- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Google und alternative Suchmaschinen


Suchmaschinen-Vergleich: Big Brother gegen Datenschutz
Persönlichkeitsrechte deutlich besser schützen - Stehen die Server in der Schweiz, ist die NSA ausgesperrt

(26.11.14) - Der Markt für Suchmaschinen wächst – es gibt etliche Alternativen zu Google, die gleichwertige Ergebnisse bei höherem Datenschutz bieten. Grund genug für die Software-Initiative Deutschland e.V. eine Untersuchung über einige Suchmaschinen neben Google durchzuführen. Unter den mehr als zehn Suchmaschinen der Welt wurden sechs multinationale Alternativen – Google, Yahoo, Bing sowie Swisscows, IxQuick und DuckDuckGo verglichen. Zu dem Katalog mit sieben Kriterien zählen die Neutralität der Suchergebnisse gegenüber buchbaren Werbe- und anderen Optimierungsmaßnahmen (bspw. Google AdWords), der Standort der Server, mögliche Nähe zu Geheimdiensten und das Profiling der Nutzer sowie das Setzen von werbetreibenden Cookies. Mit einem Marktanteil in Deutschland von mehr als 90 Prozent ist Google unbestreitbar aktuell der "Goliath" im Markt, so die SID.

Ebenfalls USA: Bing und Yahoo
In den USA verfügen Bing und Yahoo über höhere Marktanteile als in Deutschland. Beide verwerten jedoch auch Nutzerdaten und müssen diese auch im Zweifel den Behörden zur Verfügung stellen. Einen praktikablen Umweg gehen DuckDuckGo und Swisscows. DuckduckGo nutzt den Suchindex von Yandex, der jedoch vor allem in deutscher Sprache sehr schwach ist. Swisscows nutzt den Suchindex von Bing, die Suchanfrage wird jedoch anonymisiert durchgeführt. Sowohl Swisscows, IxQuick wie auch DuckDuckGo speichern keine IP-Adresse und setzen auch keine Cookies, die eine Platzierung von Werbung zum Ziel haben. S

Swisscows und IxQuick verschlüsseln zusätzlich alle Suchanfragen mit SSL, um auch in lokalen Netzwerken keine Spuren zu hinterlassen. Ein Teil der Server von IxQuick werden in den USA gehostet, DuckDuckGo hat keinerlei EU-Niederlassung und nutzt nicht einmal eigene Server, sondern die Cloud-Dienste von Amazon, der als Dienstleister auch die CIA direkt unterstützt. Sämtliche Unternehmen mit Serverstandort USA sind jederzeit verpflichtet, den US-Behörden Zugriff auf die Daten zu geben. Die Server von Swisscows befinden sich in der Schweiz und sind so völlig unabhängig von der EU und den USA. Kritisch sieht die SID die Verflechtung von Suchmaschinen mit weiteren Diensten wie E-Mail oder gar einem mobilen Betriebssystem wie Android, da hier über Yahoo Mail oder Google Mail und andere Ergänzungsdienste wesentlich mehr personenbezogene Daten gesammelt werden können. Letztlich könnten diese dann sogar einem Klarnamen zugeordnet werden, warnt die SID.

Jugendschutz bietet nur Swisscows
Für besorgte Eltern ist ein weiteres Thema relevant: jugendgefährdende Inhalte. Die Schweizer Suchmaschine Swisscows sperre als einzige im Vergleich automatisch das Auffinden von erotischen und pornographischen Inhalten, so die SID. Die drei alternativen Suchmaschinen bieten allesamt mehr Sicherheit als Google oder Yahoo – mit einem simplen Wechsel sei es jedoch nicht getan: Die Software-Initiative empfiehlt, den Browser komplett zu reinigen. Bestehende Cookies sollten gelöscht werden, um die personalisierte Werbung einzudämmen. Erst dann würden die Datenspuren nicht weiter gesammelt und ausgewertet. Es gäbe also Alternativen, die die Persönlichkeitsrechte deutlich besser schützen, als Google das tut, bemerkt die SID. Die aktuelle Marktmacht liege alleine beim Nutzer, nicht bei technischen Möglichkeiten, die andere nicht auch bieten würden, fasst die Software-Initiative zusammen.

Die Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) wurde als IT- und Softwareverband gegründet, um auf die wachsende Bedeutung von Software in immer mehr beruflichen, unternehmerischen und privaten Lebensbereichen aufmerksam zu machen. Auf etwa 2 Billionen Euro werden die Investitionen der Verbraucher, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand in Computersoftware geschätzt. Die SID versteht sich als Diskussionsforum der Fachleute und hat zugleich die Aufklärung der Verbraucher zum Ziel. Darüber hinaus entwickelt die Software-Initiative Arbeitskreise, Foren und Plattformen zur Adressierung des deutschen Marktes, beispielsweise für Softwareentwicklung, SaaS und die Weiterentwicklung des Internets. Die SID versteht sich als integrierender Verband, der gerne mit anderen Verbänden, Organisationen und Unternehmen zusammenarbeitet. (Software-Initiative Deutschland: ra)

