- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Digitale Signatur & Speicherung der Fingerabdrücke


Neuer Personalausweis: Für breite Akzeptanz dringend weitere Aufklärung nötig
Identitätsfeststellung in elektronischen Geschäfts- und Verwaltungsprozessen


(18.03.10) - Die Deutsche Bundesregierung beabsichtigt, zum November 2010 den neuen, elektronischen Personalausweis im Scheckkartenformat einzuführen. Der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. hat im Rahmen einer Umfrage die mutmaßliche Akzeptanz ermitteln lassen. Ergebnis: Weitere Aufklärung ist dringend geboten.

Der neue Ausweis ermöglicht technisch die einfache und sichere Identitätsfeststellung in elektronischen Geschäfts- und Verwaltungsprozessen mit:

>> Authentisierung, z.B. für Dienste im Internet;
>> qualifizierter elektronischer Signatur als elektronisches Gegenstück zur manuellen Unterschrift;
>> Biometriefunktion zur behördlichen Identitätsfeststellung.

Außer einem Rechner mit Internetzugang wird für die elektronische Signatur und die Authentisierung mit der sogenannten eID-Funktion ein Kartenlesegerät und eine spezielle, kostenlose Software benötigt. Die qualifizierte elektronische Signatur und die Speicherung der Fingerabdrücke sind Zusatzfunktionen auf freiwilliger Basis, über deren Inanspruchnahme der Ausweisinhaber selbst entscheiden kann.

Die eID-Funktion kann man davon unabhängig jederzeit in der Personalausweisbehörde ein- oder ausschalten lassen. Bei Nutzung des Ausweises für Online-Dienste muss der Diensteanbieter mit einem staatlich ausgestellten Zertifikat die Berechtigung belegen, dass er personenbezogene Daten für den jeweiligen Geschäftszweck auslesen darf.

Vor diesem Hintergrund wollte TeleTrusT in einer Bevölkerungsumfrage wissen:

1) Waren oder sind Ihnen diese Zusatzfunktionen des neuen elektronischen Personalausweises bereits näher bekannt?
2) Welche Akzeptanz bringen Sie diesen Funktionen entgegen?
3) Beabsichtigen Sie, den neuen elektronischen Personalausweis schon vor Gültigkeitsablauf Ihres alten Personalausweises zu beantragen?

Das Ergebnis:

>> Nur bei jüngeren Männern kann man von einem akzeptablen Kenntnisstand sprechen.
>> Die Nutzungsbereitschaft ist bei Frauen deutlich geringer.
>> Elektronische Signatur und Authentisierungsfunktion werden eher akzeptiert als die biometrische Funktionalität.
- Die Absicht eines vorzeitigen Austausches (alter Ausweis gegen neuen) kann eher bei jüngeren, internetaffinen Nutzern als ausgeprägt bezeichnet werden.

Die Schlussfolgerung: Dass vor allem die jüngeren Nutzer schon recht gut informiert sind, überrascht nicht. Trotzdem gibt es offenkundig dringenden Bedarf für weitere, umfassende Aufklärung, um mit der Einführung des neuen Personalausweises die breite Bevölkerungsmehrheit zu erreichen.

Dr. Holger Mühlbauer, TeleTrusT-Geschäftsführer: "TeleTrusT schlägt der Bundesregierung vor, die verbleibende Zeit bis zur geplanten Einführung für gemeinsame Informationsinitiativen zu nutzen. Unsere Erhebung zeigt, dass ich viele Internetnutzer wenig oder noch gar nicht mit den neuen Funktionen und den daraus resultierenden Möglichkeiten auseinandergesetzt haben".

Die Forderung nach noch offensiverer, massenwirksamer Information richtet sich aber ebenso an die übrigen Projektbeteiligten, insbesondere auch an die Industrie. Informationskampagnen müssen sich am Verständnisniveau der Normalbevölkerung orientieren.

Für die Untersuchung, die das Kölner Marktforschungsinstitut Skopos im Auftrag von TeleTrusT durchführte, wurden 1.000 Personen repräsentativ für die deutschen Internetnutzer befragt. (TeleTrusT Deutschland: ra)

TeleTrust: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Pool der verfügbaren Kreditinstitute schrumpft

    ESG-Bedenken lassen die Finanzierungskosten für Mineralölunternehmen rapide ansteigen, da das Interesse an Investitionen in kohlenwasserstoffintensive Anlagen schwindet und die Fondsmandate immer restriktiver werden. Obwohl sich viele Ölunternehmen aus der Perspektive der Kreditvergabe in einer besseren Verfassung befinden als in den letzten Jahren, da ihre Bilanzen durch den Anstieg der Ölpreise im Jahr 2021 gestärkt wurden, wird es für sie immer schwieriger, Finanzmittel zu beschaffen. Denn der Pool an bereitwilligen Investoren schrumpft und die Banken beugen sich dem Druck, ihre Kreditvergabe dem Trend zur CO2-Reduktion anzupassen. Tullow Oil emittierte im April eine Anleihe mit einem Volumen von 1,8 Mrd. USD, die aufgrund ihres zweistelligen Kupons und der gleichzeitigen Vereinfachung der Kapitalstruktur vom Markt gut aufgenommen wurde. Die im letzten Monat von Ithaca, einem Unternehmen, das sich im Besitz von Delek befindet, aufgelegte Anleihe war jedoch eine andere Angelegenheit. Der Preis des Titels lag weit unter dem Marktpreis und wird immer noch leicht unter dem Emissionspreis gehandelt, trotz eines saftigen Kupons von 9 Prozent, einer gut ausgestatteten, kostengünstigen Vermögensbasis und einer beträchtlichen Cash-Generierung.

