- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

"Kultur der Unternehmensführung" gefordert


Korruption und die Verfilzung von Unternehmen und Politik in Deutschland und Europa
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und die FH Würzburg beleuchteten das Phänomen Korruption

"Firmenphilosophie der sauberen Hände" gefordert:
"Firmenphilosophie der sauberen Hände" gefordert: Uwe Dolata, Prof. Dr. Angelika Kreitel, Jürgen Roth, Bild: BDK Bayern

(11.12.08) - "Der Begriff "Korruption" beschreibt die Bereitschaft, gegen Bezahlung oder für einen persönlichen Vorteil unlauter zu handeln. Aufgrund des Schadens am Gemeinwohl, wird Korruption weltweit als gesetzwidrig geächtet." Mit dieser Einleitung eröffnete Prof. Dr. Angelika Kreitel anlässlich des Internationalen Antikorruptionstages die Veranstaltung in der Würzburger Fachhochschule.

Jürgen Roth, Autor von der Deutschland-Clan und ähnlichen Büchern zur Korruption, schilderte die Verfilzung von Unternehmen und Politik in Deutschland und Europa. Ihm ging es vor allem darum herauszustellen, dass Korruption kein Einzelfall mehr in Deutschland sei, sondern dass sich dieses Phänomen metastasenartig auf alle Bereiche ausbreite. "Wo noch nichts gefunden wurde, wurde nur noch nicht hingesehen".

Lehrbeauftrager für Anti-Korruptions-Strategien Uwe Dolata legte Wert darauf festzustellen, dass nicht etwa die Strafverfolgungsbehörden dieser Kriminalitätssparte Einhalt gebieten könnten, sondern dass es durch Aus- und Fortbildung und einer individuellen Organisations-Umstrukturierung in den Firmen zu einer "Kultur der Unternehmensführung" kommen muss.

Der Ruf in der Geschäftswelt ist das größte Kapital eines Unternehmens und kein Geschäftsabschluss sollte so wichtig sein, dass dieser Ruf dafür aufs Spiel gesetzt werden darf. Die Botschaft der in den von den Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung erarbeiteten Unternehmensrichtlinien sind im Arbeitsalltag dann in die Praxis umzusetzen.

Im Einklang mit den geltenden Gesetzen gilt es diese Richtlinie als eine "Firmenphilosophie der sauberen Hände" zu publizieren, die Mitarbeiter dafür zu gewinnen und sich daran messen zu lassen. Im Innenverhältnis gilt das Compliance-Programm explizit zur Vermeidung von Vorfällen, zur Früherkennung von Fehlverhalten und zur vorher festgelegten Reaktion der Unternehmen.

Dem breiten Publikum wurde vermittelt, dass wir bereits mitten im Korruptionsstrudel stecken, aber dass es immer auch Auswege daraus gibt. (BDK Bayern: ra)

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Kriminalitätsform Betrug noch effektiver bekämpfen

    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback verstärken gemeinsam den Kampf gegen Betrug im Gesundheitswesen. "Bei der Bayerischen Polizei konzentrieren wir die Ermittlungen im Bereich des Betrugs im Gesundheitswesen bei einem Wirtschaftskommissariat in jedem Polizeipräsidium", kündigte Herrmann an. Prof. Dr. Bausback begrüßte die Zuständigkeitskonzentration auf Seiten der Polizei: "Hierdurch werden fachliche Kompetenz, Erfahrung und technisches Know-how in schlagkräftigen Einheiten gebündelt. Gemeinsam mit unseren seit 2014 bestehenden drei Schwerpunktstaatsanwaltschaften sind das hervorragende Voraussetzungen, um Straftäter, die im Gesundheitswesen auf unser aller Kosten ihr Unwesen treiben, effektiv zu verfolgen."

  • Deutsche Gerichte funktionieren auch auf Englisch

    Auf Initiative Bayerns und anderer Länder behandelte der Bundesrat den länderübergreifenden Gesetzesentwurf zur Einführung von Kammern für internationale Handelssachen. Dort sollen Gerichtsverfahren künftig auch in englischer Sprache geführt werden können. Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback hierzu im Bundesrat: "Das deutsche Recht und die deutsche Gerichtsbarkeit werden - zu Recht - weltweit hoch geschätzt. Englisch als Gerichtssprache ist dabei ein wichtiger Faktor, um Deutschland als Standort internationaler Rechtsstreitigkeiten noch besser zu etablieren." Die Verständigung in englischer Sprache sei im internationalen Wirtschaftsverkehr nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund würden Prozessparteien derzeit häufig einen Gerichtsstand im englischsprachigen Raum wählen.

  • Provisionen bei der Anlageberatung

    Aktueller Bericht des niederländischen Finanzministeriums: Provisionsverbot für Finanzdienstleistungen verbessert Beratungs- und Produktqualität. Sowohl in den Niederlanden, als auch in Großbritannien sind Provisionen seit 2013 verboten. Der vzbv fordert, Provisionen auch in Deutschland zu verbieten. Positive Bilanz nach fünf Jahren Provisionsverbot: In einem aktuellen Bericht stellt das niederländische Finanzministerium Studienergebnisse zur Wirkung des Provisionsverbots vor. Demnach habe sich die Beratungs- und Produktqualität verbessert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, Provisionen auch in Deutschland zu verbieten.

  • Trends: Cloud, Compliance und OT

    Die Bedrohung durch Cyberkriminalität hat im vergangenen Jahr neue Ausmaße erreicht. Angriffe wie NotPetya und Wannacry haben weltweit für Chaos gesorgt. Diese Ransomware-Attacken, also Erpressungssoftware, bei der Angreifer in ein Computersystem eindringen, alle Daten verschlüsseln und dann Lösegeld verlangen, werden auch in Zukunft keine Einzelfälle bleiben. Welche Entwicklungen das neue Jahr außerdem mit sich bringen wird und wie Unternehmen sich darauf vorbereiten, erörtert Dr. Christopher Brennan, Regional Director DACH bei Skybox Security.

  • Die unheilige Risiko-Allianz

    Vor kurzem veröffentlichte der Allianz-Konzern nun zum siebten Mal sein sogenanntes "Risk-Barometer" mit einer Rekordzahl von diesmal 1.911 Teilnehmern aus 80 Ländern. Befragt wurde ein breites Spektrum: Allianz-Kunden und Makler, Risikoberater, Underwriter, Führungskräfte und Schadenexperten. Die Befragung wurde von Oktober bis November 2017 durchgeführt. Großkonzerne, mittlere und kleine Unternehmen waren gehalten bis zu drei Risiken anzugeben, die Ihrer Einschätzung nach derzeit die für sie wichtigsten sind. Bereits zum sechsten Mal in Folge schaffte es die Betriebsunterbrechung auf Platz 1 der weltweit am meisten gefürchteten Risiken.