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Strommärkte werden zusammengeschlossen


Matthias Kurth: "Ein Riesenschritt auf dem Weg zum europäischen Energiemarkt"
Strom aus den Regionen, wo er billiger erzeugt worden ist, könne nun auch in die Regionen mit höherem Preisniveau fließen


(17.11.10) - Als einen "Riesenschritt auf dem Weg zur Vollendung des europäischen Energiemarktes" bezeichnete der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, die Entscheidung der Stromnetzbetreiber sowie der Energiebörsen aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten, ihre Strommärkte in vollem Umfang zusammenzuschließen ("Market Coupling"). Damit verwirkliche sich ein wichtiges Anliegen der deutschen und europäischen Energiepolitik.

Eine besondere Bedeutung habe der Zusammenschluss dadurch, dass der neue zentraleuropäische Stromverbund sofort mit dem bereits existierenden Verbund zwischen Deutschland und Nordeuropa (Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland) vereinigt werde.

Die Bundesnetzagentur habe die Vereinigung dieser beiden Verbünde maßgeblich unterstützt und die Verhandlungen über die Schaffung der notwendigen Koordinierung geleitet. Eine solche Koordinierung ist notwendig, da die beiden Verbünde operativ noch unterschiedlich organisiert sind. Der Betrieb soll aber sobald wie möglich vereinheitlicht werden.

Der Vorteil eines Stromverbundes liegt darin, dass Strom aus den Regionen, wo er billiger erzeugt worden ist, auch in die Regionen mit höherem Preisniveau fließen kann, was dort zu einer Senkung und insgesamt zu einer Vereinheitlichung der Großhandelspreise in den verbundenen Regionen maßgeblich beiträgt. Hierdurch wird gleichzeitig die Liquidität des Energiehandels erhöht und der Wettbewerb gefördert. Deutschland könne durch seine geografische Lage und seine im europäischen Vergleich bereits überdurchschnittliche Ausstattung mit Interkonnektoren vom großen Stromverbund besonders profitieren, so Kurth.

Kurth hob die Leistung aller Marktbeteiligten sowie der betroffenen Regulierer am gemeinsam erreichten Ergebnis hervor. Es sei ein besonders erfolgreiches Beispiel regionaler Zusammenarbeit in einer durchaus schwierigen Materie. Gemeinsames Verständnis sei dabei, dass man bei diesem Ergebnis nicht stehenbleiben werde. Der nächste Schritt sei die Erweiterung nach Süden sowie der Verbund mit den Märkten Osteuropas.

Kurth: "Mit dem Start des harmonisierten Market Couplings in West- und Nord-Europa ist der gemeinsame Strommarkt von Hammerfest bis Marseille erreicht. Unsere Vision ist: Morgen sollen auch Lissabon, Tallin und Athen dazugehören." (Bundesnetzagentur: ra)

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