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Wie läuft Wirtschaftsspionage ab?


Für "Spione" können alle denkbaren Informationen eines Unternehmens interessant sein
Besonders gefährdet sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Kundendaten, Personaldaten und Know-how in der Fertigung und Produktion


(11.11.11) - 74 Prozent der Fälle von Wirtschaftsspionage gehen laut einer aktuellen Studie der KPMG auf mangelhafte interne Kontrollen zurück. "Exklusive Einblicke in die Praxis der Wirtschaftsspionage" gab es auf einer Iron Mountain-Unternehmensveranstaltung Ende Oktober in Frankfurt. Als Experten diskutierten Klaus Dieter Matschke, einer der renommiertesten deutschen Ermittler und Berater für Unternehmenssicherheit, der Leiter des Referats Spionageabwehr / Wirtschaftsschutz beim Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Walter Opfermann, sowie Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland über das Thema. Neben den Methoden, die Mitarbeiter, Konkurrenten oder Geheimdienste einsetzen, um an fremde Daten oder Know-how zu gelangen, stand dabei auch der Schutz gegen Wirtschaftsspionage im Fokus der Veranstaltung.

Immer mehr Unternehmen sind von Wirtschaftsspionage betroffen. Der dabei entstehende Schaden ist immens und in vielen Fällen existenzgefährdend. Nach der SiFo-Studie der Steinbeis-Hochschule 2009/10 war 2009 bereits jedes sechste Unternehmen von Daten- oder Know-how-Diebstahl betroffen. Bei den forschungsintensiven Unternehmen wurde sogar jedes vierte Unternehmen Opfer. Dabei handelt es sich nur um die dokumentierten Fälle. Um Imageschäden zu vermeiden, werden viele Fälle nicht publik gemacht.

Für "Spione" können dabei alle denkbaren Informationen eines Unternehmens interessant sein. Besonders gefährdet sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Kundendaten, Personaldaten und Know-how in der Fertigung und Produktion. Durch die zunehmende Vernetzung in Zeiten des Internets sind sprachliche, räumliche oder geografische Hürden kaum noch vorhanden. Auch bei den Methoden zur Wirtschaftsspionage sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sie reichen vom Einsatz von professionellen Spionen, Hackern, Trojanern oder Lauschangriffen über das gezielte Einschleusen von Mitarbeitern in fremde Firmen bis hin zum Wühlen im Müll eines Unternehmens.

Risiko eigener Mitarbeiter
In 70 Prozent der Fälle (Quelle: SiFo-Studie 2009/10 der Steinbeis-Hochschule Berlin) kommen die Täter aus den Reihen des betroffenen Unternehmens selbst. Die Gründe dafür sind vielfältig: Häufig reicht es aus, dass ein einzelner Mitarbeiter unzufrieden ist und Informationen an die Konkurrenz weiterleitet. In drei Viertel der Fälle (Quelle: KPMG-Studie zu Wirtschaftskriminalität, 2011) konnten sich die Täter dabei mangelhafte interne Kontrollen zunutze machen. Das überrascht nicht, treffen doch nur 58 Prozent (Quelle: SiFo-Studie 2009/10 der Steinbeis-Hochschule Berlin) der forschungsintensiven und lediglich ein Drittel (Quelle: SiFo-Studie 2009/10 der Steinbeis-Hochschule Berlin) der anderen Unternehmen umfangreiche Schutzvorkehrungen für ihre geschäftskritischen Daten. Dem Thema "Wirtschaftsspionage" wird nach wie vor zu wenig Bedeutung beigemessen und das, obwohl sich 43 Prozent der Unternehmen (Quelle: Universität Texas) nicht mehr von einem schweren Datenverlust erholen. Besonders gefährdet sind nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen. Viele Mittelständler gehen fälschlicherweise davon aus, dass ihre Daten und ihr Know-how für andere Unternehmen uninteressant seien.

Schutzmöglichkeiten
Absoluten Schutz gegen Wirtschaftsspionage gibt es nicht. Wichtig ist es, dass Unternehmen sich mit den Gefahren auseinandersetzen. Das Thema sollte deshalb in den Zuständigkeitsbereich des Top-Managements fallen. Darüber hinaus empfiehlt sich die Unterstützung durch einen externen Dienstleister, der sich auf den Schutz von Informationen spezialisiert hat.

Denn der Schutz von Daten ist eine umfangreiche Aufgabe, der eine klare Strategie zugrunde liegen muss:

>> Analyse der eigenen Daten:
Nicht alle Informationen sind für dritte gleich wertvoll. Unternehmen sollten einen besonderen Fokus auf den Schutz ihrer geschäftskritischen Daten legen.

>> Notfallplan für den Fall eines schweren Datenverlusts: Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie auch in diesem Fall schnellen Zugang zu ihren geschäftskritischen Daten haben, um den laufenden Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

>> Ausgewogene Schutzmaßnahmen und feste Regeln: Dabei geht es nicht um übertriebene Überwachung oder Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern. In vielen Unternehmen fehlen schlicht klare Regeln für den Umgang mit Unternehmensinformationen. Beispielsweise ist nur in wenigen Unternehmen die Social-Media Nutzung der Mitarbeiter geregelt. Auch für den Umgang mit mobilen Geräten gibt es häufig keine Guidelines, obwohl viele Mitarbeiter diese sowohl privat als auch dienstlich nutzen.

>> Sensibilität in der Belegschaft schaffen: Viele Mitarbeiter sind sich der Gefahr nicht bewusst. Geschäftsreisende plaudern beispielsweise gerne für Mitreisende gut hörbar über geschäftkritische Informationen ihres Unternehmens.