ForeScout: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Wahrung der Compliance im Blick

    Zwei Gesetzesvorgaben drängen derzeit die Chefetagen, sich mit dem Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) trat am 25. Mai 2018 in Kraft und stärkt die Datenschutzrechte von Privatpersonen. Die Verschlüsselung personenbezogener Daten ist durch sie EU-weit gesetzliche Pflicht geworden. Empfindliche Bußgelder, gepaart mit der hohen Chance, dass Verstöße gegen die EU DSGVO tatsächlich auffallen, sorgen dafür, dass Unternehmen sich zunehmend um die Wahrung ihrer Compliance sorgen. Bereits 2016, zwei Jahre vor Inkrafttreten der EU DSGVO, wurde die Know-how-Schutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung der Binnenwirtschaft veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, im EU-Raum einheitliche Schutzregeln für Geschäftsgeheimnisse zu schaffen. In Deutschland wurden die Vorgaben am 21. März 2019 im Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) als neues Stammgesetz verabschiedet. Jetzt müssen Geschäftsgeheimnisse, um rechtlich als solche zu gelten, nachweisbar von den Unternehmen geschützt werden. Wer sensible Daten unverschlüsselt versendet, bleibt ohne gesetzlichen Schutz, wenn Geschäftsgeheimnisse beim Datenversand abgefangen und von anderen genutzt werden.

  • Verwendung der personenbezogenen Daten

    Im ersten Jahr der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kehrte in die Unternehmen eine größere Datenhygiene ein. Sie waren gezwungen einen besseren Schutz und eine verantwortungsbewusstere Verwaltung der Daten europäischer Bürger zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, mussten die Unternehmen den Überblick über die Vorhaltung von Datenbeständen erhalten, die oft über mehrere verschiedene Abteilungen verstreut aufbewahrt wurden. Nur auf einer einheitlichen Datenbasis - die oftmals als Data dictionary oder data repository bezeichnet wird - konnte festgestellt werden, ob die Erlaubnis zur Verwendung der personenbezogenen Daten tatsächlich vorliegt.

  • Zu wenig Klarheit im Umgang mit der DSGVO

    Am 25. Mai gilt die DSGVO seit einem Jahr in allen EU-Mitgliedstaaten. In dieser Zeit haben die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (DSK) und der Europäische Datenschutzausschuss kontinuierlich neue Merkblätter und Orientierungshilfen veröffentlicht, die Unternehmen mehr Sicherheit geben sollen bei der Umsetzung der DSGVO. Doch von Rechtssicherheit für alle Unternehmen und einer einheitlichen Auslegung der Verordnung ist Europa noch weit entfernt. "Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland und die Aufsichtsbehörden in ganz Europa fordern wir auf, diese Regeln einheitlich auszulegen, um Unternehmen vor bürokratischer Willkür zu schützen", sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e. V.

  • Beschleunigung der Gerichtsverfahren

    Bayerns Justizminister Georg Eisenreich begrüßt die Eckpunkte zur Reform der Strafprozessordung (StPO), die das Bundeskabinett in Berlin beschlossen hat. Eisenreich: "Das ist auch ein großer Erfolg bayerischer Rechtspolitik. Viele der beschlossenen Eckpunkte fordern wir schon lange. Insbesondere die Maßnahmen zur Beschleunigung von Strafgerichtsverfahren, die Erweiterung der DNA-Analyse, die Befugnis zur Telekommunikationsüberwachung bei Verdacht auf Wohnungseinbruchdiebstahl und auch das Verbot der Gesichtsverhüllung vor Gericht." Bayern hatte sich bereits bei den Koalitionsverhandlungen bei diesen Themen durchgesetzt. Damals war es gelungen, die zentralen bayerischen Anliegen in den Koalitionsvertrag zu verhandeln.

  • DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten

    Am 25. Mai 2019 jährt sich das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, das erste Mal. Grund genug, Bilanz zu ziehen. Während sich im Vorfeld die Kritik an dem Gesetz häufte und in den Medien beispielsweise von Abmahnwellen die Rede war, blieben die Befürchtungen der Unternehmen diesbezüglich weitestgehend unbestätigt. "Doch auch ein Jahr nach Inkrafttreten gehört ein DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten noch immer nicht zum Alltag vieler Unternehmen", so Haye Hösel, Geschäftsführer und Gründer der Hubit Datenschutz GmbH & Co. KG. Besonders wenn es um gesetzeskonforme Websites, sichere Passwörter oder die Nutzung von Diensthandys geht, besteht weiterhin Handlungsbedarf. "Unternehmen sehen nicht immer den Sinn der DSGVO, sondern lediglich einen größeren Arbeitsaufwand. Aber immerhin schließen wir auch die Tür ab, wenn wir das Haus verlassen, obwohl dies einen zusätzlichen Aufwand bedeutet", betont Hösel.