisiko ganz kleiner Investitionsvorhaben, die ein Berater zuvor prüfen und begleiten muss; teilweise muss er auch die Haftung übernehmen.

2. Unter dem Arbeitsnamen "ProStart" werden die beiden Programme "StartGeld" und "Mikrodarlehen" für Gründer und junge Unternehmer zusammengefasst und entscheidend verbessert. Statt wie bisher zu 80 Prozent will die KfW Mittelstandsbank die durchleitenden Banken komplett von ihrem Risiko befreien. Da die Einführung von ProStart für Anfang 2008 geplant ist, hat KfW Mittelstandsbank die Zinssätze in den bestehenden Programmen StartGeld und Mikrodarlehen zu Jahresbeginn erheblich gesenkt, um bereits jetzt eine deutliche Verbesserung zu bieten.

3. Die Bearbeitungskosten von Banken und Sparkassen für kleinteilige Kredite sollen reduziert werden. Daher arbeitet KfW Mittelstandsbank derzeit intensiv an einem neuen, standardisierten, schlanken Kreditprodukt für kleine, etablierte Mittelständler. Zur Umsetzung dieses KfW-Standardkredites ist die KfW Mittelstandsbank mit verschiedenen Banken im Gespräch. Mit der DZ Bank und dem VR Kreditwerk wird die KfW Mittelstandsbank ein Pilotprojekt auf den Weg bringen.

4. Zu Beginn des Jahres hat die KfW Mittelstandsbank das KfW-Genussrechtsprogramm auf den Markt gebracht. Das Programm zeichnet sich dadurch aus, dass das Genussrechtskapital in der Bilanz als Eigenkapital ausgewiesen wird, die Zinsen jedoch steuerlich als Betriebsaufwand geltend gemacht werden können. Die KfW Mittelstandsbank bietet es über Beteiligungsgesellschaften kleineren mittelständischen Unternehmen zur Verbesserung ihrer Eigenkapitalausstattung an.

5. Die KfW Mittelstandsbank wird den Kreditinstituten verstärkt als Risikopartner zur Verfügung stehen und so ihre Bereitschaft zur Kreditvergabe an Mittelständler erhöhen. Deshalb wird die KfW Mittelstandsbank voraussichtlich ab April im KfW-Unternehmerkredit den Banken anbieten, 50 Prozent des Ausfallrisikos für Kredite an Unternehmen zu übernehmen, die mindestens zwei Jahre existieren.

6. Erfolgreich können diese Instrumente aber nur sein, wenn sie richtig eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass gerade für den kleinen Mittelstand Beratung genauso wichtig ist wie Finanzierung. Um das Beratungsangebot (etwa GründerCoaching, Runde Tische, "nexxt-change", "startothek", "Turn-around-Beratung) zu stärken, hat die KfW Mittelstandsbank daher im Oktober vergangenen Jahres einen eigenen Bereich ''Information und Beratung'' etabliert.

Mikrofinanzfonds Deutschland unterstützt Kleinstgründer und junge Unternehmen mit geringem Kreditbedarf

Gründer und junge Unternehmen mit geringem Kapitalbedarf können künftig auf ein innovatives Förderinstrument zurückgreifen: Der neue Mikrofinanzfonds Deutschland soll ihnen einen besseren Zugang zu kleinvolumigen Darlehen ermöglichen. Initiatoren sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die GLS Bank sowie die KfW Bankengruppe. Der Fonds umfasst zunächst ein Volumen von insgesamt 2 Mio. Euro, jeder Projektpartner ist mit 500.000 Euro engagiert.

Innovativ ist der Mikrofinanzfonds aufgrund seiner besonderen Struktur: Er arbeitet wie ein Garantiefonds und nimmt Banken, die an Existenzgründer und junge Unternehmen Mikrokredite von bis zu 10.000 Euro mit kurzen Laufzeiten (ca. zwei Jahre) vergeben, das Kreditausfallrisiko vollständig ab. Die Vergabe eines Kleinstkredits wird dabei eng mit der Gründungs- und Unternehmensberatung verknüpft. Dazu bindet der Fonds bestehende private und öffentliche Beratungseinrichtungen ein. Diese müssen zuvor beim Deutschen Mikrofinanz Institut einen Akkreditierungsprozess durchlaufen.

Die Betreuung durch einen qualifizierten Mikrofinanzierer sorgt dafür, dass Erfolg versprechende Geschäftsideen identifiziert und den kooperierenden Banken zur Kreditvergabe empfohlen werden. Ferner muss sich die Beratungseinrichtung am Ausfallrisiko des Kredites beteiligen. Sie übernimmt 20 Prozent der Haftung der von ihr empfohlenen Mikrokredite. Deshalb hat sie ein wirtschaftliches Interesse, nur aussichtsreiche Fälle zu vermitteln. Gleichzeitig reduzieren sich durch die Beteiligung von Beratungseinrichtungen die Kosten der Kreditbearbeitung bei der Bank, da sie bei der Kreditvergabe, der laufenden Betreuung sowie der eventuellen Schadensverfolgung eingebunden sind.

Hier finden Sie die Adressen der akkreditierten Mikrofinanzierer sowie weitere Informationen zum Fonds.
(KfW Mittelstandsbank: ra)

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

  • Bekämpfung & Aufklärung von Kriminalität

    Vertreter der ISPA, des Bundesministeriums für Inneres, der TU Wien und eines heimischen Providers stellten im Dezember letzten Jahres der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag das österreichische Modell für eine sichere und transparent nachvollziehbare Übermittlung von Daten zwischen Providern und der Exekutive vor. Die erarbeitete Lösung könnte sich als Vorzeigemodell für den Einsatz in anderen europäischen Staaten durchsetzen. Das Hauptziel der ISPA, der Interessenvertretung der österreichischen Internetwirtschaft, ist die Förderung des Internets. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der Bekämpfung und Aufklärung von Kriminalität, die im Internet oder durch Verwendung digitaler Kommunikation entsteht. "Speziell bei Delikten, die es in dieser Art in der analogen Welt nicht gab, macht es Sinn, wenn sich die Strafverfolgungsbehörden und die Internetindustrie an einen Tisch setzen, um die neuen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern", erläutert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA.