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MiFID I-Repetitorium: Konsequenzen beachten

Bis November muss die MiFID-Richtlinie umgesetzt sein – Viele österreichische Finanzdienstleistungsunternehmen beschäftigen sich zu wenig mit den Konsequenzen
MiFID muss konkret auf das Geschäft der Bank und auf die Systemlandschaft umgesetzt werden - Als Thema betrifft MiFID unter anderem den Vertrieb, Compliance und Revision

Jochen Borenich:
Jochen Borenich: Starke Auswirkungen von MiFID auf die IT, Bild T-Systems Austraia

(10.05.07) - Ein Gespenst geht um in der europäischen Bankenlandschaft – könnte man fast sagen. Der Name des Zeitgenossen ist MiFID und steht für die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente. Im Aktionsplan der Europäischen Kommission für Finanzdienstleistungen (FSAP) nimmt die MiFID-Richtlinie eine recht mächtige Position ein. Das ist nicht verwunderlich: Durch sie soll ein umfassender Rechtsrahmen für die systematische Ausführung von Anlegeraufträgen durch Börsen und Finanzdienstleister geschaffen werden. Der Benefit des Kunden ist eine verstärkte Transparenz aller Abläufe, die Offenlegung von Provisionen und letztlich die Neuordnung der Beziehung zwischen Anleger und Finanzdienstleister.

Was da auf die Banken und Finanzdienstleister zukommt, hat weitreichende Konsequenzen, die in der IT-Struktur der Unternehmen ihren Niederschlag finden müssen. MiFID hat zwar "nicht die Dimensionen von Basel II, aber man darf das Thema trotzdem nicht leichtfertig sehen und muss rechtzeitig die nötigen IT-Adaptionen veranlassen", erklärt Jochen Borenich, Mitglied der Geschäftsleitung von T-Systems Austria. Noch handelt es sich bei MiFID nur um eine Richtlinie – die allerdings mit 1. November 2007 in nationales Recht umgesetzt sein muss.

Kombinierte Kompetenz
T-Systems versteht sich als Know-how-Führer, der "bankfachliche Kompetenz mit Technologiekompetenz hervorragend kombinieren kann", sagt Jochen Borenich, der die Bedeutung des Finanzbereichs betont: allein 22,6 Prozent der österreichischen IT-Ausgaben entfallen auf ihn. Die angesprochene Kompetenz hat sich T-Systems in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die Akquisition der Wertpapieranwendung GEOS erworben, die am heimischen Markt (mit Ausnahme der Sparkassen) bei fast allen Großbanken eingesetzt wird.

Diese Kenntnis der relevanten Geschäftsprozesse "ist unser Vorteil bei der Umsetzung von MiFID", erklärt Thomas Szerencsics, Leiter der Financial Services Consulting-Abteilung von T-Systems Austria. "MiFID muss konkret auf das Geschäft der Bank und auf die Systemlandschaft umgesetzt werden. Als Thema betrifft es unter anderem den Vertrieb (insbesondere Anlageberatung), Compliance und Revision." Notwendig ist vor allem eine genaue Analyse der Prozesse und Verfahren. Bei den österreichischen Banken werden Betrieb, Wartung oder zum Teil auch ganze Geschäftsprozesse ausgelagert.

"Hier bietet T-Systems beispielsweise ein umfassendes Application Lifecycle Management an", sagt Szerencsics, wobei die Services mehrere Bereiche abdecken, wie beispielsweise Backoffice Anwendungen, Kernbankensysteme, Content-Management über Business-Intelligence und Risk-Management bis zu Legacy/Host-Systemen. Bei T-Systems sind international mehr als 10.000 Personen im Bereich der Systemintegration tätig – und in Wien befindet sich am T-Systems Firmenstandort im T-Center am Rennweg eines der modernsten Rechenzentren Europas.

Auswirkungen werden unterschätzt
"Die Auswirkungen von MiFID auf die IT werden oft unterschätzt", sagt Jochen Borenich. "Viele Finanzdienstleistungsunternehmen haben dem Thema bisher zu wenig Beachtung geschenkt – oder es unzureichend in der Budgetplanung berücksichtigt." Die geschätzten Kosten einer MFID-Umsetzung sind allerdings sehr wohl berücksichtigungswürdig: sie reichen bis zu 40 Milliarden Euro europaweit (laut PPI Consulting).

Mit Weitblick integrieren
"Man darf an MiFID nicht isoliert herangehen. Die gesamte Infrastruktur muss auf MiFID ausgerichtet werden." Hier sieht Borenich die Kernkompetenz von T-Systems: "Wir kennen nicht nur die Geschäftsprozesse einer Bank – wir kennen sehr viele und haben daher das Know-how, diese effizient neu zu ordnen und zu gestalten." Durch Erfahrung, Methodik und Struktur kommt es zu einer klaren Vorstellung, was im jeweiligen Unternehmen zu tun ist, um MiFID umzusetzen – und welche Leistungen von Außen hinzugezogen werden.

Bedarf evaluieren
"Unterschiedliche Unternehmen benötigen unterschiedliche Lösungen", sagt Borenich. "Man muss zunächst genau den aktuellen Stand der vorhandenen IT erfassen und den Bedarf evaluieren. Danach müssen die notwendigen Geschäftsprozesse neu definiert werden" – wobei MiFID auch Wünsche an die vorhandenen Ressourcen stellt. So müssen Transaktionsdaten beispielsweise fünf Jahre archiviert werden, und die IT muss alle Daten in Echtzeit aufzeichnen und abbilden können. "T-Systems hat die notwendige Kompetenz und das Know-how, die Umsetzung von MiFID für unsere Kunden so optimal und effizient wie möglich zu gestalten. Das geht nur, wie bereits angesprochen, wenn man das Kerngeschäft des jeweiligen Finanzdienstleisters und die damit verbundenen Prozesse sehr genau kennt. Das ist ein Vorteil von T-Systems – und nicht zuletzt die mit GEOS etablierte Präsenz."

MiFID-Facts
MiFID steht für "Markets in Financial Instruments Directive", zu Deutsch Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente. Die für Anlagekunden im Wesentlichen positiven Auswirkungen bedeuten für Banken, Börsen und andere Finanzdienstleister jedoch erhebliche Mehraufwände, die eine erhebliche Umstrukturierung der bankinternen Prozesse bewirken können.

Im Kern führt MiFID zu mehr Transparenz gegenüber dem Kunden, die Offenlegung von Provisionen, die Berücksichtigung von Einkommen, Beruf und Bildungsstand der Kunden, eine umfassende Informations- und Warnpflicht sowie die Ausführung von Aufträgen nach dem "Best Execution"-Prinzip. Dazu gehört auch die umfassende Information der Kunden über Wertpapiertransaktionen, einschließlich aller entlang der Prozesskette entstandenen Kosten für Handel und Abwicklung.

Laut einer europaweit durchgeführten Studie liegt der Anteil vollautomatisierter Prozesse in Bankhäusern bei durchschnittlich 50 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist auch die MiFID-Implementierung zu betrachten, da er Anlass einer weitreichenden Automatisierung der Bankenprozesse sein kann.

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(T-Systems Austria: ra)