- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Compliance-Maßnahmen auf dem Prüfstand


In der aktuell wirtschaftlich angespannten Situation wird zusätzlicher Druck auf die Compliance-Budgets ausgeübt
Wirtschaftskriminalität in der Finanzbranche: Unternehmen prüfen Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer Compliance-Strategien


(13.08.09) - Die Finanzinstitute in Europa stellen in Zeiten enger Budgets ihre Compliance-Maßnahmen auf den Prüfstand. Als besonders kosteneffizient werden dabei von den Sicherheitsexperten das Vieraugenprinzip (66 Prozent), die Funktionstrennung (58 Prozent) und die interne Revision (50 Prozent) eingeschätzt. Diese drei Maßnahmen mit den dazu beschriebenen Detailprozessen rangieren zudem in der Wirksamkeit an oberster Stelle.

Mehr als zwei Drittel der Sicherheitsexperten bescheinigen diesen Abwehrmaßnahmen eine hohe Effektivität in der Kriminalitätsprävention. Das ist das Ergebnis der Studie "Wirtschaftskriminalität in der Finanzbranche", die von Steria Mummert Consulting erstellt wurde.

In der aktuell wirtschaftlich angespannten Situation wird zusätzlicher Druck auf die Compliance-Budgets ausgeübt. Wie bei allen regulären Geschäftsaktivitäten auch, wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Abwehrstrategien überprüft. Ergebnis: Den drei wirksamsten Compliance-Maßnahmen wird von knapp 60 Prozent der Sicherheitsexperten gleichzeitig die beste Wirtschaftlichkeit attestiert. Zudem halten 56 Prozent der Befragten die Kontenüberwachung in der Betrugsprävention für sehr kosteneffizient.

Der Wirksamkeit dieser Maßnahme wird jedoch eine schwächere Note erteilt. Während den drei kosteneffizientesten Maßnahmen von rund 70 Prozent der Sicherheitsexperten auch eine große Wirkung auf die gesteckten Compliance-Ziele zugeschrieben wird, liegt die IT-Überwachung von Konten und Transaktionen nur bei 56 Prozent.

Kampf gegen Wirtschaftskriminalität
Kampf gegen Wirtschaftskriminalität Compliance-Maßnahmen zeigen, dass Unternehmen bereits mit relativ kosteneffizienten Mitteln eine Grundabsicherung gegen Wirtschaftskriminalität vornehmen können, Bild: Steria Mummert Consulting


Das Gleiche gilt für die Anwendung des Know-your-Customer-Prinzips, also der guten Kenntnis des Kunden. 40 Prozent der Befragten sind mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Maßnahmen zufrieden, aber nur knapp jeder Zweite bescheinigt eine hohe Wirksamkeit bei der Abwehr krimineller Gefahren.

Alle genannten Compliance-Maßnahmen zeigen, dass Unternehmen bereits mit relativ kosteneffizienten und bekannten Mitteln eine Grundabsicherung gegen Wirtschaftskriminalität vornehmen können. Um Synergien auszuschöpfen, sollten die Unternehmen jedoch besonders auf die Schnittstellen der einzelnen Maßnahmen achten.

So sehen beispielsweise 96 Prozent der Befragten in der Geldwäscheprävention eine Aufgabe, die durch die Verknüpfung einzelner Compliance-Teilbereiche kostengünstig zu lösen ist. Als wichtiger Stolperstein für den weiteren Ausbau der Compliance-Vernetzung werden von jedem zweiten Unternehmen inkompatible IT-Systeme genannt. 45 Prozent bemängeln unzureichendes Know-how.

Hintergrundinformationen
Die Studie "Wirtschaftskriminalität in der Finanzbranche" unter europäischen Banken und Finanzinstituten wurde von Steria Mummert Consulting im Mai 2009 abgeschlossen. Dabei wurden in den 22 Ländern des geografischen Europa außerhalb Deutschlands die jeweiligen Top-10-Institute auf Basis des Umsatzes ausgewählt. (Steria Mummert Consulting: ra)

Steria Mummert Consulting: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>

Meldungen: Studien

  • Einstellung zum Datenschutz

    Suse führte im April 2019 eine Google-Umfrage unter 2.000 erwachsenen Bundesbürgern durch, parallel dazu wurden auch Teilnehmer in Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt. Dabei zeigte sich, dass nur 16 Prozent der befragten Deutschen denken, die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung der EU) gebe ihnen die Kontrolle über ihre Daten - im Umkehrschluss sieht die Mehrheit von 84 Prozent der Befragten die Regelung nicht als Verbesserung. In Frankreich sehen hingegen 24 Prozent und in Großbritannien sogar 34 Prozent der Befragten in der EU-DSGVO eine positive Entwicklung. Ansonsten zeigen die Ergebnisse in den drei Ländern ein sehr ähnliches Bild.

  • Geschäftliche Nutzung von WhatsApp nimmt zu

    Seit dem 25. Mai 2018 ist die DSGVO jetzt in Kraft. Dem datenschutzrechtlich äußerst problematischen Einsatz von WhatsApp am Arbeitsplatz tut das aber keinen Abbruch - obwohl die Unternehmen viel Aufwand in die DSGVO stecken. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Brabbler AG. Nach 2018 hat Brabbler bereits zum zweiten Mal eine Online-Umfrage zum Status quo des Messagings in deutschen Unternehmen durchgeführt. Befragt wurden 729 berufstätige Personen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren, die in Unternehmen aller Größen beschäftigt sind und ein breites Spektrum an Branchen und Berufen abdecken. Die erste Umfrage wurde kurz vor dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 durchgeführt, die zweite nun ein Jahr danach, wodurch aufschlussreiche Vergleichszahlen vorliegen.

  • DSGVO: Verschärfte Kontrollen angekündigt

    Auch ein Jahr nach Ende der Übergangsfrist haben deutsche Unternehmen noch einiges zu tun, um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) vollständig zu erfüllen. Laut einer aktuellen Umfrage von TÜV SÜD sagt rund ein Drittel der Befragten, dass ihr Unternehmen die erforderlichen Maßnahmen nur teilweise (29 Prozent) oder gar nicht (6 Prozent) umgesetzt hat. "Trotz erster Bußgelder ist die anfangs befürchtete breite Abmahnwelle bisher ausgeblieben. Doch inzwischen haben die Aufsichtsbehörden einzelner Bundesländer wie z.B. Baden-Württemberg verschärfte Kontrollen angekündigt", sagt Andreas Rübsam, Director Data Protection der TÜV SÜD Sec-IT GmbH. "Die gute Nachricht: Auch wenn man in seinem Unternehmen noch zu wenig oder gar nichts getan hat, ist es nie zu spät, damit anzufangen. Man sollte sich zumindest einen externen Berater holen." Genau das haben laut Umfrage bereits einige Unternehmen ganz (34 Prozent) oder teilweise (24 Prozent) getan, um sich fit für die EU-DSGVO zu machen.

  • Datenschutz: Fokus der Compliance-Verantwortlichen

    Die Professionalisierung der Compliance-Arbeit in deutschen Unternehmen schreitet voran. Allerdings werden relevante Risiken weiterhin unterschätzt. Die nachlassende Unterstützung bei Compliance-Themen durch das Management bereitet den Compliance-Verantwortlichen in Unternehmen Sorge. Die Digitalisierung kommt hingegen auch in den Compliance-Abteilungen deutscher Unternehmen an und wird dort überwiegend als Chance wahrgenommen, die Compliance zu verbessern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen, branchenübergreifenden Studie "CMS Compliance-Barometer", die von der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland im Jahr 2018 zum vierten Mal erhoben wurde. Der CMS Compliance-Index, der angibt, wie stark Compliance in Großunternehmen implementiert ist, hat sich in diesem Jahr auf einem hohen Wert von 67,1 von möglichen 100 Zählern stabil gehalten.

  • Schuldenreduzierung und stärkerer Kundenfokus

    Droht der deutschen Wirtschaft das Ende der fetten Jahre? Laut aktuellem CFO Survey von Deloitte, dem Stimmungsbarometer der Finanzvorstände, geht der Trend in diese Richtung. Zwar wird die wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr positiv beurteilt - Drei Viertel der befragten CFOs bewerten die Lage in Deutschland als gut oder sehr gut, zwei Drittel teilen diese Ansicht für die USA. Allerdings wandelt sich das Bild, wenn es um die Aussichten der kommenden 12 Monate geht. 31 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der Konjunktur, nur 19 Prozent mit einer Verbesserung. Rund ein Drittel erwartet gar eine Rezession hierzulande. Die konjunkturelle Skepsis überträgt sich auch auf die Unternehmensebene: Lediglich sechs Prozent der Befragten planen Neueinstellungen - bei der Befragung vor einem Jahr waren es 31 Prozent. Ein deutliches Minus gibt es auch bei den geplanten Investitionen: 18 Prozent der Befragten wollen diese steigern (Frühjahr 2018: 47 Prozent).