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Recht auf eine zweite Meinung


Medikamente sollen zukünftig besser gekennzeichnet werden: Geplant sind Merkblätter für Arzneimittel, die Patienten auch ohne ärztliche Verordnung erhalten können
Deutsche Bundesregierung hat einen Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit beschlossen

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Amoxicillin, Ampicillin, oder Amikacin? Falsch eingenommen, drohen Gesundheitsgefahren. Die Deutsche Bundesregierung will mit einem Aktionsplan dafür sorgen, dass Arzneimitteltherapien sicherer werden. Beim Tag für Patientensicherheit gibt es Informationen über Risiken bei Arzneimitteleinnahmen.

In Deutschland nehmen 75 Prozent der 18 bis 79-Jährigen regelmäßig Medikamente. Tausende müssen jährlich in die Notaufnahme, weil Nebenwirkungen sie krank machen. Gut ein Prozent aller Krankenhauseinweisungen gehen auf vermeidbare Medikationsfehler zurück. Unpassende Verschreibung oder ungenügende Therapieüberwachung sind für 71 Prozent aller Nebenwirkungen verantwortlich.

Dieses Jahr widmet sich der "Internationale Tag der Patientensicherheit" deshalb der Medikationssicherheit. "Wenn Arzneimittel unregelmäßig, in falscher Dosierung, zusammen mit anderen Arzneimitteln oder bestimmten Lebensmitteln eingenommen werden, können sie mitunter ihre Wirkung nicht richtig entfalten – oder verursachen sogar unerwünschte Nebenwirkungen", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Daher hat die Bundesregierung einen Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit beschlossen. Er enthält 42 Maßnahmen: Ärzte, Apotheker und Pfleger sollen für das Thema sensibilisiert und die Öffentlichkeit über Risiken besser informiert werden.

So sollen beispielsweise Medikamente zukünftig besser gekennzeichnet werden. Geplant sind Merkblätter für Arzneimittel, die Patienten auch ohne ärztliche Verordnung erhalten können. Denn Fehler passieren auch, wenn Patienten sich selbst mit Medikamenten versorgen. Ärzte, Apotheker und Pfleger sollen geschult werden und gemeinsam an sicheren Therapieverfahren arbeiten. Zudem soll bis 2019 ein Pilot-Masterstudiengang Arzneimitteltherapiesicherheit entwickelt werden.

Ab Oktober 2016 haben Patienten, die mindestens drei verordnete Medikamente nehmen, Anspruch auf einen Medikationsplan. Das nutzt vor allem älteren Patienten. Denn je älter die Menschen sind, desto mehr Arzneimittel nehmen sie. Ab 2018 sollen diese Pläne auch über die elektronische Gesundheitskarte abrufbar sein können.

Der Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit 2016 - 2019 wurde vom Bundesgesundheitsministerium erarbeitet. Beteiligt waren die Ärzte- und Apothekerschaft, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, das Aktionsbündnis Patientensicherheit, der Deutsche Pflegerat und die Patientenverbände. Der erste Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit wurde 2007 in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft ins Leben gerufen. Er wurde 2010 und 2013 fortgeschrieben.

Bei Operationen oder schweren Eingriffen sind sich Patienten oft unsicher, ob die vorgeschlagene Therapie die beste Wahl ist. Seit 2016 haben sie bei vielen planbaren Operationen das Recht auf eine zweite Meinung. So werden unnötige Operationen vermieden und Patienten können sich besser entscheiden.

Bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) können sich Patienten online, telefonisch und vor Ort bei medizinischen und rechtlichen Fragen beraten lassen. Bei der UPD kann sich jeder melden, egal ob er gesetzlich, privat, oder nicht krankenversichert ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten, wie gut Medikamente wirken und ob Therapien effizient sind. Hier arbeiten alle zusammen, die etwas mit der Gesundheitsversorgung zu tun haben: Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen. Hier können sich Patienten informieren, welche Medikamente von der Krankenkasse bezahlt werden. (Deutsche Bundesregierung: ra)

eingetragen: 23.11.16
Home & Newsletterlauf: 08.12.16

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