- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Übernahmen & Veräußerungsverpflichtungen


Fusionskontrolle: Europäische Kommission gibt Teilübernahme der Pflanzenschutzsparte von DuPont durch FMC sowie Übernahme der Gesundheits- und Ernährungssparte von FMC durch DuPont unter Bedingungen frei
Die Freigabe dieses Zusammenschlusses ist an die Bedingung geknüpft, dass FMC seine Sulfonylharnstoff- und seine Florasulam-Sparte veräußert

- Anzeigen -





Die Europäische Kommission hat die geplante Teilübernahme der Pflanzenschutzsparte von DuPont durch FMC und die Übernahme der Gesundheits- und Ernährungssparte von FMC durch DuPont nach der EU-Fusionskontrollverordnung unter Bedingungen genehmigt. Beide Übernahmen stehen mit Veräußerungsverpflichtungen in Zusammenhang, die im Rahmen des Zusammenschlusses von Dow und DuPont eingegangen wurden.

Den Beschlüssen ging die Genehmigung des Zusammenschlusses von Dow und DuPont voraus, die die Kommission im März 2017 unter Bedingungen erteilt hat. DuPont verpflichtete sich, große Teile seiner weltweiten Pflanzenschutzsparte zu veräußern, darunter seine weltweite Forschungs- und Entwicklungsorganisation, die FMC nun übernimmt. Als Teil der Vereinbarung zur Übernahme dieser Teile der Pflanzenschutzsparte von DuPont verkauft FMC seine Gesundheits- und Ernährungssparte an DuPont.

Teilübernahme der Pflanzenschutzsparte von DuPont durch FMC
Die Freigabe dieses Zusammenschlusses ist an die Bedingung geknüpft, dass FMC seine Sulfonylharnstoff- und seine Florasulam-Sparte veräußert. Sulfonylharnstoffe und Florasulam sind Herbizide, mit denen zweikeimblättrige Unkräuter in Getreidekulturen bekämpft werden.

Die Kommission hatte Bedenken, dass der Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form es FMC durch den Wegfall eines engen Wettbewerbers (DuPont) ermöglicht hätte, einseitig die Preise auf einer Reihe nationaler Märkte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu erhöhen. Dies wäre bei Produkten der Fall gewesen, mit denen zweikeimblättrige Unkräuter im Getreide bekämpft werden, nachdem die Getreidesaat aufgegangen ist (Bekämpfung nach Pflanzenaufgang). Durch die von FMC angebotenen Verpflichtungen werden diese Bedenken ausgeräumt.

FMC hat angeboten, seine Sulfonylharnstoff- und seine Florasulam-Sparte im EWR zu veräußern, indem ausschließliche Lizenzen für Thifensulfuron-ethyl, Tribenuron-ethyl, Metsulfuron-ethyl und Florasulam – auch in Mischungen mit anderen wirksamen Bestandteilen – erteilt und die für die Fortführung dieser Geschäftsbereiche erforderlichen Mitarbeiter bereitgestellt werden.

Übernahme der Gesundheits- und Ernährungssparte von FMC durch DuPont
Die Freigabe dieses Zusammenschlusses ist an die Bedingung geknüpft, dass DuPont seine weltweite Alginat-Sparte veräußert. Alginate werden als Stabilisierungs-, Verdickungs- oder Geliermittel in Lebensmitteln und Arzneimitteln verwendet.

Die Kommission hatte Bedenken, dass der Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form die beherrschende Stellung von FMC bei als Arzneistoffträger verwendeten Alginaten gestärkt und den Wettbewerb bei Lebensmittelanwendungen durch den Wegfall eines wichtigen Wettbewerbers (FMC) auf dem EWR-Markt erheblich verringert hätte. Durch die von DuPont angebotenen Verpflichtungen werden diese Bedenken ausgeräumt.

DuPont hat angeboten, seine weltweite Alginat-Sparte zu veräußern, einschließlich aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte, die für den Bezug, die Entwicklung, die Herstellung, die Verpackung und den Verkauf von Alginaten benötigt werden. Hierzu gehören auch der Herstellungsbetrieb von DuPont in Landerneau (Frankreich), eine Lizenz zur Nutzung der Marke Grinsted Alginate für einen bestimmten Zeitraum sowie die Pektin-Alginat-Mischungen von DuPont.

Angesichts der für diese Übernahmen vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen gelangte die Kommission zu dem Ergebnis, dass durch die geplanten Zusammenschlüsse in der geänderten Form wirksamer Wettbewerb im EWR nicht erheblich behindert würde. Die Genehmigung beider Zusammenschlüsse erfolgt unter der Bedingung, dass die jeweiligen Verpflichtungen in vollem Umfang eingehalten werden.

Unternehmen und Produkte
DuPont hat seinen Sitz in den USA. Es ist die oberste Muttergesellschaft der DuPont-Gruppe, die auf dem Gebiet der Erforschung, Entwicklung und Produktion sowie des Vertriebs und Verkaufs einer Vielzahl von chemischen Erzeugnissen, Polymeren, Agrochemikalien, Saatgut, Lebensmittelzutaten und anderen Materialien tätig ist.

