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Betrüger weichen auf andere Länder aus


"European Fraud Map für 2017": Länderspezifische Erfolge im Kampf gegen Kredit- und EC-Kartenbetrug – Großbritannien, Frankreich und Norwegen mit höchstem Betrugsniveau
Cyberkrimineller digitaler Betrug dürfte Kartenbetrug bis 2020 überholen - Keine großen Veränderungen in Deutschland seit 2016 – aber Anzeichen für neue Betrugs-Methoden, um Vorkehrungsmaßnahmen und Kontrollen zu umgehen

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Obwohl Großbritannien und Frankreich den Kampf gegen Betrüger 2017 nach den Niederlanden und Frankreich am erfolgreichsten führten – Abnahmen um 8 (UK) bzw. 6 (Frankreich) Prozent –, weisen beide Länder mit 5,9 Basispunkten* (UK) und 5,5 Basispunkten (Frankreich) nach wie vor die höchste Betrugsrate im europäischen Vergleich auf.** Damit ist Großbritannien allein für 47 Prozent des 2017 verzeichneten Kartenbetrugsvolumens in Europa verantwortlich. Das entspricht knapp 800 Millionen Euro, während das europaweite Betrugsvolumen für 2017 bei knapp 1.600 Millionen Euro liegt. Das zeigt die "European Fraud Map für 2017".

Länder kämpfen mit unterschiedlichen Betrugsproblemen
In der nordischen Region wird zunehmend und in hohem Maße bargeldlos bezahlt. Hier haben CNP-Transaktionen deutlich zugenommen – und damit auch CNP-Betrugsfälle. In Dänemark und Norwegen haben sich die Verluste durch CNP-Betrugsfälle in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Insgesamt sind in den nordischen Ländern keine Anzeichen einer Verlangsamung sichtbar, sondern eine klar steigende Tendenz.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich 2017 in Ungarn: Zusammen mit Dänemark hat Ungarn die Hauptlast der CNP-Betrugsmigration zu spüren bekommen. Das Betrugsvolumen stieg in beiden Ländern in den vergangenen drei Jahren um 300 Prozent und eine Abnahme deutet sich nicht an.

In Österreich ist das Betrugsvolumen seit 2016 um 20 Prozent gestiegen. Das ist die höchste Zunahme in ganz Europa.

Eine Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Betrugsfälle konnten hingegen die Niederlande schreiben: Aufklärungsarbeit und der Einsatz präventiver Technologie haben hier zu einer Abnahme des Betrugsniveaus um 35 Prozent geführt. Maßgeblich dazu beigetragen haben dürfte iDIN, eine 2016 gestartete Zusammenarbeit der Banken zur Erhöhung der Sicherheit im Online-Banking. Außerdem setzen die Finanzinstitute erfolgreich auf präventive Technologien und Aufklärungsarbeit der Kunden.

In Frankreich hingegen dominieren ID Fraud und Betrugsfälle nach Kartenverlust den Markt und machen 95 Prozent der Verluste aus. Außerdem gibt es hier zunehmend Anzeichen für ein Wachstum der Cyberkriminalität.

Deutschland konnte auch 2017 wieder einen Rückgang von zwei Prozent der CNP-Betrugsfälle verzeichnen. Während die Bedrohungen hier stetig aber in geringem Maße zurückgehen, zeichnen sich zunehmend neue Betrugsmethoden ab, die bestehende Kontrollen umgehen und gezielt individuelle Schwächen des Marktes ausnutzen.

Nach einem Höchststand 2010 beim Betrugsvolumen scheint Spanien ein Plateau erreicht zu haben. Dies deutet darauf hin, dass das Land in der Lage ist, kleine Angriffe und bekannte Betrugsfälle unter Kontrolle zu halten. Ein großangelegter Angriff könnte den Markt jedoch überraschen und es ist wahrscheinlich, dass Spanien das nächste Zielland für weitreichenden CNP-Betrug wird, da die Verluste bislang hauptsächlich auf gefälschte und gestohlene Karten zurückzuführen sind.

