- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Steuerung der Privatsphäre im Internet


Europäische Online-Werbeindustrie verabschiedet Rahmenwerk für Selbstkontrolle
Selbstkontrollrichtlinien für "Online Behavioural Advertising" (OBA) sorgen für erhöhte Transparenz und Kontrolle für die Verbraucher

(18.04.11) - Das IAB Europe veröffentlicht sein europaweit gültiges Rahmenwerk zur Selbstregulierung von nutzungsbasierter Online-Werbung ("Online Behavioural Advertising" ("OBA")). Die darin enthaltenen Richtlinien, die von führenden Unternehmen der Online-Branche unterzeichnet wurden, sind darauf ausgelegt, dem Verbraucher verbesserte Transparenz und Kontrolle im Hinblick auf Online-Werbung zu bieten.

Die Selbstkontrollverpflichtungen erhöhen die Transparenz, sobald nutzungsbasierte Online-Werbung über Dritte ausgeliefert wird (Auslieferung von Werbung auf Webseiten durch andere als die Webseite selbst). Gleichzeitig erhalten die Verbraucher über eine Reihe von neuen Mechanismen eine größere Kontrolle: Sobald die Unternehmen die aus der Selbstverpflichtung resultierenden Maßnahmen vollständig umgesetzt haben, wird OBA-basierte Display-Werbung durch ein Symbol gekennzeichnet sein, das die Verbraucher über den Einsatz von OBA informiert.

Nach einem Klick auf das Symbol werden die Verbraucher direkt auf eine Unternehmens-Webseite geleitet, auf der sie weiterführende Informationen erhalten und die Möglichkeit zur nutzerindividuellen, anbieterbezogenen Steuerung OBA-basierter Online-Werbung haben. Zusätzlich werden sie auf die europaweit gültige Webseite www.youronlinechoices.eu - in Deutschland auf www.meine.cookies.org - geleitet, die weiterführende Informationen über OBA in der jeweiligen Landessprache der Verbraucher sowie ein Tool bereit hält, das die Verwaltung umfassender Steuerungsoptionen OBA-basierter Werbung mit nur wenigen Klicks ermöglicht. Die großen praktischen Vorteile dieser Maßnahmen liegen dabei in der vollständigen Transparenz und Kontrolle für die Nutzer ohne eine Einschränkung ihres Mediennutzungskomforts.

Die Grundsätze der OBA-Selbstkontrollrichtlinien:

>>
Aufklärung für Verbraucher und Unternehmen über OBA im allgemeinen und die OBA-Richtlinien im besonderen;
>> Transparenz über Datenerhebung und -verwendung im Zusammenhang mit OBA durch Ausstattung der Verbraucher mit klaren, sinnvollen und prominenten Hinweisen;
>> Kontrolle der Verbraucher über OBA;
>> Angemessene Datensicherheit und begrenzte Speicherung der zum Zwecke von OBA erhobenen und verwendeten Daten;
>> Einschränkungen bei der Erstellung von Segmenten zur Aussteuerung von Werbung auf die Zielgruppe Kinder;
>> Einschränkungen bei der Erhebung sensibler personenbezogener Daten zum Zwecke von OBA;
>> Einhaltung und Durchsetzung der Mechanismen zur Gewährleistung der Wirksamkeit der OBA-Richtlinien einschließlich eines Siegels, das OBA-konformen Unternehmen verliehen wird und anzeigt, dass der Siegel-Inhaber gemäß der Verpflichtungen im OBA-Rahmenwerk überprüft wurde und als konform gilt.

"Online-Werbetechniken erfordern das Vertrauen der Verbraucher. Mit dem OBA-Rahmenwerk führen wir eine branchenübergreifende Selbstregulierung für nutzungsbasierte Online-Werbung in Europa ein, deren Einhaltung und Durchsetzung wir mit entsprechenden Mechanismen absichern. Diese Initiative ist ein wichtiger Meilenstein in der seit 18 Monaten laufenden Beratung und Zusammenarbeit mit den europäischen Organisationen und Verbänden der Werbetreibenden, Agenturen, Verlage und Standardisierungsausschüsse", sagt Alain Heureux, Präsident des IAB Europe.

Da die Selbstverpflichtung zunächst der Unterzeichnung der Unternehmen bedarf, wird das OBA-Rahmenwerk des IAB Europe um die Best-Practice-Empfehlungen der European Advertising Standards Alliance (EASA) erweitert. Diese Empfehlungen vervollständigen die OBA-Richtlinien, indem sie gewährleisten, dass das gesamte Werbesystem Regeln unterliegt, die gemeinsam sicherstellen, dass die gesamte Wertschöpfungskette darauf ausgerichtet ist, den Verbrauchern eine verbesserte Kontroll- und Wahlmöglichkeiten zu bieten.

"Die verabschiedeten Maßnahmen sollen die Verbraucher mit einfach zu verstehenden Informationen in die Lage versetzen, eine sinnvolle und informierte Kontrolle über ihre Daten auszuüben", erläutert Stephan Noller, Vorsitzender des Policy Committee des IAB Europe und CEO von nugg.ad.

