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Beihilfebedingte Wettbewerbsverzerrungen


Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt 49,06 Mio. Euro-Beihilfe für 3Sun-Solarmodulfabrik in Catania, Italien
Aus den Wirtschaftsdaten für 2004 und 2009 geht hervor, dass der Fotovoltaikmarkt zweistellige Wachstumszahlen verzeichnete und damit weit über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum im Europopäischen Wirtschaftsraum (EWR) im selben Zeitraum lag


(08.04.11) - Die Europäische Kommission hat eine regionale Investitionsbeihilfe von 49,06 Mio. Euro zugunsten von 3Sun Srl, einem Gemeinschaftsunternehmen von STMicroelectronics NV, Sharp Corporation und Enel Green Power SpA, nach den EU-Beihilfevorschriften genehmigt. Mit der Beihilfe soll in der sizilianischen Provinz Catania die Fertigung von Solarmodulen für die Stromerzeugung gefördert werden. Das Vorhaben erfordert Investitionen in Höhe von 358,68 Mio. Euro.

Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass die Maßnahme die EU-Beihilfevorschriften sowie die Kriterien der Leitlinien für staatliche Beihilfen mit regionaler Zielsetzung 2007-2013 (IP/05/1653) erfüllt, da die positiven Auswirkungen der Investition zur Förderung der Regionalentwicklung insgesamt gesehen die potenziellen beihilfebedingten Wettbewerbsverzerrungen überwiegen.

In dem von STMicroelectronics, Sharp und Enel Green Power gegründeten und gemeinsam kontrollierten Gemeinschaftsunternehmen 3Sun sollen Dünnschicht-Solarmodule mit mehreren Übergängen (Multiple-Junction-Technologie) hergestellt werden. Die neue Fabrik wird eine Produktionskapazität von 240 Megawatt pro Jahr haben. Die Bauarbeiten haben im Juli 2010 begonnen und werden voraussichtlich Ende 2012 abgeschlossen sein.

Das Investitionsvorhaben liegt in der sizilianischen Provinz Catania, die nach Artikel 107 Absatz 3 Buchstabe a des Vertrags über die Funktionsweise der Europopäischen Union (AEUV) aufgrund des dortigen außergewöhnlich niedrigen Lebensstandards und der hohen Arbeitslosigkeit für Beihilfen in Betracht kommt.

Die Kommission hat das Vorhaben nach den Leitlinien für Regionalbeihilfen und insbesondere auf der Grundlage der darin enthaltenen Vorschriften für große Investitionsvorhaben, die herabgesetzte Beihilfehöchstsätze und spezifische Schwellenwerte für den Marktanteil und die Produktionskapazitäten der Beihilfeempfänger vorsehen, geprüft.

Die Kommissionsuntersuchung ergab, dass die geplante Beihilfe die Schwellenwerte der Leitlinien nicht übersteigt. Nach den Berechnungen der Kommission liegen die Marktanteile von 3Sun und Sharp auf dem Weltmarkt für Fotovoltaikprodukte sowohl vor als auch nach der Investition deutlich unter dem Schwellenwert von 25 Prozent.

Aus den Wirtschaftsdaten für 2004 und 2009 geht hervor, dass der Fotovoltaikmarkt zweistellige Wachstumszahlen verzeichnete und damit weit über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum im Europopäischen Wirtschaftsraum (EWR) im selben Zeitraum lag. Deshalb stellte die Kommission fest, dass auch die durch das Vorhaben geschaffene zusätzliche Kapazität wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist. Da die Schwellenwerte für den Marktanteil und das Marktwachstum nicht überschritten wurden, kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass die positiven Auswirkungen der Investition auf die regionale Entwicklung etwaige Wettbewerbsverzerrungen überwiegen.