In Großbritannien hatte der CNP-Betrug in den vergangenen sieben Jahren beständig zugenommen. Zum ersten Mal gelang es dem Markt nun, die Wende einzuleiten: Um acht Prozent konnten die Betrugsfälle 2017 im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden und dieser Trend dürfte sich auch 2018 fortsetzen.

"Wie die Veränderungen hinsichtlich Betrugsniveau und -volumen von 2016 auf 2017 europaweit zeigen, ist es wahrscheinlich, dass sich die Betrugsfälle weiterhin von Großbritannien und Frankreich in andere Länder verlagern werden. Dieses Jahr waren von der Betrugsmigration vor allem Österreich, Ungarn und Dänemark betroffen. Aber auch Länder wie Deutschland oder Spanien, die eine stetige Abnahme und ein gewisses Plateau in punkto Betrug beim Banking erreicht haben, könnten wieder verstärkt interessante Ziele für die Betrüger sein. Diese hatten nun Zeit, sich intensiv mit den dort angewendeten Kontrollmechanismen auseinanderzusetzen und neue Betrugsmethoden zu entwickeln, die diese umgehen. Wir dürfen gespannt auf die weitere Entwicklung sein", so Jens Dauner, Managing Director Sales DACH & Central Europe - ‎Software bei FICO.

Trend: Digitalisierung des Bankings fördert cyberkriminellen Betrug
Finanzinstitute bieten ihren Kunden immer mehr Möglichkeiten, schnell und einfach online mit ihnen zu interagieren bzw. bargeldlos mobil und online zu bezahlen. Doch diese zusätzlichen Kanäle eröffnen auch Kriminellen neue Möglichkeiten. Echtzeit-Bezahlungen sind unwiderruflich, sobald sie abgeschlossen sind – und der Verlust pro Fall ist von Hunderten bereits auf Tausende Euro gestiegen.

* Betrugsbasispunkte sind ein Standardmaß für die Schwere von Kartenbetrug und zeigen, wie eine Bank oder ein Land im Vergleich zu anderen im Punkto Betrug aufgestellt ist. 8,9 Basispunkte entsprechen 8,9 Cent pro 100 Euro. Der Indikator ist auf jede Währung anwendbar und gibt Auskunft über das Verhältnis von Betrug zu Umsatz.

** Basierend auf Daten von Euromonitor International.
(Fico: ra)

eingetragen: 28.08.18
Newsletterlauf: 15.10.18

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Meldungen: Studien

  • Deutschland optimiert Kampf gegen CNP-Betrug

    Auch in diesem Jahr veröffentlicht das Analytiksoftware-Unternehmen Fico seine European Fraud Map, eine Übersicht der Entwicklungen im europäischen Kreditkartenbetrug. Dabei zeigt sich auf der in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Euromonitor erstellten Karte für das Jahr 2020, dass trotz der globalen Corona-Pandemie einige europäische Länder ihre Verluste durch Kreditkartenbetrug signifikant senken konnten. Allerdings gibt es auch zahlreiche Länder, bei denen der Trend genau in die Gegenrichtung geht. Gerade Norwegen steht aktuell massiv im Fadenkreuz der Finanzkriminellen. Denn während die Entwicklung in der Vergangenheit durchaus positiv war, ist der Verlust durch Kreditkartenbetrug im vergangenen Jahr durch einen massiven Betrugsfall auf umgerechnet über 21,6 Mio. Euro gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von knapp 46 Prozent seit 2017. Insgesamt hat in Norwegen auch, wie fast überall, der sogenannte "Card not present"-Betrug (CNP) den größten Anteil am gesamten Betrugsvolumen. Auch der großangelegte Angriff stützte sich auf CNP-Betrug nach Phishing-Attacken. Der Vormarsch von CNP-Betrug in den vergangenen Jahren lässt sich auf das starke Wachstum im Online-Shopping zurückführen, wobei zu hoffen ist, dass Lösungen wie 3D-Secure dazu beitragen, diese Entwicklung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

