- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Whistleblowing gewinnt an Akzeptanz


Whistleblower-Umfrage: Geringe Akzeptanz für Illegale Praktiken bei europäischen Arbeitnehmern
Europaweit waren die Befragten am ehesten bereit, Mobbing oder Diskriminierung am Arbeitsplatz anzuzeigen

- Anzeigen -





Nahezu jeder fünfte (15 Prozent) Mitarbeiter in europäischen Klein- und Mittelstandsunternehmen weiß von illegalen oder unethischen Praktiken an seinem Arbeitsplatz. Dies zeigt eine neue Untersuchung der BSA | The Software Alliance. In einer Umfrage unter 12.000 Arbeitnehmern in kleinen und mittleren Unternehmen in Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Polen gaben 74 Prozent der Befragten an, illegales oder unethisches Verhalten am Arbeitsplatz gegebenenfalls anzuzeigen oder bereits angezeigt zu haben. Dies weist auf einen übergreifenden Gerechtigkeitssinn unter europäischen Arbeitnehmern hin und sollte in den mittelständischen Chefetagen als Weckruf dienen. Die BSA fordert Unternehmen auf sicher zu stellen, dass illegales oder unethisches Verhalten ausgeschlossen ist.

In Deutschland geben 62 Prozent der Mitarbeiter an, dass sie illegales oder unethisches Verhalten am Arbeitsplatz anzeigen würden oder bereits angezeigt haben. Nach den Gründen gefragt, gaben 45 Prozent moralische Gründe als wichtigstes Motiv für einen Hinweis an, 42 Prozent sehen es als professionelle Pflicht an und nur 14 Prozent erwarten eine Belohnung.

Weitere Ergebnisse:
>>
Fast jeder fünfte Mitarbeiter in europäischen KMU weiß von illegalem oder unethischem Verhalten am Arbeitsplatz.
>> Arbeitnehmer in Großbritannien sind am ehesten bereit, illegales oder unethisches Verhalten zu melden: 82 Prozent der Befragten wären dazu bereit oder haben dies bereits getan.
>> Polnische Arbeitnehmer wissen am häufigsten von Missständen: 22 Prozent geben an, von illegalen oder unethischen Praktiken in ihrem Unternehmen zu wissen.
>> Ein Viertel der Arbeitnehmer in Großbritannien würden eine Belohnung für ihren Hinweis erwarten, in Spanien nur 9 Prozent.

Anonymität geht vor
Von den Befragten, die von Missständen im eigenen Unternehmen wussten, war nur ein kleiner Teil (11 Prozent) unter keinen Umständen bereit, einen Hinweis abzugeben. Rund die Hälfte (48 Prozent) wünschte sich dafür Anonymität, ein Drittel (32 Prozent) forderte eine finanzielle Entlohnung.

Europaweit waren die Befragten am ehesten bereit, Mobbing oder Diskriminierung am Arbeitsplatz anzuzeigen. 66 Prozent gaben dies an. Betrug (50 Prozent), der Diebstahl von Unternehmenseigentum (56 Prozent), Veruntreuung (54 Prozent), Steuerhinterziehung (47 Prozent) und der Verstoß gegen Industriestandards (40 Prozent) folgten in der Rangliste. Es zeigte sich hier weitestgehende Übereinstimmung in der europaweiten Einstellung zu Missständen.

Über ein Drittel aller Arbeitnehmer in Europa (34 Prozent) würden illegale IT-Praktiken wie die Verwendung illegaler oder gefälschter Software anzeigen. Dieser Wert liegt in Deutschland bei 37 Prozent. Weiterhin vermuten 12 Prozent der Befragten in Europa, dass ihr Unternehmen aktuell illegale oder unlizenzierte Software einsetzt (Deutschland: 10 Prozent).

Whistleblowing gewinnt an Akzeptanz
Die BSA gibt die Möglichkeit, Hinweise auf unlizenzierte Software abzugeben und bietet Belohnungen für erfolgreich abgeschlossene Fälle an. Die Zahl der Hinweise an die BSA in Europa stieg von 3.900 im Jahr 2015 auf über 4.500 im Jahr 2017. Allein im vergangenen Jahr mussten Unternehmen in Europa über 7 Millionen Euro Schadenersatz für den Einsatz unlizenzierter Software zahlen.

Georg Herrnleben, Senior Director Compliance Programs EMEA bei der BSA, sagte: "74 Prozent aller Arbeitnehmer in Europa sind bereit, illegale oder unethische Praktiken zu melden. Unternehmen, egal ob groß oder klein, sollten dafür sorgen, dass bei ihnen alles mit rechten Dingen zugeht. Sie sollten sich selber nicht dem Risiko eines Image- oder finanziellen Schadens aussetzen.

Die Ergebnisse unserer Umfrage beweisen auch, dass jetzt der Zeitpunkt ist zu handeln – ob das nun eine Überprüfung der IT-Prozesse oder eine Verbesserung des Managements ist. Denn allen regionalen Schwankungen zum Trotz: Mitarbeiter haben ein Interesse daran dazu beitragen, dass illegales oder unethisches Verhalten am Arbeitsplatz keinen Platz hat."

Die Umfrage wurde zwischen dem 16. Februar und 24. April 2017 vom Marktforschungsunternehmen Opinium unter 12.030 Arbeitnehmern in kleinen bis mittleren Unternehmen (bis zu 249 Arbeitsplätze) in Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland und UK durchgeführt.
(BSA: ra)

eingetragen: 15.01.18
Home & Newsletterlauf: 14.02.18

BSA: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Studien

  • Die verhängten Haftstrafen nahmen zu

    Im Kampf gegen Korruption drohen Tätern rund um den Globus, einer Erhebung der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells zufolge, immer höhere Strafen. Allein in den USA stieg 2018 demnach die Summe der verhängten Geldstrafen im Zusammenhang mit Korruption um rund 80 Prozent auf mehr als sechs Milliarden US-Dollar, heißt es im aktuellen "Global Bribery and Corruption Outlook 2019" der Sozietät. In Singapur kletterte die Summe der Strafen um 25 Prozent. Auch in Europa wurden empfindliche Geldstrafen verhängt, so etwa in Deutschland in Milliardenhöhe.

  • Zufriedenheit mit Bankdienstleistungen

    Bei den Ombudsleuten der privaten Banken sind im vergangenen Jahr rund ein Viertel weniger Beschwerden von Bankkunden eingegangen. "Die Anzahl der Beschwerden sinkt seit Jahren kontinuierlich und liegt nun auf einem Niveau wie vor der Finanzkrise", sagte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands. "Die Zufriedenheit mit Bankdienstleistungen nimmt offenbar zu. Zudem haben die Banken ihre internen Managementsysteme für Beschwerden weiter verbessert." Im vergangenen Jahr gingen beim Ombudsmann der privaten Banken knapp 4.000 gegen Mitgliedsinstitute gerichtete Schlichtungsanträge ein, 2017 waren es noch 5.338 - ein Rückgang um rund ein Viertel. Dieser Trend zeigt sich in allen Bereichen des Bankgeschäfts.

  • Compliance & die schnelle Einführung von DataOps

    Laut dem Forschungs- und Beratungsunternehmen 451 Research, planen Unternehmen auf der ganzen Welt bedeutende Investitionen in dem Bereich DataOps. Diese und weitere wichtige Erkenntnisse gehen aus der neuen Studie "DataOps Lays the Foundations for Agility, Security and Transformational Change" hervor, die sich mit den Strategien zur digitalen Transformation 2019 befasst. In der Umfrage gaben 86 Prozent der Teilnehmer an, ihre Investitionen in DataOps-Strategien und -Plattformen innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erhöhen. 92 Prozent erwarten, dass die DataOps-Technologie einen nachhaltig positiven Einfluss auf den Geschäftserfolg ihres Unternehmens haben wird.

  • Jeder dritte HRler mit Brexit überfordert

    Fast jeder dritte europäische Personal- und Lohnbuchhalter ist nicht in der Lage, mit dem Brexit umzugehen. Das ergibt eine Umfrage der SD Worx, einem führenden Anbieter von globalen Dienstleistungen für Payroll und HR, unter 1.000 HR-, Payroll- und Rechtsexperten in Unternehmen in Großbritannien und Europa. Demnach erwarten 63 Prozent der Befragten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Brexit, von denen 18 Prozent sogar davon ausgehen, dass es sehr große Schwierigkeiten geben wird.

  • Geräte im Netzwerk: Compliance sicherstellen

    Forescout Technologies gab die Ergebnisse einer Studie in Deutschland bekannt, die Censuswide im Auftrag von Forescout durchgeführt hat. Durch die immer stärkere Vernetzung und eine wachsende Anzahl an Endgeräten ändern sich die Anforderungen an Sicherheitsstrategien. Diese Erkenntnisse bestätigt die Studie unter 500 Führungskräften und IT-Leitern in Deutschland, die im Januar 2019 durchgeführt wurde.