  • Betrug und Korruption im Gesundheitswesen

    Schmiergelder, gefakte Corona-Tests, falsche Abrechnungen: Zum Schutz des Gesundheitssystems hat der Minister bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg im vergangenen Jahr die "Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen" (ZKG) eingerichtet. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "425 Milliarden Euro wurden nach Schätzungen vergangenes Jahr im deutschen Gesundheitssystem umgesetzt. Vor diesem großen Wirtschaftssektor machen Kriminelle nicht Halt. Betrug und Korruption im Gesundheitswesen können viel Schaden anrichten - von enormen finanziellen Schäden bei Krankenkassen und Versicherungen bis hin zu Gesundheitsschäden bei Patienten. Dem muss der Staat entschlossen entgegentreten. Deshalb setzt Bayern ab morgen zusätzlich auf eine neue Hinweisgeber-Plattform, um gezielt gegen die schwarzen Schafe der Branche vorzugehen." Justizminister Eisenreich: "Das Gesundheitssystem in Bayern ist sehr leistungsfähig. Den vielen im Gesundheits- und Pflegebereich Tätigen, die sich für die Gesundheit anderer mit großer Hilfsbereitschaft einsetzen, möchte ich herzlich danken."

  • Digitalisierung im Gebäudereinigerhandwerk

    Seit November 2020 sind Unternehmen, die als Auftragnehmer für den Bund und seine Behörden tätig sind, verpflichtet, ihre Rechnungen als elektronische Rechnung (kurz: E-Rechnung) einzureichen. Mit dieser sogenannten Lieferantenverpflichtung will die öffentliche Verwaltung den Impuls an die Wirtschaft senden, Papierrechnungen aus dem Büro zu verbannen. Wenngleich die E-Rechnung wirtschaftlich und ökologisch Vorteile bietet und einen kräftigen Digitalisierungsschub mit sich bringt, hat die Umstellung dennoch ihre Tücken. Auch der Gebäudedienstleister Niederberger Berlin, Auftragnehmer unter anderem für die Reinigung von Liegenschaften der Bundespolizei sowie Bundesministerien als auch von Landesbehörden und Bezirksämtern Berlins weiß die Vorzüge zu schätzen, kennt aber auch die Tücken: "Es ist zeitgemäß, dass wir unsere Rechnungen an die Behörden nicht mehr per Post verschicken müssen. Das spart Geld für Papier, Druck und Porto und ist umweltfreundlich", so Betriebsleiter Peter Hollmann.

  • Bundesrat verabschiedet Legal-Tech-Gesetz

    Der Bundesrat verabschiedete am 25. Juni 2021 das Legal-Tech-Gesetz ("Gesetz zur Förderung verbrauchergerechter Angebote im Rechtsdienstleistungsmarkt"). Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Legal-Tech-Plattformen können Zeit und Kosten sparen. Durch das Gesetz werden die Anforderungen an die Legal-Tech-Plattformen verschärft. Das begrüße ich ausdrücklich - Verbraucher und Unternehmer brauchen Rechtssicherheit." Die Justizministerkonferenz hatte den Bund vergangenes Jahr auf Initiative Bayerns aufgefordert, Rechtssicherheit für Verbraucher und Unternehmen bei Legal Tech zu schaffen. Das nun vorliegende Gesetz ist für Justizminister Eisenreich aber nur ein Schritt in die richtige Richtung. Eisenreich: "Weitere müssen folgen. Insbesondere bei drei Punkten sehe ich weiteren Nachbesserungsbedarf."

  • Compliance & Integrität: Rolle der Aufsichtsräte

    Compliance-Verstöße in Unternehmen gelangen schnell an die Öffentlichkeit und werden in der Regel mit hohen Strafen geahndet. Die Reputation leidet enorm, hohe Umsatzverluste sind an der Tagesordnung. Eine der zentralen Aufgaben des Aufsichtsrats ist daher die Überwachung des Compliance-Managements. In Zeiten voller Unsicherheiten und stetigen Veränderungen reicht ein funktionierendes Compliance-Management-System aber nicht mehr aus, es braucht ein stabiles, werteorientiertes Gebilde innerhalb der Organisation. Compliance-Management heißt ja nicht mehr als die geschriebenen Regeln und Gesetze zu befolgen. Integritätsmanagement dagegen bedeutet, sich aus eigener Überzeugung im Einklang mit dem eigenen Wertesystem an gesellschaftliche Werte und Normen zu halten, geschriebene wie ungeschriebene, im Sinne eines ethischen Rahmens. Während Integrität in Graubereichen und bei Unsicherheiten also für legitimes Handeln sorgt, stellt ein funktionierendes Compliance-Management System lediglich die Einhaltung von Gesetzen sicher.