Compliance in mittelständischen Unternehmen


Für das nächste Sommersemester sucht die FH Würzburg noch ein mittelständisches Unternehmen für ein Compliance-Projekt
Konzeption zur Korruptionskontrolle im Arbeitsprozess zur Aufdeckung von Schwachstellen


(25.10.12) - Die Schmiergeld- und Datenskandale großer deutscher Unternehmen haben inzwischen die Debatte um die zuverlässige Einhaltung vorgeschriebener Compliance-Richtlinien wieder in Gang gebracht. Denn im Unternehmensbereich bedeutet Compliance die Sicherstellung und Überwachung der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben ebenso wie die Selbstverpflichtung der Unternehmen, eigene Regeln einzuhalten. Durch sie sollen der Missbrauch von vertraulichen Daten und daraus folgende mögliche Schadenersatzklagen ebenso wie ein Imageschaden des Unternehmens abgewehrt werden.

An der Fachhochschule Würzburg vermittelt im Fachbereich Betriebswirtschaft und Informatik der Lehrbeauftragte Uwe Dolata Anti-Korruptions-Strategien und Compliance. Zusammen mit Prof. Dr. Angelika Kreitel erarbeitet er während einer Projektarbeit individuelle Compliance-Richtlinien für mittelständische Unternehmen und Verwaltungen.

Im vergangenen Semester untersuchte eine Gruppe von 31 Betriebswirtschaftsstudenten im Auftrag der Firma Beck Elektrotechnik, mit Sitz im Würzburger Gewerbegebiet Ost, dieses hochaktuelle Thema.

Sie erarbeiteten eine Konzeption zur Korruptionskontrolle im Arbeitsprozess zur Aufdeckung von Schwachstellen, erarbeiteten Richtlinien für die Annahme von Vergünstigungen und Geschenken und klassifizierten Datenbestände als Informationsquellen und deren Schutzwürdigkeit. Alles, um Korruption unmöglich zu machen. Als ein wesentlicher Bestandteil kristallisierte sich ein Ehrenkodex für alle Beschäftigten von Beck heraus. Gleichzeitig stellte sich ein Team den nachhaltigkeitsrelevanten Herausforderungen für das Unternehmen und erarbeitete hierzu strategische Module mit Umsetzungsideen.

Die Ergebnisse wurden der Unternehmensleitung, Joachim Beck und Christine Beck-Meidt, sowie der Datenschutzbeauftragten Yvonne Herrmann präsentiert und als Projektbericht übergeben.

Das Familienunternehmen Beck wurde 1948 gegründet; mittlerweile arbeitet bereits die dritte Generation in der Geschäftsführung. Die Unternehmensgruppe Team Elektro Beck beschäftigt heute in Handwerk und Handel mehr als 220 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören unter anderem die Firmen Beck Elektrotechnik sowie die Beck expert Märkte in Würzburg und Ochsenfurt mit angeschlossenem Kundendienst für Haushaltsgeräte. "Mit fundiertem Wissen und einem Erfahrungsschatz, der über Jahre und Generationen hinweg weitergegeben wurde, betreuen unsere Experten Kunden aus der Region, auch weltweit.", so Joachim Beck - Firmeninhaber und alleiniger Gesellschafter.

Dazu der Würzburger Wirtschaftskriminologe Uwe Dolata: "Der eigentliche Erfolg für die Firma Beck liegt darin, dass die ehrlichen Mitarbeiter und die Geschäftspartner, die saubere Geschäfte mit der Firma Beck machen wollen, die Möglichkeit nutzen, auf Missstände, Unregelmäßigkeiten und Straftaten hinzuweisen und insofern das Präventionskonzept und auch die Unternehmenskultur unterstützen. Denn Betrug und Bestechlichkeit sind keine Kavaliersdelikte. Sie schädigen die Unternehmen und bringen Arbeitsplätze in Gefahr." Professor Angelika Kreitel stellte heraus, dass die Strategie zur Nachhaltigkeit bei der Firma Beck auf fruchtbar vorbestellten Boden gestoßen sei, da sich Joachim Beck als Pionier der Ökologie bereits einen Namen gemacht hat und das Unternehmen außergewöhnlich sauber aufgestellt ist.

