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Datengetriebene Wirtschaft nur mit Transparenz


Datenland Deutschland: Gesetzlicher Datenschutz allein nicht ausreichend
Studie: Maßnahmen für die Gewinnung des Kundenvertrauens

(03.11.14) - Laut der Deloitte-Studie "Datenland Deutschland – Die Transparenzlücke" lässt sich das Wachstumspotenzial einer datengetriebenen Wirtschaft nur realisieren, wenn das Verbrauchervertrauen gewährleistet ist. Dieses ist in Deutschland aber nicht gegeben. Dessen Aufbau erfordert von den Unternehmen eine höhere Transparenz und mehr aktive Kommunikation über den Datenumgang sowie den Nutzen, den die Verbraucher von der Weitergabe ihrer Daten haben. Unternehmen benötigen daher eine entsprechende Strategie für den Umgang mit Kundendaten und eine konsistente organisatorische Einbettung. Die Studie setzt sich mit dem Umgang mit Personendaten auseinander und beleuchtet sowohl die Einstellungen und Erwartungen der deutschen Konsumenten als auch den Stand der Nutzung von Data Analytics in deutschen Großunternehmen.

"Konsumenten haben wenig Vertrauen in den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten durch Unternehmen. Insbesondere fürchten sie den Weiterverkauf individueller Informationen und bemängeln, dass sie nicht wissen, was mit ihren Daten geschieht. Unternehmen können diesen Befürchtungen relativ leicht begegnen, indem sie mehr kommunizieren und Transparenz herstellen. Damit können sie sicherstellen, dass sie den Wert ihrer Daten nutzen und Wettbewerbsvorteile schaffen, schließlich sind Daten die Grundlage vieler neuer Geschäftsmodelle", erklärt Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte.

Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten
Insgesamt 71 Prozent der Studienteilnehmer auf Konsumentenseite achten stark darauf, welche persönlichen Daten sie im Internet preisgeben. Dies gilt vor allem für Finanzdaten. So brechen etwa 59 Prozent eine Online-Transaktion bewusst ab, wenn sie die geforderten Informationen nicht abgeben wollen. Deutlich über die Hälfte gibt Daten nur an, wenn sie der jeweiligen Organisation vertrauen (57 Prozent) und vermeidet Geschäftsbeziehungen, wenn sie die Vertraulichkeit von Daten als gefährdet ansehen (55 Prozent).

Das höchste Vertrauen genießen heimische Unternehmen, gefolgt von inländischen Behörden und der Regierung. 57 beziehungsweise 45 Prozent vertrauen diesen Institutionen – lediglich 6 Prozent dagegen Nicht-EU-Unternehmen. Als vertrauenswürdig gelten auch Banken (58 Prozent) und Institutionen aus dem Gesundheitswesen (52 Prozent).

Gesetzlicher Datenschutz allein nicht ausreichend
Um ihr eigenes Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen, erwarten Konsumenten maximale Transparenz über die Datenverwendung, dies ist viel wichtiger als direkte Vorteile oder Gegenleistungen im Sinne von Rabatten und ähnlichen Anreizen.

73 Prozent der Studienteilnehmer wünschen sich Sicherheit darüber, dass Daten nicht weiterverkauft werden. 60 Prozent fordern eine klare Kommunikation darüber, welche Daten zu welchen Zwecken verwendet werden. Derartige Kundenwünsche und -prioritäten schätzen Unternehmen oft falsch ein. Das gilt insbesondere für den Weiterverkauf, der hier nur mit einem Stellenwert von 55 Prozent bewertet wird.

Gleichzeitig jedoch sind die Ansprüche der Unternehmen bezüglich der Datensicherheit an sich selbst sehr hoch. Rein gesetzlicher Datenschutz wird als nicht ausreichend angesehen. Zwei Drittel der Befragten bestehen zudem auf gleichen Rahmenbedingungen für europäische Unternehmen beim Datenschutz.

Data Analytics unumgänglich für Entscheidungsfindung
Data Analytics haben bei über 70 Prozent der Unternehmen für Prognosen den höchsten Stellenwert. Bei den Zielen steht ein besseres Markt- und Kundenverständnis ganz weit oben – Vertriebsoptimierung, Prognose des Kundenverhaltens und Kundensegmentierung sind die Haupttreiber von Data Analytics. Generell liefert Data Analytics einen kritischen Input zur Entscheidungsfindung und die Unternehmen beurteilen den Effekt auf den Unternehmenserfolg positiv. Größte Herausforderungen sind hierbei der Zugang zu aussagekräftigen Datenquellen und die Umsetzung der Erkenntnisse.

Zukünftig versprechen die neuen Möglichkeiten von Data Analytics der Analyse von Zusammenhängen ein noch höheres Gewicht zu geben. Damit berücksichtigen Unternehmen mehr relevante Daten beziehungsweise ermöglichen rationalere Entscheidungen. Um dies erfolgreich umzusetzen, müssen die betroffenen Unternehmen jedoch vermehrt Maßnahmen ergreifen, um das nötige Kundenvertrauen zu generieren.

