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Warnung vor "Behavioural Targeting"


Die bayerische Verbraucherministerin Dr. Beate Merk Merk warnt die Verbraucher vor den Folgen zielgerichteter Onlinewerbung
"Im Internet bleibt kein Klick unbemerkt. Das Surfverhalten der Internetnutzer wird systematisch aufgezeichnet und zu Werbezwecken ausgenutzt"


(27.07.09) - Bayerns Verbraucherministerin Dr. Beate Merk mahnt die Bürgerinnen und Bürger, sorgfältig auf ihre Daten im Netz zu achten: "Im Internet bleibt kein Klick unbemerkt. Das Surfverhalten der Internetnutzer wird systematisch aufgezeichnet und zu Werbezwecken ausgenutzt."

Behavioural Targeting nennt die Werbewirtschaft das Marketinginstrument, mit dem das Surfverhalten der Nutzer ausgewertet und für die gezielte Einblendung von zugeschnittener Werbung verwendet wird. Für den Verbraucher klingt es auf den ersten Blick attraktiv, zum Beispiel als Nichtraucher keine Werbung für Nikotinpflaster zu erhalten. Doch Voraussetzung dieser zielgerichteten Onlinewerbung ist eine systematische Aufzeichnung des Surfverhaltens durch das Setzen von sogenannten Cookies.

Durch Cookies kann ausgewertet werden, auf welchen Internetseiten sich der Internetnutzer aufhält und auf was er klickt. Die dadurch ermittelten Interessen werden gespeichert und für die Werbung genutzt. Der Internetnutzer bemerkt die Aufzeichnung seines Surfverhaltens nicht. Dazu sagte Merk: "Behavioural Targeting kann gegen Datenschutzrecht verstoßen, wenn personenbezogene Daten gespeichert, verarbeitet oder genutzt werden. Dass dem Nutzer dann Widerspruchsrechte zustehen, hilft aber nur wenig. Meistens weiß der Nutzer ja gar nicht, welche Daten über ihn bei welchem Unternehmen gesammelt sind."

Die Ministerin empfiehlt den Verbrauchern daher, dem Behavioural Targeting aktiv entgegenzuwirken. In den gängigen Internetbrowsern kann der Internetnutzer zum Beispiel einstellen, dass er jedem Cookie separat zustimmen muss ("aktives Akzeptieren"). Man kann Cookies auch manuell löschen oder ein automatisches Löschen der Cookies bei Beendigung des Browsers einstellen. Welche Einstellungen konkret möglich sind, hängt vom verwendeten Internetbrowser ab.

Da Cookies das Surfverhalten nicht nur zu Werbezwecken aufzeichnen, sondern auch Einstellungen speichern, hat die Löschung von Cookies allerdings auch zur Folge, dass die auf der Internetseite vorgenommenen Einstellungen gelöscht werden. Bei einem neuen Besuch der Internetseite müssen dann zum Beispiel persönliche Angaben erneut eingegeben, Waren wieder in den Warenkorb gelegt oder die gewünschte Sprache erneut gewählt werden. Dazu Merk: "Pure Bequemlichkeit ist hier ein schlechter Ratgeber. Wer sich freiwillig zum gläsernen Internetsurfer macht, zahlt einen hohen Preis für eine Handvoll ersparte Tastendrucke." (Bayerisches Justizministerium: ra)

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Meldungen: Markt / Hintergrund

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    Zwei Gesetzesvorgaben drängen derzeit die Chefetagen, sich mit dem Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) trat am 25. Mai 2018 in Kraft und stärkt die Datenschutzrechte von Privatpersonen. Die Verschlüsselung personenbezogener Daten ist durch sie EU-weit gesetzliche Pflicht geworden. Empfindliche Bußgelder, gepaart mit der hohen Chance, dass Verstöße gegen die EU DSGVO tatsächlich auffallen, sorgen dafür, dass Unternehmen sich zunehmend um die Wahrung ihrer Compliance sorgen. Bereits 2016, zwei Jahre vor Inkrafttreten der EU DSGVO, wurde die Know-how-Schutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung der Binnenwirtschaft veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, im EU-Raum einheitliche Schutzregeln für Geschäftsgeheimnisse zu schaffen. In Deutschland wurden die Vorgaben am 21. März 2019 im Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) als neues Stammgesetz verabschiedet. Jetzt müssen Geschäftsgeheimnisse, um rechtlich als solche zu gelten, nachweisbar von den Unternehmen geschützt werden. Wer sensible Daten unverschlüsselt versendet, bleibt ohne gesetzlichen Schutz, wenn Geschäftsgeheimnisse beim Datenversand abgefangen und von anderen genutzt werden.

  • Verwendung der personenbezogenen Daten

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