Auch FMC ist in den USA ansässig. Es ist ein weltweit tätiges Spezialchemie-Unternehmen, das Produkte für Landwirtschaft, Industrie und Verbraucher anbietet.
(Europäische Kommission: ra)

eingetragen: 23.08.17
Home & Newsletterlauf: 22.09.17


- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Neue Standorte für die EMA und die EBA

    23 Städte haben sich um die Ansiedlung der derzeit in London ansässigen Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) beworben. Da die Bewerbungsfrist Ende Juli abgelaufen ist, wird die EU-Kommission nun mit der Auswertung der Bewerbungen beginnen. Alle Angebote der Mitgliedstaaten werden objektiv und auf der Grundlage der Kriterien geprüft, die von Kommissionspräsident Juncker und Ratspräsident Tusk festgelegt und von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der EU-27 auf der Tagung des Europäischen Rates vom 22. Juni 2017 (Artikel 50) gebilligt wurden. Die Kommission wird ihre Bewertung am 30. September 2017 veröffentlichen. Die Minister im Rat werden dann im November über den künftigen Sitz der beiden Agenturen entscheiden. Die Bewertung der Kommission wird die Grundlage für politische Beratungen im Rahmen der Tagung des Rates "Allgemeine Angelegenheiten" (Artikel 50) im Oktober 2017 bilden. Damit die Verlegung der beiden Agenturen reibungslos und zeitnah erfolgen kann, wird die endgültige Entscheidung über die neuen Standorte auf der Tagung des Rates "Allgemeine Angelegenheiten" (Artikel 50) im November 2017 gefällt.

  • Feinstaubbelastung & Stickoxid-Grenzwerte

    Nach dem Dieselgipfel in Berlin wird die Europäische Kommission analysieren, ob die vorgeschlagenen Software-Updates ausreichen werden, um die Stickoxid-Grenzwerte künftig einzuhalten. "Wir begrüßen die Bemühungen der deutschen Regierung und der Industrie das Vertrauen der Konsumenten wieder herzustellen und die Risiken für die öffentliche Gesundheit zu reduzieren", sagte eine Sprecherin in Brüssel. "Wir werden die ersten Maßnahmenvorschläge analysieren, sobald wir alle Details erhalten haben. Insbesondere werden wir untersuchen, ob die vorgeschlagenen Software-Updates ausreichen werden, um die NOx-Emissionen unter die bestehenden Grenzen zu drücken. Die Verbraucher sollten von etwaigen zusätzlichen Kosten und anderen möglichen nachteiligen Auswirkungen in Bezug auf Kraftstoffverbrauch und Haltbarkeit des Autos verschont werden."

  • Grundlage für viele innovative Produkte

    Die EU-Kommission hat eine Konsultation gestartet, um Feedback zur zukünftigen Entwicklung von Superrechnern einzuholen. Ziel ist es, eine europäische Initiative für Hochleistungsrechnen ins Leben zu rufen. Die Ergebnisse der Konsultation sollen als Orientierungshilfe bei der Entwicklung der nächsten Generation von Hochleistungsrechnen- und Dateninfrastruktur in Europa dienen. Hochleistungsrechner bieten aufgrund ihrer Kapazität, riesige Datenmengen in Echtzeit auszuwerten, enorme Möglichkeiten für Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft in der EU. Die Konsultation läuft bis zum 5. September 2017.

  • Strafverfolgung & Elektronische Beweismittel

    Die EU-Kommission will den grenzüberschreitenden Zugang zu elektronischen Beweismitteln verbessern und hat dazu eine öffentliche Konsultation gestartet. Mit dem Vorschlag will die Kommission die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden im digitalen Zeitalter vereinfachen. Vera Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, sagte: "Das Verbrechen kennt keine Grenzen, strafrechtlichen Ermittlungen dagegen oft sehr wohl. Das werden wir ändern. Die Welt des Internets darf kein sicherer Hafen für Kriminelle sein." Die Konsultation wird bis zum 27. Oktober 2017 laufen.

  • Hochgeschwindigkeitsinternet in Deutschland

    Die EU-Kommission hat Lösungen für Hochgeschwindigkeitsinternet in Deutschland gebilligt. Konkret wurden drei virtuelle Zugangsprodukte in Deutschland genehmigt, die die Nutzung der sogenannten Vectoring-Technologie in staatlich geförderten Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzen ermöglichen. Dadurch kann die Netzanbindung in ländlichen Gebieten gefördert werden und gleichzeitig der Wettbewerb im Binnenmarkt erhalten bleiben. Im Juni 2015 genehmigte die Kommission eine deutsche Beihilferegelung in Höhe von 3 Mrd. Euro zur Förderung von Investitionen im Bereich der Hochgeschwindigkeitsbreitbandinfrastruktur, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen es an privaten Investitionen fehlt. In ihrem Beschluss genehmigte die Kommission die Anwendung der sogenannten Vectoring-Technologie unter der Voraussetzung, dass Deutschland virtuelle Zugangsprodukte anbietet, um den physischen Zugang, der durch den Einsatz des Vectorings verloren geht, zu ersetzen.