Sobald alle Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz vertraulicher Daten geklärt sind, wird die nichtvertrauliche Fassung des Beschlusses über das Beihilfenregister auf der Website der GD Wettbewerb unter der Nummer N 405/2010 zugänglich gemacht. Über neu im Internet und im Amtsblatt veröffentlichte Beihilfeentscheidungen informiert der elektronische Newsletter State Aid Weekly e-News. (Europäische Kommission: ra)

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Meldungen: Europäische Kommission

  • Anwendung der Datenschutzvorschriften

    80 Prozent der Deutschen haben von den neuen europäischen Datenschutzvorschriften gehört, aber nicht immer machen die Menschen ausreichend von ihren Rechten Gebrauch. So liest sich nur jeder zehnte Deutsche die Datenschutzerklärungen vollständig durch, EU-weit sind es 13 Prozent. Das geht aus einem veröffentlichten Eurobarometer hervor, das die Europäische Kommission anlässlich des ersten Jahres der Anwendung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) veröffentlicht hat. Die Kommission startet ab sofort eine Sensibilisierungskampagne, mit der die Bürger ermutigt werden sollen, Datenschutzerklärungen durchzulesen und ihre Datenschutzeinstellungen so zu optimieren, dass sie nur noch solche personenbezogenen Daten mitteilen, zu deren Preisgabe sie bereit sind.

  • Herstellung eigen hergestellter Sprengstoffe

    Substanzen, die für die Eigenherstellung von Explosivstoffen verwendet werden können, werden in der EU künftig strenger kontrolliert. Der Rat hat eine Verordnung angenommen, mit der die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe in der gesamten EU strenger geregelt wird. Ziel ist es, die Verfügbarkeit dieser Stoffe für die Allgemeinheit einzuschränken und sicherzustellen, dass verdächtige Transaktionen entlang der Lieferkette entsprechend gemeldet werden.Mit den neuen Vorschriften wird der Zugang zu chemischen Stoffen, die für die Eigenherstellung von Explosivstoffen verwendet werden können, weiter eingeschränkt. Ziel ist es, angesichts der zunehmenden Bedrohung der öffentlichen Sicherheit durch Terrorismus und andere schwere Straftaten die illegale Herstellung von Explosivstoffen zu verhindern.

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    Die EU-Kommission hat als Beitrag zum Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs eine erste Bilanz zur Bekämpfung von Desinformation rund um die Europawahl gezogen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir die Auswirkungen von Desinformationskampagnen - auch von ausländischen Akteuren - durch unsere Anstrengungen, darunter die verstärkte Koordinierung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten, begrenzen konnten. Es bleibt aber noch immer viel zu tun. Die Wahlen zum Europäischen Parlament waren schließlich nicht frei von Desinformation. Das dürfen wir so nicht als normal hinnehmen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kommission und der Hohen Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik. "Böswillige Akteure ändern ständig ihre Strategien. Wir müssen stets versuchen, ihnen voraus zu sein. Die Bekämpfung von Desinformation ist eine gemeinsame, langfristige Herausforderung für die EU-Organe und die Mitgliedstaaten."

  • Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen

    Neue Regeln werden es den Versicherern erleichtern, in langfristig in Unternehmen zu investieren, besonders in kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die derzeitige Höhe der Eigenkapitalanforderungen (Solvency II) macht es für die Versicherer kostspielig, KMU zu finanzieren. Das gilt besonders für langfristige Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen. Fortan müssen Versicherer dafür weniger Kapital zurücklegen. Das dürfte Investitionen des privaten Sektors für die Realwirtschaft mobilisieren - ein zentrales Ziel der Kapitalmarktunion.

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    Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse einer europaweiten Untersuchung von Lebensmittelprodukten veröffentlicht. Es wurde kein Ost-West-Unterschied bei der Zusammensetzung von Markenlebensmitteln festgestellt, aber ein Drittel der getesteten Produkte, die als identisch oder ähnlich vermarktet wurden, wies eine unterschiedliche Zusammensetzung auf. Tibor Navracsics, Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport und zuständig für die Gemeinsame Forschungsstelle, erklärte: "Es gibt unter den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern die Wahrnehmung, dass von ihnen erworbene Markenlebensmittel sich von einschlägigen anderswo erhältlichen Produkten unterscheiden und - möglicherweise - schlechter sind. Die Kommission hat ihren wissenschaftlichen Dienst beauftragt, zu der objektiven Bewertung, wie verbreitet solche Unterschiede im Binnenmarkt sind, beizutragen. Die Bilanz fällt gemischt aus: Zwar ist zu begrüßen, dass sich hinsichtlich der Zusammensetzung von Markenlebensmitteln keine Anzeichen für eine Kluft zwischen Ost und West feststellen ließen, doch erfüllt es mich mit Sorge, dass knapp ein Drittel der geprüften Produkte eine unterschiedliche Zusammensetzung aufwies, aber als identisch oder ähnlich vermarktet wurde."