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MiFID I-Repetitorium: Strategie und Konzept

MiFID: Mit dem richtigen Konzept reichen die bevorstehenden rund sieben Monate aus, um die notwendige MiFID-Reife zu erlangen
Banken und Sparkassen sollten zunächst die Überlegung stellen, wie sie auf die MiFID strategisch reagieren wollen

(09.03.07) - Die Experten der WG-Data, Beratungsunternehmen für Banken, Sparkassen, Versicherungen und deren IT-Dienstleister, sehen die Art der Diskussion um die neue "Markets in Financial Instruments Directive" (kurz MiFID) kritisch. "Es wird überwiegend über die negativen Folgen für Banken und Sparkassen berichtet und zu wenig über die Chancen für Finanzdienstleister gesprochen", moniert Wolfgang Günther, Vorstandsvorsitzender der WG-Data AG. Zwar sei es richtig, dass für viele Institute die Zeit für die Umsetzung der MiFID bis zum Stichtag am 31. Oktober dieses Jahres allmählich knapp wird. Dennoch sei es vernünftiger, konkrete Handlungsanweisungen zu geben, als die Ängste der Vorstände und Geschäftsführer zu schüren.

Vor allen Detailanalysen, Umstrukturierungen und Neuimplementierungen sollten Banken und Sparkassen zunächst die Überlegung stellen, wie sie auf die MiFID strategisch reagieren wollen. Statt in Hektik zu verfallen und hohe Summen an Geld in neue Systeme zu investieren, die sich später als unbrauchbar erweisen könnten, gelte es zunächst, die einzelnen strategischen Varianten zu prüfen und die Anpassungsfähigkeit bereits bestehender Systeme festzustellen. "Im Hinblick auf die aus der neuen Richtlinie resultierenden Chancen und den zu betreibenden Aufwand bestehen gravierende Unterschiede", erläutert Wolfgang Günther. "Dabei gibt es nicht nur Schwarz oder Weiß: Zwischen dem Weg des geringsten Widerstandes und der Option, wirklich alle Möglichkeiten des europäischen Handels auszuschöpfen, liegt eine gewaltige Grauzone."

Gerade im Zusammenhang mit der von der MiFID geforderten Kundenkategorisierung in Privatanleger, professionelle Anleger und geeignete Gegenparteien existierten erfahrungsgemäß bei vielen Finanzdienstleistern bereits Eingruppierungen, die an die neuen Anforderungen angepasst werden können. Es muss nach Ansicht von WG-Data häufig nicht "bei Null" begonnen werden, sondern punktuelle Veränderungen führten ebenso zum Ziel. Ähnliches gelte im Rahmen der künftig strenger zu handhabenden Erhebung von Kundeninformationen. "Diesbezüglich ist zu analysieren, welche standardisierten Prozesse schon existieren, um die Informationen bereit zu stellen und gemäß der MiFID-Anforderung fünf Jahre zu speichern", sagt Wolfgang Günther. Im nächsten Schritt seien in der so genannten "Ausführungs-Policy" die Grundsätze festzuhalten, nach denen Kundenaufträge auszuführen sind - und dies möglichst konkret.

Nur auf diese Weise lasse sich im Nachhinein belegen, dass sämtliche Aufträge wie neuerdings verlangt "im besten Interesse" des Kunden realisiert wurden. "Dementsprechend müssen auch die Prozesse und Systeme konfiguriert werden, um diese 'Best Execution' gewährleisten zu können. Dabei ist auch sicherzustellen, dass die Abwicklung der Aufträge und die Buchung gelieferter Wertpapiere oder Gelder sehr zeitnah erfolgt", erklärt Wolfgang Günther. In den Bereichen Transparenz, Information und Nachweise sieht WG-Data die größte Herausforderung für Finanzdienstleister. Diesbezüglich fordert die MiFID, dass sämtliche Informationen an den Kunden "fair, redlich und eindeutig" zu erfolgen haben. Kundenvereinbarungen und Daten, die im Rahmen eines Auftrages zusammenkommen, müssen wegen der Beweislastumkehr zugunsten des Kunden künftig penibel dokumentiert und archiviert werden.

"Die Herausforderungen, die auf Banken und Sparkassen gerade aufgrund des jetzt engen Zeitrahmens zukommen, sind sicher nicht zu unterschätzen. Aber mit dem richtigen Konzept und einer ausgefeilten Strategie reichen die bevorstehenden rund sieben Monate in den meisten Fällen aus, um die notwendige MiFID-Reife zu erlangen", resümiert Wolfgang Günther.

In den Fällen, in denen dies nicht so sei - etwa, weil noch gar nicht mit der Umsetzung begonnen wurde und auch die genannten Voraussetzungen nicht gegeben sind -, biete sich an, vorrangig die marktorientierten Themen in einem ersten Release fertig zu stellen und andere Themen, die mehr auf die internen Abläufe ausgerichtet sind, in einem zweiten Release.

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(WG-Data: ra)