Das OBA-Rahmenwerk des IAB Europe folgt der Anforderung der politischen Entscheidungsträger auf EU-Ebene, dass die Industrie in der Lage ist, sich wirksam selbst zu regulieren. "Europas digitale Industrie ist seit jeher führend in der Entwicklung von OBA-Technologien. Vor dem Hintergrund der hohen Datenschutzstandards in Europa wurden OBA-Technologien in Europa von Anfang an auch daraufhin entwickelt, die Privatsphäre der Nutzer bestmöglich zu schützen. Insofern ist die Einführung einer leistungsstarken Selbstregulierung der logische nächste Schritt dieser Bestrebungen, und wir werden alles daran setzen, sie zum Erfolg zu bringen. Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Kroes hat die Industrie zur Selbstregulation von OBA aufgefordert. Wir haben diese Aufforderung angenommen und sind überzeugt davon, dass eine effektive Selbstregulierung nicht nur ein gutes Beispiel für den Bereich OBA ist, sondern für die gesamte Online-Branche an sich", erklärt Matthias Ehrlich (United Internet Media), Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. (BVDW: ra)

BVDW: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Anpassung der Plattformregulierung

    Vor der Entscheidung der Rundfunkkommission der Länder zum Medienstaatsvertrag bekräftigten ANGA, Bitkom, eco sowie ZVEI ihre Kritik an den geplanten Vorgaben, die aus Sicht der Verbände die Interessen von Medienplattformen und Nutzern nicht hinreichend berücksichtigen. Die Bedenken der Verbände betreffen insbesondere die derzeit vorgesehene restriktive Umsetzung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL) im Medienstaatsvertrag. Danach sollen Überblendungen und Skalierungen unter dem Erlaubnisvorbehalt der TV-Sender stehen und nur noch im Einzelfall durch den Nutzer veranlasst werden können. Funktionen wie Bild-in-Bild oder Split-Screen, bei denen der Nutzer zwei Programme gleichzeitig ansehen kann, wären nach dem jetzigen Wortlaut nicht mehr ohne Erlaubnis der beteiligten Sender zulässig.

  • Bekämpfung der Unternehmenskriminalität

    Mit dem "Gesetz zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität" will die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, schärfere und vor allem höhere Strafen für Unternehmen in Deutschland einführen. Dem haben heute führende Rechtswissenschaftler den Münchner Entwurf eines Verbandssanktionengesetzes entgegengestellt. Die Initiative sieht einen besseren Weg zur Sanktionierung von Unternehmen bei strafrechtlich relevanten Verstößen der Führungskräfte vor. Kern des vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtsphilosophie von Prof. Dr. Frank Saliger an der Ludwig-Maximilians-Universität gemeinsam mit der Kanzlei Tsambikakis & Partner ausgearbeiteten und vom Verband "Die Familienunternehmer" unterstützten Münchner Entwurfs ist eine angemessenes Recht zur Sanktionierung von Verbänden mit am Prinzip der Verhältnismäßigkeit orientierten Geldbußen. Strafverfolgungsbehörden sollen zur Ermittlung von Rechtsverstößen gestärkt und interne Untersuchungen klar geregelt werden. Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz sollen ausgenommen werden.

  • Geht Compliance verloren?

    Wenn große Unternehmen Probleme haben, ihre Kreditkartenabwicklungssysteme sicher zu halten, ist dann potenziell jedes Unternehmen in Gefahr? Nicht unbedingt, aber der Fall macht deutlich, dass Unternehmen die Sicherheit ihrer Kartenzahlungsvorgänge sehr ernst nehmen sollten. Wir werfen einen Blick darauf, was sich aus diesen Angriffen lernen lässt. Die Angriffe bedienen sich einer gängigen Methode nämlich Cross-Site-Scripting (XXS). Bei XXS-Angriffen werden schädliche Befehle geschrieben, die dazu dienen dynamische Inhalte auf Websites auszunutzen. Im Falle der Angriffe auf Ticketmaster und BA wird vermutet, dass die Hacker Code von Fremd-Services manipuliert haben, der auf beiden der betroffenen Websites lief. Während der Verarbeitung der Kartenzahlung konnten die Hacker dann die Kundendaten abfangen. Es wird berichtet, dass das selbe Skript, das bei den Ticketmaster- und BA-Angriffen verwendet wurde, jetzt online über infizierte Anwendungen verteilt wird, wie z. B. der Code, der einstmals vom Push-Benachrichtigungsdienst Feedify verteilt wurde. Da einige Arten von XXS-Angriffen nur geringfügige Codeänderungen enthalten, sind sie zum Teil nur sehr schwer zu erkennen.

  • Verlängerung der Mietpreisbremse

    Mit dem Inkrafttreten der neuen Mieterschutzverordnung gilt die Mietpreisbremse in Bayern in 162 Städten und Gemeinden. Für Justizminister Eisenreich ist das noch nicht genug: "Jetzt muss bei der Mietpreisbremse auf Bundesebene nachgebessert werden. Unsere Ziele: Eine Begrenzung des Mietanstiegs und ein fairer Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass Investitionen in den Wohnungsbau attraktiv bleiben."

  • Versicherungsbranche & Digitale Sprachassistenten

    Für den Abschluss einer Unfallversicherung ist es in der Regel zu spät, wenn es einem erst oben auf der Skipiste einfällt. Das Versäumnis vor dem Urlaub ließe sich durch den Einsatz digitaler Sprachassistenten lösen: "Hey Siri, ich will für heute eine Unfallversicherung buchen." Eine solche situative Vereinbarung mithilfe von Siri, Cortana, Alexa und Co. bedingt eine vollständig integrierte digitale Antragsstrecke. Aktuell liefern die meisten Skills allerdings nur Informationen - beispielsweise zum Wetter oder Pollenflug - sowie Unterhaltung und Spiele. Diverse Branchen, darunter Versicherungen, beginnen jedoch mit diesen digitalen Möglichkeiten zu experimentieren. "In Zukunft wird der digitale Vertragsabschluss immer wichtiger, etwa um jüngere Menschen zu erreichen und Prozesse zu beschleunigen", erläutert Matthias Stauch, Experte für smarte Lösungen und Vorstand der Intervista AG.