CO2-Einsparpotenzial nutzen


"ICT Sustainability Index": Senkung der Treibhausgasemissionen durch den gezielten Einsatz von IKT-Technologien
Studie untersuchte das Potenzial von 17 Technologien bei der Senkung des CO2-Ausstoßes in vier wichtigen Wirtschaftszweigen


(22.12.09) - IDC hat die Ergebnisse einer Spezialstudie bekannt gegeben, die sich mit der Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bei der Senkung der CO2-Emissionen bis 2020 beschäftigt; dabei geht es um einen Rückgang von fast 5,8 Mrd. Bruttoregistertonnen.

Des Weiteren stellte IDC ihren erstmals erstellten ICT Sustainability Index vor, der eine Rangliste der G20-Staaten im Hinblick auf deren Potenzial, durch den Einsatz von IKT die CO2-Emissionen zu reduzieren, beinhaltet. Japan nimmt in dieser Ranking-Liste im Index unangefochten den ersten Platz ein.

Die Forschungsarbeit von IDC wurde gesponsert von Fujitsu, Hitachi, HP, Intel und Schneider Electric. Die Studie untersuchte das Potenzial von 17 Technologien bei der Senkung des CO2-Ausstoßes in vier wichtigen Wirtschaftszweigen (Energieerzeugung und -verteilung, Transportwesen, produzierende Industrie und Wohnungswesen) in den G20-Staaten.

Dabei können Managementsysteme für erneuerbare Energien im Rahmen von so genannten "Smart Grids", also intelligenten Stromnetzen, die CO2-Emissionen am stärksten senken. Die Forschungsergebnisse lassen zudem darauf schließen, dass China in diesem Bereich das höchste Potenzial aufweist; insgesamt, so die Berechnungen, kann das Land fast 200 Millionen Tonnen CO2 mit Hilfe dieser Technologien einsparen. Im Transportsektor müssten zu diesem Zweck vor allem Investitionen in IKT-Technologien getätigt werden, die die Lieferlogistik und den Individualverkehr optimieren. Hier wurde von IDC für die USA das höchste Potenzial ermittelt; mögliche CO2-Einsparungen bis 2020 werden auf über 500 Millionen Tonnen beziffert.

Im Wohnungswesen kann mit Hilfe von IKT-basierten Lösungen ebenso viel CO2 eingespart werden wie in den Bereichen Energie und Transport. Energiemanagementsysteme und eine intelligente Bauplanung bieten von allen Technologien das höchste Potenzial bzw. machen fast zwölf Prozent der in den G20-Nationen möglichen Energieeinsparungen aus. In der produzierenden Industrie könnten durch den Einsatz von intelligenten Motorsteuerungen Einsparungen erzielt werden; hier ist das höchste CO2-Einsparpotenzial in China zu finden.

"Wie erwartet gibt es vor allem in China und den Vereinigten Staaten sehr gute Einsparmöglichkeiten", sagte Roberta Bigliani, Research Director bei der IDC Energy Insights Sparte. "Diese beiden Länder, aber auch alle anderen G20-Staaten sollten sich vor allem um den Einsatz von Softwarelösungen mit Energiemanagementsystemen kümmern."

Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten ICT Sustainability Index sagte Chris Ingle, IDC Associate Vice President: "Der Sustainability Index soll einen fairen Vergleich der einzelnen Länder im Hinblick auf deren potenziellen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen durch Investitionen in und den Einsatz von IKT-Lösungen im Sinne einer nachhaltigen und umweltschonenden Wirtschaft ermöglichen."

Wie die Ergebnisse des ICT Sustainability Index zeigen, liegt Japan bei den G20-Nationen an erster Stelle; mit einigem Abstand folgen die Vereinigten Staaten (2. Platz); Brasilien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien teilen sich den 3. Rang. Südkorea belegt den 11., China den 12., Indien den 13., Russland den 15. und Südafrika den 19. Platz. Die vollständige Rankingliste ist im Report enthalten.

Laut Vernon Turner, Senior Vice President Enterprise Infrastructure, Consumer & Telecom Research bei IDC, "steht Japan bei den Möglichkeiten, CO2-Produktion und CO2-Nutzung für eine nachhaltige Wirtschaft und zum Schutz der Umwelt in ein ausgeglichenes Verhältnis zu bringen, an der Spitze; berücksichtigt wurden dabei das Bruttoinlandsprodukt, das Transportnetz, die Gebäudeinfrastruktur und IKT-Investitionen. Besonders erwähnt werden sollte Brasilien als das führende Schwellenland im Ranking."

Der ICT Sustainability Index ist Bestandteil der ganzheitlich ausgelegten Green Initiative von IDC; sie soll Entscheidungsträgern ein Verständnis von der Rolle der Technologie bei der Adressierung der Herausforderungen und Möglichkeiten der heutigen Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen vermitteln. Die Initiative wurde 2008 gestartet und hat seitdem wichtige Forschungsdaten über Strommanagement und Automatisierung im Rechenzentrum, die Förderung einer grünen Beschaffung im asiatisch-pazifischen Raum sowie Richtlinien für das Dokumentenmanagement im Unternehmensumfeld geliefert.

Im Rahmen der "Industry Insights" Sparte von IDC wurde zudem Forschungsarbeit geleistet, die klären hilft, wie in vertikalen Märkten bzw. Branchen, von produzierenden Unternehmen über das Gesundheitswesen bis hin zum öffentlichen Dienst, mit Hilfe modernster IT-Tools und -Services grüne Initiativen insgesamt unterstützt werden können. Schließlich gibt es noch den Green Recycling & Asset Disposal for the Enterprise (G.R.A.D.E.) Zertifizierungsprozess von IDC; er bewertet die Funktionen und Aufgaben der so genannten ITAD-Anbieter (IT Asset Disposal), also derjenigen IT-Firmen, die Unterstützung bei der Entsorgung von IT-Ressourcen anbieten, damit diese auch die strengsten gesetzlichen, Sicherheits- und Umwelt-Standards erfüllen. (DC: ra)

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