Wer an einem Compliance-Werk für seine Firma interessiert ist, kann sich unter der E-Mail-Adresse: uwe(at)dolata.de melden und wird umgehend mit Einzelheiten versorgt. Für das nächste Sommersemester sucht die FH noch ein mittelständisches Unternehmen als Win-Win-Partner. (Fachhochschule Würzburg: Uwe Dolata: ra)

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Meldungen: Markt / Unternehmen

  • Compliance: Bestandteil der Unternehmens-DNA

    5.500 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern, 70 Speaker in 30 Sessions - bei der zweiten Auflage der European Compliance & Ethics Conference (ECEC) war alles noch ein bisschen größer als bei der Premiere im vergangenen Jahr. Doch nicht nur die Dimensionen von Europas größter Compliance-Konferenz haben sich verändert, sondern auch die Organisation und der Rahmen der Veranstaltung: "Die Konferenz war unglaublich professionell. Die EQS Group als Gastgeber hat alles dafür getan, um die ECEC noch bekannter zu machen, dafür gebührt allen Beteiligten ein großer Dank", lobte Christian Hunt, Gründer und CEO von Human Risk und international bekannter Compliance- und Ethik-Experte. Erstmals wurden Keynotes, Vorträge, nationale Breakout-Sessions, Interviews und die Podiumsdiskussion der ECEC, die von Tania Higgins moderiert wurde, an zwei Tagen aus einem Münchner Filmstudio weltweit gestreamt - von Australien über ganz Europa bis Chile. Welchen Wert die "ECEC 2021" als Plattform für die Compliance-Community hat, stellte mit "Transparency International"-Gründer Peter Eigen ein Urgestein der Branche in seiner Keynote heraus: "Dies ist eine sehr leistungsstarke, wichtige Gruppe. Ich hoffe, dass sich viele dieser Menschen uns anschließen - nicht nur um die Einhaltung bestehender Regeln in der eigenen Organisation zu gewährleisten, sondern auch um gemeinsam zu versuchen, diese Regeln zu verbessern." Zuvor hatte bereits Achim Weick, CEO und Gründer der EQS Group AG, in seiner Eröffnungsansprache herausgestellt: "Transparenz und Integrität schaffen das wichtigste Kapital eines Unternehmens: Vertrauen."

  • Scrive nimmt den deutschen Markt ins Visier

    Scrive, Anbieterin von Lösungen für elektronische Vertragsunterzeichnung, will sich künftig verstärkt auf den deutschen Markt konzentrieren. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stockholm und Büros in vier weiteren europäischen Ländern hat sich seit der Gründung 2010 zum führenden Anbieter für elektronische Signaturen in Nordeuropa entwickelt. Der Kundenstamm in Deutschland umfasst aktuell rund 50 Unternehmen, darunter Volkswagen, Streif Haus und Academic Work. Vom deutschen Scrive-Unternehmenssitz in München aus sollen die Vertriebsaktivitäten verstärkt werden. Zudem will sich Scrive auf den Aufbau von deutschen und internationalen Plattform-, Integrations- und Reseller-Partnerschaften konzentrieren. Kaufprozesse laufen heute mehr denn je digital ab. Das Unterzeichnen von Verträgen war für Kunden bisher oft mit einer analogen Unterbrechung verbunden. Umgekehrt hatten Unternehmen häufig einen großen Aufwand mit der Verwaltung und Überprüfung teils analoger und teils digitaler Daten. Mit Scrive wird das Senden, Signieren und Verwalten von Verträgen von unterwegs und auf jedem Gerät möglich. Die Lösungen von Scrive schließen die letzte Lücke zu einem 100-prozentigen papierlosen Vertragsabschluss und verbessern das Kundenerlebnis und die Datenqualität. Sie zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie einfach zu implementieren und intuitiv nutzbar sind.

