Schutz vor Datendiebstahl


Drohende Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Schutz vor interner Datenspionage
Nur jedes zweite Unternehmen will sich 2008 verstärkt der internen IT-Sicherheit widmen - Ein Drittel der Firmen plant jedoch mindestens eine Verdoppelung der bisherigen Investitionen

(05.12.07) - Obwohl immer häufiger Fälle von Wirtschaftsspionage in die Schlagzeilen geraten, wollen die Unternehmen nur zögerlich in mehr Schutz vor Datendiebstahl investieren. Nach einer Erhebung des Security-Spezialisten Comco AG will sich 2008 zwar jede zweite Firma verstärkt der internen Datensicherheit widmen, allerdings weisen lediglich 27 Prozent diesem Thema eine hohe Priorität zu. Für ein Drittel der fast 350 befragten IT-Manager steht es im nächsten Jahr sogar überhaupt nicht im Vordergrund.

Diese Einordnung zeigt sich auch in den Investitionsplanungen für nächstes Jahr. So geben vier von zehn Unternehmen an, dass sie 2008 ihre Ausgaben für Maßnahmen zur internen IT-Sicherheit nicht steigern wollen. Lediglich jeder dritte befragte IT-Verantwortliche hat in jedem Fall vor, dafür mehr Geld als bisher einzusetzen. Zusätzliche 26 Prozent beabsichtigen einen ähnlichen Weg zu gehen, haben aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Wer allerdings die Notwendigkeit erkannt hat, sich stärker vor einem möglichen internen Datenmissbrauch schützen zu müssen, will dies typischerweise mit sehr deutlichen Investitionsanstrengungen vollziehen. Denn ein Viertel der Unternehmen beabsichtigt, 2008 die Ausgaben für entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu verdoppeln. Weitere 12 Prozent der Firmen planen sogar noch höhere Steigerungsraten.

"Ganz offenbar besteht in der Breite noch keine ausreichende Sensibilität für die Problematik des internen Datenmissbrauchs", interpretiert Comco-Vorstand Udo Kalinna die Ergebnisse. Stattdessen kristallisiere sich eine Minderheit an Unternehmen heraus, die dieses Thema sehr gezielt im Blick haben und hier ein überdurchschnittliches Investitionsengagement entwickeln wollen.

"Dadurch droht in der Wirtschaft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, wo ein Teil der Unternehmen die Sicherheitsrisiken im Griff hat, während sich die anderen Firmen großen Gefahren der Wirtschaftsspionage aussetzen", urteilt Kalinna. "Als Konsequenz können deutliche Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit und sogar in der Existenzsicherheit entstehen."

Befragungsergebnisse
Welche Priorität hat die interne Datensicherheit in Ihren IT-Planungen für 2008?
>> hohe Priorität 27 Prozent
>> mittlere Priorität 22 Prozent
>> geringe Priorität 32 Prozent
>> noch nicht entschieden 19 Prozent
(n = 346 Unternehmen über 50 Mio. Euro Umsatz; Quelle: Comco AG; 2007)

Planen Sie 2008 mehr in Maßnahmen zur internen Datensicherheit zu investieren als 2007?
>> in jedem Fall 33 Prozent
>> voraussichtlich 26 Prozent
>> nein 41 Prozent

Sofern Sie mehr investieren wollen: In welcher Größenordnung?
>> etwa 25 Prozent 2 Prozent
>> etwa 50 Prozent 4 Prozent
>> etwa 75 Prozent 18 Prozent
>> etwa 100 Prozent 23 Prozent
>> über 100 Prozent 12 Prozent
(Comco: ra)



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