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    Die Ergebnisse einer von OpenText in Auftrag gegebenen Verbraucherstudie zeigen, dass die Mehrheit der deutschen Verbraucher (81 Prozent) großen Wert darauf legt, Produkte zu kaufen, die aus ethischen und nachhaltigen Produktionsprozessen stammen. Beinahe drei Viertel (74 Prozent) der 2.000 Befragten möchte wissen, wo und wie die Produkte, die sie kaufen, bzw. deren Einzelteile, ursprünglich hergestellt wurden. Diese Informationen können ihre Kaufentscheidung signifikant beeinflussen. Um ethische Produkte zu erhalten, würde die Mehrheit (81 Prozent) sogar Komfortfaktoren wie zum Beispiel eine schnelle Lieferung aufgeben. Darüber hinaus würden 78 Prozent der Befragten mehr Geld für den Kauf ethisch unbedenklicher Produkte ausgeben: Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten würde bis zu zehn Prozent mehr zahlen. Ein Drittel (33 Prozent) wäre dagegen bereit, 25-50 Prozent mehr zu zahlen. Aus Sicht der Verbraucher liegt die Verantwortung über die ethische Beschaffung von Produkten bei den Unternehmen selbst. So geben 63 Prozent der Befragten an, dass Unternehmen sicherstellen müssen, dass ihre Lieferanten einem festgelegten ethischen Verhaltenskodex nachkommen. 47 Prozent beurteilen Unternehmen nämlich nicht nur aufgrund ihres Handelns und Verhaltens, sondern auch aufgrund der Vorgehensweisen ihrer Lieferanten. Drei von fünf Befragten (59 Prozent) sind der Meinung, dass Unternehmen, die nicht nachvollziehen können, woher ihre Waren stammen, und die nicht wissen, ob ihre Lieferanten ihre Waren auf ethische Weise beziehen, ihre Lieferkette überdenken müssen.

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    Die globalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben in vielen Unternehmen langjährig etablierte Arbeitswelten nachhaltig verändert. HR-Management hat als Disziplin seither immens an Bedeutung gewonnen - zumindest sofern HR-Referenten ihre Rollen strategisch, beratend und gestaltend unter Berücksichtigung von Mitarbeiter- und Unternehmensinteressen wahrgenommen haben. In den vergangenen 12 Monaten haben zahlreiche Unternehmen Bilanz gezogen, Defizite und Potenziale identifiziert und die Reorganisation ihrer Arbeitsmodelle vorangetrieben. Im Rahmen seiner SoftTrend Studie HR-Software 2021/2022 hat das Hamburger Marktforschungs- und Beratungshaus SoftSelect 113 HR-Lösungen von 85 Anbietern unter die Lupe genommen, um aufzuzeigen, welche Markt- und Entwicklungstrends die Weiterentwicklung der Softwarelandschaft im HR-Bereich aktuell prägen. Laut einer Befragung des Bayerischen Forschungsinstitutes für Digitale Transformation (bidt) unter 1.500 Berufstätigen in 2020 wünschen sich rund 70Prozent derjenigen, bei denen eine Remote-Tätigkeit möglich ist, auch nach der Corona-Krise häufiger im Homeoffice zu arbeiten als zuvor. Die Befürchtung, der Arbeitgeber könne nach der Krise die geschaffenen Möglichkeiten der Home-Office Nutzung wieder auf das Vorkrisenniveau zurückfahren, ist weit verbreitet (55Prozent). Einer aktuellen, repräsentativen Studie von Accenture zufolge favorisieren zudem 83Prozent der mehr als 9.300 befragten Beschäftigten ein hybrides Arbeitsmodell mit Präsenz- und Home-Office Anteilen.

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