"Unternehmen sind immer stärker datengetrieben. Ohne das Konsumentenvertrauen wird die datengetriebene Wirtschaft allerdings an eine Grenze kommen. Deswegen existiert ein deutlicher Handlungsbedarf in punKto Transparenz. Das zeigt unsere Studie – die erste aus der Studienreihe Datenland Deutschland. Teilgenommen haben 1.500 Konsumenten und 256 Großunternehmen", resümiert Dr. Alexander Börsch, Leiter Research bei Deloitte Deutschland. (Deloitte: ra)

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Meldungen: Studien

  • Keine Datenschutz- & Netzsicherheitsschulungen

    Naves Global hat einen neuen Bericht über Datensicherheit und Compliance in Unternehmen veröffentlicht. Dabei ergab sich, dass zwischen Mai 2018 und Januar 2019 in Deutschland 12.600 Datenschutzverletzungen gemeldet wurden. Damit ist Deutschland nach den Niederlanden das Land mit den zweitmeisten Verstößen in Europa. Der Bericht deckte auch auf, dass fast sieben von zehn Compliance-Beauftragten (69 Prozent) sich über Datenschutz Sorgen machen und 68 Prozent Netzsicherheit zum einem der wichtigsten Ethik- und Compliance-Themen erklärten, obwohl die regelmäßige Kontrolle Dritter (52 Prozent) und ein durchgehend risikobasierter Ansatz (44 Prozent) die effektivsten Faktoren für Verbesserung im Vergleich zu Risikomanagement sind.

  • Begehung von Wirtschaftsstraftaten

    Die Wirtschaftskriminalität in Deutschland verlagert sich zunehmend ins Internet. Sowohl über Webseiten als auch über soziale Medien kommt es verstärkt zu Fällen von Anlagebetrug. Das ist ein Ergebnis des "Bundeslagebilds Wirtschaftskriminalität 2018", das durch das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht wurde. Insgesamt gingen 2018 die Zahlen im Bereich der Wirtschaftskriminalität zurück: 50.550 Fälle wurden im Jahr 2018 polizeilich registriert, ein Rückgang um 31,8 Prozent im Vergleich zum Jahr davor (2017: 74.070 Fälle). Dieser deutliche Rückgang der Fallzahlen ist insbesondere auf ein im Jahr 2017 in Sachsen geführtes Verfahren mit mehr als 23.000 Anlagebetrugsdelikten zurückzuführen, die in die Statistik eingeflossen waren.

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    Inkassounternehmen bearbeiten derzeit rund 43 Millionen Forderungen. Dagegen stehen lediglich 811 Verbraucherbeschwerden, die zwischen Januar und September 2019 beim Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) eingegangen sind. Damit wird die Rechtsdienstleistung Inkasso von den rund 550 BDIU-Mitgliedsfirmen weit überwiegend beanstandungsfrei erbracht. Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor, die der Verband jetzt veröffentlicht hat. Eine von drei Monierungen richtete sich gegen Verfahren und Workflow der Inkassobearbeitung, 26 Prozent betreffen Einwendungen gegen die Hauptforderung. Kritik an der Höhe der von den Inkassodienstleistern berechneten Gebühren und Auslagen fällt dagegen mit nur 17 Prozent kaum ins Gewicht.

  • Sicherheit von Unternehmen

    Prozent der in einer Studie befragten IT-Security-Experten aus Deutschland sagen, dass leitende Angestellte in ihrem Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweichen oder ignorieren. Dies ist eines der brisantesten Ergebnisse der heute von Bitdefender veröffentlichten Studie "Hacked Off!". Dafür wurden im Rahmen einer internationalen Umfrage unter mehr als 6.000 IT-Security-Experten in acht Ländern auch 515 in Deutschland tätige Security-Spezialisten befragt. Ziel war es, herauszufinden, was ihnen Druck macht, wie sich dieser auf die Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen auswirkt, und was die Befragten als die besten Strategien zur Gewährleistung der Sicherheit von Unternehmen ansehen.

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    Verbraucher in Deutschland wünschen sich mehr Transparenz bei Lebensmitteln. Die Deutsche Bundesregierung will deshalb eine weitere Lebensmittelkennzeichnung einführen - ob dies der sogenannte Nutri-Score sein wird oder ein anderes Modell, ist aber noch offen. Darüber hinaus können auch digitale Technologien dabei helfen herauszufinden, was in unserem Essen steckt und woher es eigentlich kommt. Wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 1.003 Bundesbürgern ergibt, haben 17 Prozent bereits eine Barcode-Scanner-App für Informationen über Inhaltstoffe und Siegel von Lebensmitteln genutzt. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) kann sich vorstellen, eine solche Anwendung für sein Smartphone oder Tablet künftig zu verwenden. Dabei sind insbesondere jüngere Menschen an solchen digitalen Möglichkeiten für mehr Transparenz interessiert: Fast jeder zweite 16- bis 29-Jährige (48 Prozent) würde eine solche App nutzen, bei den über 65-Jährigen sind es immerhin 31 Prozent.