  • Mahn- und Inkassoverfahren fair und transparent

    Zum 1. Oktober trat der Code of Conduct für faires und verbraucherfreundliches Inkasso in Kraft. Auf diesen Verhaltenskodex haben sich die Inkassounternehmen des Branchenverbands BDIU einstimmig verständigt. Wer fällige Rechnungen trotz erhaltener Mahnungen nicht bezahlt, muss damit rechnen, Post von einem Inkassodienstleister zu erhalten. "Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben vor dieser Situation Respekt", sagt Brigitte Zypries, Ombudsfrau der Inkassowirtschaft, "mitunter auch, weil es ihnen zum ersten Mal passiert, dass sie das Mahnschreiben eines Inkassounternehmens erhalten und sich unsicher sind, wie sie damit umgehen sollten." Für alle Verbraucherinnen und Verbraucher sei es wichtig zu wissen, dass Mahn- und Inkassoverfahren fair und transparent durchgeführt werden und dass die Rechtsdienstleister die Rechte der säumigen Zahler achten. Das gewährleistet der Code of Conduct, den die Mitgliedsunternehmen des BDIU ab dem 1. Oktober 2021 nachprüfbar einhalten müssen. Die Selbstverpflichtung zu einem fairen und verantwortungsvollen Inkasso ist von allen Menschen, die Kontakt mit einem BDIU-Inkassounternehmen haben, in der Praxis einforderbar.

  • Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten

    Die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) im Jahr 2018 aufgefordert, gemäß Informationsfreiheitsgesetz (IFG) und Umweltinformationsgesetz (UIG) Auskünfte zur Aufklärung des Dieselskandals zu erhalten. Statt, wie gesetzlich vorgesehen, innerhalb von einem Monat Auskunft zu erteilen, beauftragte Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) die bekannt teure Anwalts- und Beratungsfirma KPMG damit, die berechtigten Auskunftsansprüche zu torpedieren. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten erhielt Transparency Deutschland im Februar 2021 4.228 größtenteils geschwärzte Seiten. Obwohl ein weiteres gerichtliches Vorgehen mit Blick auf die Schwärzungen inhaltlich angebracht erschiene, bricht Transparency Deutschland das Verfahren an dieser Stelle ab. Denn in absehbarer Zeit ist kein brauchbares Ergebnis zu erwarten und der dauernde Aufwand durch die von Transparency beauftragte Anwaltskanzlei Partsch und Partner kann nicht länger mit einer "pro bono"-Gebühr erledigt werden. Mit der Klagerücknahme kommt die Organisation außerdem ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl nach, da sich die Kosten für die Steuerzahlenden durch die Mandatsübertragung auf KPMG bereits auf mindestens 300.000 Euro summieren.

  • Der erste Schritt ist immer die Echtheitsprüfung

    Über solche Post freut sich niemand: Falsche Inkasso-Schreiben, auf denen Geld für Dinge verlangt wird, die man nie bestellt hat. Was tun, wenn so etwas im Briefkasten landet? Wie unterscheidet man eine Fälschung von einem echten Mahnschreiben, auf das man unbedingt reagieren muss? Und was dürfen echte Inkassodienstleister eigentlich? Um Ratsuchenden zu helfen, hat der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) jetzt seine Website erweitert. Ein neues Verbraucherportal auf inkasso.de hilft, erhaltene Inkasso-Schreiben qualifiziert zu beurteilen."Der erste Schritt ist immer die Echtheitsprüfung", erläutert BDIU-Sprecher Marco Weber. "Immer wieder versenden Kriminelle fingierte Schreiben." Unter "Mahnung checken" zeigt der Inkassoverband, wie echte Inkassoschreiben zu erkennen und Fälschungen zu entlarven sind. Ein tagesaktueller Störungsmelder warnt vor bekannten Betrugsmaschen. Wer trotz der Tipps Zweifel hat, kann sich an das Team der BDIU-Beschwerdestelle um Ombudsfrau Brigitte Zypries wenden. Deren Arbeit wird durch die ehemalige Bundeswirtschafts- und Justizministerin beaufsichtigt. Bei komplexen Beschwerden und Sachverhalten vermittelt die Ombudsfrau selbst.