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Handel startet Klimaschutzinitiative


Compliance und Umweltschutz: Handel will in der internationalen Lieferkette jährlich mehrere Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen
Bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen im Lebenszyklus von Konsumgütern des Handels werden bei deren Herstellung freigesetzt

(07.02.12) - Acht große deutsche Handels- und Markenunternehmen (HSE24, KiK, Otto Group, QVC, Reno, s.Oliver, Tchibo und Tom Tailor) haben unter dem Schirm des Außenhandelsverbandes AVE eine Klimaschutzinitiative gestartet. Ziel ist es, in der weltweiten Lieferkette von Importprodukten jährlich mehrere Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Die "Carbon Performance Improvement Initiative" (CPI2) wird vom Umweltbundesamt fachlich begleitet und von der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH aus Mitteln des Programms "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft" des Bundesumweltministeriums (BMU) unterstützt. Das BMU fördert das Programm im Rahmen der "Internationalen Klimaschutzinitiative". Die Entwicklungsarbeit und die Implementierung erfolgt durch die Unternehmensberatung Systain Consulting GmbH. Auf einer Pressekonferenz wurde die Initiative heute in Düsseldorf vorgestellt. Die Mitgliedsunternehmen repräsentieren zusammen einen Umsatz von rund 20 Mrd. Euro.

"Wir sehen uns als Unternehmen und Unternehmer in der ganz persönlichen Verpflichtung zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt auch für die kommenden Generationen", betonte Matthias Händle, AVE-Präsident und Vorsitzender des CPI2-Steering Committee heute vor Journalisten in Düsseldorf. "Angesichts der langsamen Fortschritte in der internationalen Klimapolitik ist für uns die entscheidende Frage: Welchen Beitrag können wir als Unternehmen schon jetzt leisten, um möglichst schnell bedeutende Mengen an CO2 einzusparen?"

Zu diesem Zweck hat die Initiative ein Managementinstrument für Produzenten vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern entwickelt. Mit einem einfach zu handhabenden Online-Tool gibt die Initiative den Lieferanten ein Instrument an die Hand, mit dem sie selbständig ihren Energieverbrauch in allen Unternehmensbereichen evaluieren können. Auf dieser Basis erhalten die Lieferanten ein Gold-, Silber- oder Bronze-Rating, sowie konkrete Handlungsempfehlungen zum Energiesparen. Diese reichen von einfachen, schnell und preiswert umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu komplexeren, mittel- und langfristigen Prozessen. Einfache Maßnahmen können die Lieferanten selbst umsetzen. Bei längerfristigen Maßnahmen bietet die CPI2 Unterstützung durch Know-how und fachliche Begleitung an. Neben der konkreten Einsparung von CO2 ist gerade auch der Transfer von Energiespar-Know-how ein wichtiger Aspekt.

Das Management-Tool wird seit Herbst 2011 in einer Pilotphase bei 15 Lieferanten in China und Bangladesch getestet und hat bereits erste Erfolge erzielt. So wurde z.B. in einer Textilfabrik in China ein veralteter Boiler zur Dampferzeugung für Bügelstationen durch eine moderne Version ersetzt. Allein durch diese einfache Maßnahme wird der Betrieb jährlich 15 Tonnen CO2 einsparen. Ab Mitte des Jahres ist die breite Implementierung bei den Lieferanten der Gründungsmitglieder geplant. "Wir wollen außerdem in den kommenden Monaten kräftig Werbung machen und für die Initiative weitere namhafte Mitglieder im In- und Ausland gewinnen", betonte Händle. "Schon wenn sich nur ein kleiner Teil der deutschen und europäischen Importunternehmen uns anschließt und seine Lieferanten einbringt, können wir ohne Weiteres CO2-Einsparungen in der Größenordnung von mehreren Millionen Tonnen realisieren."

Bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen im Lebenszyklus von Konsumgütern des Handels werden nicht hier sondern bei deren Herstellung freigesetzt, z.B. in China, Indien, Bangladesch oder der Türkei. Gleichzeitig liegen gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern noch enorme Spielräume, um klimaschädliche CO2-Emissionen zu verringern. Ursache sind häufig schlicht fehlendes Problembewusstsein und Know-how zum Thema Energieeffizienz in den Produktionsunternehmen. "Während wir in westlichen Industrieländern oft mit viel Mühe versuchen, das letzte Quäntchen Energieeffizienz herauszukitzeln, können dort meistens schon mit geringem Aufwand und Investitionen enorme Einsparungen erzielt werden", so Händle. "Diese Potenziale wollen wir heben und einen Bewusstseinswandel zu mehr Klimaschutz anregen." (AVE: ra)

AVE: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

  • Bekämpfung & Aufklärung von Kriminalität

    Vertreter der ISPA, des Bundesministeriums für Inneres, der TU Wien und eines heimischen Providers stellten im Dezember letzten Jahres der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag das österreichische Modell für eine sichere und transparent nachvollziehbare Übermittlung von Daten zwischen Providern und der Exekutive vor. Die erarbeitete Lösung könnte sich als Vorzeigemodell für den Einsatz in anderen europäischen Staaten durchsetzen. Das Hauptziel der ISPA, der Interessenvertretung der österreichischen Internetwirtschaft, ist die Förderung des Internets. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der Bekämpfung und Aufklärung von Kriminalität, die im Internet oder durch Verwendung digitaler Kommunikation entsteht. "Speziell bei Delikten, die es in dieser Art in der analogen Welt nicht gab, macht es Sinn, wenn sich die Strafverfolgungsbehörden und die Internetindustrie an einen Tisch setzen, um die neuen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern", erläutert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA.