Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Online-App für Hausaufgaben- und Lernhilfe


Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Photomath durch Google
Photomath ist Eigentümer eines Online-Programms für Hausaufgaben- und Lernhilfe



Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Photomath, Inc. durch Google LLC nach der EU-Fusionskontrollverordnung ohne Auflagen genehmigt. Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken im Europäischen Wirtschaftsraum ("EWR") aufwirft.

Google ist ein Technologieunternehmen, das in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig ist, darunter Internetsuche, App-Store-Dienste und mehrere Online-Hilfsprogramme für Hausaufgaben- und Lernhilfe. Photomath ist Eigentümer eines Online-Programms für Hausaufgaben- und Lernhilfe, bei der die Kamera eines Smartphones genutzt wird, um Rechenaufgaben zu scannen und zu lösen.

Untersuchung der Kommission
Auf der Grundlage ihrer Marktuntersuchung stellte die Kommission fest, dass das Vorhaben den Wettbewerb auf den Märkten für Online-Programme für Hausaufgaben- und Lernhilfe, die das Schulfach Mathematik umfassen, und für allgemeine Suchdienste nicht wesentlich einschränken würde.

Bei ihrer Untersuchung prüfte die Kommission
>> etwaige Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten der Unternehmen im Bereich der Online-Programme für Hausaufgaben- und Lernhilfe mit einem Angebot im Bereich Mathematik. Dabei stellte sie fest, dass die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen begrenzt sind und es zahlreiche alternative Marktteilnehmer gibt.

>> eine mögliche Stärkung der Position von Google im Bereich der allgemeinen Suchdienste. Die Kommission stellte fest, dass die Integration von Photomath in den allgemeinen Suchdienst von Google die Stellung von Google auf diesem Markt nicht stärken würde. Suchanfragen im Bereich Mathematik machen nur einen sehr geringen Anteil an der Gesamtheit der allgemeinen Suchanfragen aus, und die technische Leistungsfähigkeit von Photomath ist weder einzigartig noch rar.

>> den Zusammenhang zwischen den allgemeinen Suchdiensten von Google und dem Online-Tool von Photomath für Hausaufgaben- und Lernhilfe mit einem Angebot im Bereich Mathematik. Die Kommission stellte fest, dass der Zugang zur Suchmaschine von Google mit Blick auf die Gewinnung neuer Nutzer für Mathematik-Tools nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Wettbewerber werben auch über andere Kanäle neue Nutzer, etwa über Empfehlungen von Freunden und Lehrern, soziale Medien und Werbekampagnen.

>> die vertikale Verbindung zwischen dem Android-App-Store von Google und dem Online-Programm von Photomath für Hausaufgaben- und Lernhilfe mit einem Angebot im Bereich Mathematik. Die Kommission stellte fest, dass konkurrierende Mathematik-Apps mit Blick auf die Gewinnung neuer Nutzer nicht vom Zugang zur Suche im Google-App-Store abhängen und dass Wettbewerber auch über andere Kanäle neue Nutzer gewinnen.

Die Kommission gelangte deshalb zu dem Schluss, dass der geplante Zusammenschluss keine Wettbewerbsbedenken im EWR aufwirft. Daher gab sie das Vorhaben ohne Auflagen frei.

Unternehmen und Produkte
Google, das zu 100 Prozent im Eigentum von Alphabet Inc. steht und ihren Sitz in den USA hat, betreibt eine kostenlose Online-Suchmaschine für Endnutzer. Außerdem stellt es Betriebssysteme für mobile Geräte, Software und Hardware bereit, einschließlich eines Android-App-Stores. Google ist ferner in einer Reihe weiterer Bereiche tätig, darunter Online-Werbung und Cloud-Computing. Google bietet eine Reihe von Bildungsprodukten und Tools zur digitalen Kompetenz an, darunter sein sich auf zahlreiche Fächer erstreckendes Hausaufgaben-Programm Socratic.

Photomath mit Sitz in den USA bietet kostenlose und Premium-Versionen einer Online-App für Hausaufgaben- und Lernhilfe im Bereich Mathematik, bei der die Kamera eines Smartphones genutzt wird, um Aufgaben der "symbolischen Mathematik" zu scannen und zu lösen. Das Angebot reicht von der Algebra-Vorstufe bis hin zu Rechenaufgaben, bei denen eine mathematische Schreibweise verwendet wird, um ein mathematisches Konzept oder eine Beziehung zwischen zwei Konzepten, wie Wurzeln, Quotienten, Indizes oder Potenzen darzustellen. Photomath bietet den Nutzern schrittweise Erläuterungen zur Lösung von Mathematikaufgaben. (EU-Kommission: ra)

eingetragen: 01.04.23
Newsletterlauf: 11.07.23


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Mutmaßliche Beihilfemaßnahmen

    Die Europäische Kommission hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob bestimmte Fördermaßnahmen zugunsten des deutschen öffentlichen Nahverkehrsunternehmens WestVerkehr GmbH (im Folgenden "WestVerkehr") mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang stehen.

  • Bilanzposition und Liquidität der Lufthansa

    Die Europäische Kommission hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob eine deutsche Rekapitalisierungsmaßnahme von 6 Mrd. EUR für die Deutsche Lufthansa AG (im Folgenden "Lufthansa ") mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang steht. Die Maßnahme war ursprünglich am 25. Juni 2020 von der Kommission auf der Grundlage des Befristeten Rahmens für staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit COVID-19 genehmigt worden, doch dieser Genehmigungsbeschluss wurde am 10. Mai 2023 vom Gericht für nichtig erklärt.

  • Wettbewerb auf bestimmten Kurzstrecken

    Die Europäische Kommission hat den geplanten Erwerb der gemeinsamen Kontrolle über ITA Airways ("ITA") durch die Deutsche Lufthansa AG ("Lufthansa") und das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium ("MEF") nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Genehmigung ist an die Auflage gebunden, dass Lufthansa und das MEF die von ihnen angebotenen Abhilfemaßnahmen vollständig umsetzen.

  • Preisabsprachen zwischen Reifenherstellern

    Die EU-Kommission hat Bedenken, dass das Unternehmen gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen haben könnte, denen zufolge Kartelle und wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen verboten sind (Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union). Die Nachprüfungen fanden im Rahmen einer Untersuchung statt, für die die Kommission bereits Anfang 2024 Nachprüfungen durchgeführt hatte.

  • Steuerregelungen für Spielbankunternehmen

    Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die in Deutschland geltenden besonderen Steuerregelungen für Spielbankunternehmen nicht mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang stehen. Deutschland muss diese Beihilfen einschließlich Zinsen zurückfordern und die Steuerregelungen abschaffen.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen