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Umsetzung der EU-DSGVO


EU-DSGVO: Unternehmen üben sich in Gelassenheit und unterschätzen dabei das Ausmaß der Auswirkungen auf Organisation und Reputation
57 Prozent der deutschen Unternehmen haben noch nicht mit der Umsetzung der EU-DSGVO begonnen haben - Zwei Drittel der Verbraucher planen bereits, von ihrem Auskunfts- und Löschrecht Gebrauch zu machen, sobald die DSGVO in Kraft tritt

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Datenschutz? Uns doch egal! Diesen Eindruck vermitteln viele deutsche Unternehmen, wie eine von Commvault vorgestellte Studie ergab. Die von DMI (Deutsche Messe Interactive) durchgeführte Umfrage untersuchte den Fortschritt bei der Umsetzung der im Mai 2018 in Kraft tretenden Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) und ergab, dass das Thema zwar bei den Entscheidern angekommen ist, aber noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Immerhin 57 Prozent stehen erst ganz am Anfang der Planung.

Vielen Unternehmen ist dabei nicht klar, dass der Druck nicht nur von Seiten des Gesetzgebers wächst. Auch die Verbraucher rüsten sich: Mehr als zwei Drittel plant, von ihren zentralen Rechten im Rahmen der DSGVO Gebrauch zu machen, dem Auskunftsrecht und dem Recht auf Vergessenwerden – das ergab eine weitere von Commvault in Auftrag gegebene Studie. Für mindestens die Hälfte der Unternehmen stellt dies eine Herausforderung dar, denn sie dürften aktuell weder personell noch IT-seitig darauf vorbereitet sein, eine große Anzahl an Auskunfts- oder Löschanfragen zu bearbeiten:

>> 53 Prozent der IT-Abteilungen kennen nicht alle Speicherorte von relevanten, personenbezogenen Daten oder können nicht darauf zugreifen.

>> Nur 14 Prozent der Befragten können die relevanten Daten auf Knopfdruck bereitstellen; ein Drittel kann aktuell keine Angaben machen, wie lange dies dauert und ob sie überhaupt in der Lage sind, personenbezogene Daten aus ihren Systemen zu filtern.

>> Auch in Bezug auf die Prozesse besteht noch erheblicher Klärungsbedarf: 35 Prozent haben noch nicht definiert, wer sich überhaupt um die Anfragen kümmern soll. 45 Prozent weisen dem Datenschutzbeauftragten diese Aufgabe zu, die schnell zu einer Herkulesaufgabe werden kann.

Eine unzulängliche IT-Infrastruktur und fehlende Prozesse lassen die Gefahr schnell wachsen, die vorgegebene Frist von einem Monat nicht einhalten zu können.

Auch die Meldefrist für Datenlecks stellt eine Herausforderung dar: 45 Prozent der Unternehmen lassen es auf den Ernstfall ankommen und können aktuell nicht eindeutig sagen, ob sie einen Vorfall binnen 72 Stunden entdecken und melden können. Organisationen riskieren dann nicht nur hohe Strafen, sondern unter Umständen auch ihren Ruf.

In Anbetracht des ernüchternden Ergebnisses ist es erstaunlich, dass 86 Prozent der Geschäftsführer die Zügel in Sachen DSGVO aus der Hand geben: Sie sind zwar laut Gesetz persönlich haftbar, überlassen es aber anderen in der Organisation, für die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung zu sorgen. In fast der Hälfte der Unternehmen ist dies der Datenschutzbeauftragte.

Noch haben die Verantwortlichen Zeit zu handeln und die aufgedeckten Schwachstellen bei der Umsetzung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung zu beseitigen. Mittelfristig drohen allerdings empfindliche Konsequenzen, für die Organisation, den Ruf und den wirtschaftlichen Erfolg.

Für die von Commvault in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage "Die EU-Datenschutzgrundverordnung im Verbrauchercheck" wurden im Juni 2017 von YouGov 2.064 deutsche Verbraucher befragt.
(Commvault: ra)

eingetragen: 22.09.17
Home & Newsletterlauf: 06.10.17

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Meldungen: Studien

  • Einstellung zum Datenschutz

    Suse führte im April 2019 eine Google-Umfrage unter 2.000 erwachsenen Bundesbürgern durch, parallel dazu wurden auch Teilnehmer in Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt. Dabei zeigte sich, dass nur 16 Prozent der befragten Deutschen denken, die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung der EU) gebe ihnen die Kontrolle über ihre Daten - im Umkehrschluss sieht die Mehrheit von 84 Prozent der Befragten die Regelung nicht als Verbesserung. In Frankreich sehen hingegen 24 Prozent und in Großbritannien sogar 34 Prozent der Befragten in der EU-DSGVO eine positive Entwicklung. Ansonsten zeigen die Ergebnisse in den drei Ländern ein sehr ähnliches Bild.

  • Geschäftliche Nutzung von WhatsApp nimmt zu

    Seit dem 25. Mai 2018 ist die DSGVO jetzt in Kraft. Dem datenschutzrechtlich äußerst problematischen Einsatz von WhatsApp am Arbeitsplatz tut das aber keinen Abbruch - obwohl die Unternehmen viel Aufwand in die DSGVO stecken. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Brabbler AG. Nach 2018 hat Brabbler bereits zum zweiten Mal eine Online-Umfrage zum Status quo des Messagings in deutschen Unternehmen durchgeführt. Befragt wurden 729 berufstätige Personen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren, die in Unternehmen aller Größen beschäftigt sind und ein breites Spektrum an Branchen und Berufen abdecken. Die erste Umfrage wurde kurz vor dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 durchgeführt, die zweite nun ein Jahr danach, wodurch aufschlussreiche Vergleichszahlen vorliegen.

  • DSGVO: Verschärfte Kontrollen angekündigt

    Auch ein Jahr nach Ende der Übergangsfrist haben deutsche Unternehmen noch einiges zu tun, um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) vollständig zu erfüllen. Laut einer aktuellen Umfrage von TÜV SÜD sagt rund ein Drittel der Befragten, dass ihr Unternehmen die erforderlichen Maßnahmen nur teilweise (29 Prozent) oder gar nicht (6 Prozent) umgesetzt hat. "Trotz erster Bußgelder ist die anfangs befürchtete breite Abmahnwelle bisher ausgeblieben. Doch inzwischen haben die Aufsichtsbehörden einzelner Bundesländer wie z.B. Baden-Württemberg verschärfte Kontrollen angekündigt", sagt Andreas Rübsam, Director Data Protection der TÜV SÜD Sec-IT GmbH. "Die gute Nachricht: Auch wenn man in seinem Unternehmen noch zu wenig oder gar nichts getan hat, ist es nie zu spät, damit anzufangen. Man sollte sich zumindest einen externen Berater holen." Genau das haben laut Umfrage bereits einige Unternehmen ganz (34 Prozent) oder teilweise (24 Prozent) getan, um sich fit für die EU-DSGVO zu machen.

  • Datenschutz: Fokus der Compliance-Verantwortlichen

    Die Professionalisierung der Compliance-Arbeit in deutschen Unternehmen schreitet voran. Allerdings werden relevante Risiken weiterhin unterschätzt. Die nachlassende Unterstützung bei Compliance-Themen durch das Management bereitet den Compliance-Verantwortlichen in Unternehmen Sorge. Die Digitalisierung kommt hingegen auch in den Compliance-Abteilungen deutscher Unternehmen an und wird dort überwiegend als Chance wahrgenommen, die Compliance zu verbessern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen, branchenübergreifenden Studie "CMS Compliance-Barometer", die von der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland im Jahr 2018 zum vierten Mal erhoben wurde. Der CMS Compliance-Index, der angibt, wie stark Compliance in Großunternehmen implementiert ist, hat sich in diesem Jahr auf einem hohen Wert von 67,1 von möglichen 100 Zählern stabil gehalten.

  • Schuldenreduzierung und stärkerer Kundenfokus

    Droht der deutschen Wirtschaft das Ende der fetten Jahre? Laut aktuellem CFO Survey von Deloitte, dem Stimmungsbarometer der Finanzvorstände, geht der Trend in diese Richtung. Zwar wird die wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr positiv beurteilt - Drei Viertel der befragten CFOs bewerten die Lage in Deutschland als gut oder sehr gut, zwei Drittel teilen diese Ansicht für die USA. Allerdings wandelt sich das Bild, wenn es um die Aussichten der kommenden 12 Monate geht. 31 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der Konjunktur, nur 19 Prozent mit einer Verbesserung. Rund ein Drittel erwartet gar eine Rezession hierzulande. Die konjunkturelle Skepsis überträgt sich auch auf die Unternehmensebene: Lediglich sechs Prozent der Befragten planen Neueinstellungen - bei der Befragung vor einem Jahr waren es 31 Prozent. Ein deutliches Minus gibt es auch bei den geplanten Investitionen: 18 Prozent der Befragten wollen diese steigern (Frühjahr 2018: 47 Prozent).