"Ein Großteil der Unternehmen hat beim Schutz vor Wirtschaftsspionage Nachholbedarf. Dabei kann ein externer Dienstleister bei der Implementierung geeigneter Maßnahmen helfen. Ob Großunternehmen oder KMU – Unternehmen jeder Größe profitieren sofort von höchsten Sicherheitsstandards, die sie eigenständig nicht oder nur mit höchstem Aufwand gewährleisten können," sagt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland. (Iron Mountain: ra)

Iron Mountain: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Europäische Kommission

  • Unterstützung aus dem Globalisierungsfonds

    Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, für Belgien 4,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bereitzustellen. Mit diesem Geld soll den knapp 2300 ehemaligen Beschäftigten von Caterpillar Solar Gosselies und mehreren Zulieferern bei der Arbeitsuche unter die Arme gegriffen werden. Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, äußerte sich hierzu wie folgt: "Mit den 4,6 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds können wir den entlassenen Arbeitskräften dabei helfen, eine neue Stelle oder einen besseren Arbeitsplatz zu finden. Gleich bei Ankündigung der Schließung von Caterpillar Gosselies im Jahr 2016 haben wir unverzüglich gehandelt und die belgischen und wallonischen Behörden dabei unterstützt, die verheerenden Konsequenzen für viele der entlassenen Arbeitskräfte so weit wie möglich abzumildern. Dazu haben wir sie beraten, wie alle zur Verfügung stehenden EU-Instrumente in Anspruch genommen werden könnten, u. a. auch der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung. In schweren Zeiten müssen wir Solidarität zeigen und sicherstellen, dass niemand den Anschluss verliert. "

  • Zugang zu Online-Inhaltediensten

    Europäer, die in ihrem Heimatmitgliedstaat Filme, Sportsendungen, Musik, e-Bücher oder Spiele abonniert haben, sollen auch auf Reisen oder bei vorübergehenden Aufenthalten in anderen EU-Ländern auf diese Inhalte zugreifen können. Die Verordnung trat am 1. April 2018 in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft. Wem nützen die neuen Vorschriften? Verbraucher, die in der EU leben: Dank der neuen Vorschriften werden sie auf Reisen oder bei vorübergehenden Aufenthalten in anderen EU-Ländern Filme oder Sportveranstaltungen anschauen, Musik hören, e-Bücher herunterladen oder online spielen können.

  • Steuervermeidung auf globaler Ebene

    Die Europäische Kommission kommt ihrer Zusage nach, die gemeinsame EU-Liste der nicht kooperativen Steuergebiete mit wirksamen Maßnahmen zu unterlegen. Die angenommenen Leitlinien sind der erste Schritt, um die Weiterleitung von EU-Mitteln über nicht kooperative Steuergebiete zu unterbinden. Sie sollen gewährleisten, dass EU-Mittel nicht versehentlich zur globalen Steuervermeidung beitragen. Mit den Leitlinien soll insbesondere dafür gesorgt werden, dass EU-Mittel für externe Entwicklung und Investitionen nicht über Einrichtungen in Ländern weitergeleitet werden können, die auf der gemeinsamen EU-Liste stehen. Die Liste wurde erstmals im Dezember 2017 vereinbart und veröffentlicht. Sie wird regelmäßig aktualisiert.

  • Besteuerung der digitalen Wirtschaft

    Die Europäische Kommission hat neue Vorschriften vorgeschlagen, die sicherstellen sollen, dass digitale Geschäftstätigkeiten in der EU auf faire und wachstumsfreundliche Weise besteuert werden. Durch diese Maßnahmen würde die EU eine weltweite Vorreiterrolle bei der Konzeption von Steuergesetzen übernehmen, die der modernen Wirtschaft und dem digitalen Zeitalter gerecht werden. Der jüngste Boom bei Digitalunternehmen wie Social Media-Unternehmen, Kooperationsplattformen und Anbietern von Online-Inhalten hat maßgeblich zum Wirtschaftswachstum in der EU beigetragen. Die derzeitigen Steuervorschriften wurden jedoch nicht für solche weltweit tätigen oder online tätigen Unternehmen konzipiert, die nur eine geringe oder gar keine physische Präsenz aufweisen.

  • Möglichst hohe Gewinne mit Absprachen erzielen

    Die Europäische Kommission hat gegen Elna, Hitachi Chemical, Holy Stone, Matsuo, NEC Tokin, Nichicon, Nippon Chemi-Con und Rubycon Geldbußen in Höhe von insgesamt 253.935.000 EUR verhängt. Die Unternehmen, zusammen mit dem Kronzeugen Sanyo, beteiligten sich an einem weltweiten Kartell für die Lieferung von Aluminium- und Tantal-Elektrolytkondensatoren im Zeitraum von 1998 bis 2012. Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: "Kondensatoren sind ein wesentlicher Bestandteil fast aller Elektronikprodukte. Sie sind sowohl in Smartphones und Haushaltsgeräten als auch beispielsweise in elektronischen Systemen in Autos und in Windturbinen enthalten. Die neun Unternehmen, gegen die wir Geldbußen verhängen, haben Absprachen getroffen, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Den Schaden dürften nicht nur Herstellerfirmen, sondern auch die Verbraucher getragen haben. Unser Beschluss ist erneut ein klares Zeichen dafür, dass wir wettbewerbswidriges Verhalten, das den Verbrauchern in Europa schadet, nicht dulden werden - und zwar auch dann nicht, wenn die schädlichen Kontakte außerhalb Europas stattfinden."