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Unseriöse Gewinnbenachrichtigungen


Gewinnspielfallen: Gerade ältere Menschen fallen häufig auf die Tricks der Gewinnspielunternehmer herein
Bayerns Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk: Geben Sie nicht Ihre Kontoverbindung an, Betrüger können sonst mit gefälschten Überweisungen oder per Lastschrift Geld von Ihrem Konto abbuchen"


(18.10.10) - Die vermeintlich frohen Gewinnbotschaften kommen per Brief oder E-Mail, per SMS oder übers Telefon: Die Formulierungen lassen die Adressaten glauben, etwas gewonnen zu haben. Dabei ist die Chance auf einen tatsächlichen Gewinn gleich Null. "Aber es könnte ja sein, dass ich doch gewonnen habe", denken viele. Genau darauf spekulieren die Gewinnspiel-Unternehmer: Hoffnungen wecken, aber nicht erfüllen. Gerade ältere Menschen tappen häufig in die Gewinnspielfalle.

Bayerns Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk rät:
"Lesen Sie das Kleingedruckte. Seien Sie vorsichtig, wenn keine vollständige Absender-Adresse oder nur ein Postfach angegeben ist - manche Gewinnbenachrichtigungen sind auf seriös getrimmt und ähneln amtlichen Schreiben. Rufen Sie keine teuren 0180- oder 0900-Telefonnummern an und überweisen Sie kein Geld. Geben Sie nicht Ihre Kontoverbindung an, Betrüger können sonst mit gefälschten Überweisungen oder per Lastschrift Geld von Ihrem Konto abbuchen."

Rechtsanwalt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga, warnt zudem:
"Derzeit greift noch eine weitere Abzock-Masche um sich: Vermeintliche 'Verbraucherschützer' bieten per Telefon eine angebliche Datenlöschung zur Verhinderung solcher Gewinnmitteilungen an - natürlich gegen horrende Gebühren."

Aber hat man nicht ein einklagbares Recht auf einen versprochenen Gewinn? Bayerns Justiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk sagt:
"Zwar gilt: 'Gewonnen ist gewonnen' - wer einen Gewinn zusagt, muss diesen auch leisten. Dennoch sollte man den Aufwand und das Risiko einer Klage gründlich abwägen. Oft scheitert alles schon daran, dass die Klage gar nicht zugestellt werden kann, weil eine Adresse fehlt. Wenn es tatsächlich zu einem Gerichtsverfahren kommt, melden die Firmen häufig Insolvenz an, um der Auszahlung zu entgehen. Der Kläger selbst bleibt dann auch noch auf den Anwalts- und Gerichtskosten sitzen. Ich kann daher nur jedem empfehlen, derartige Gewinnmitteilungen sofort in den Papierkorb wandern zu lassen."

Hinweis:
Betroffene, die Hilfe und konkreten Rat benötigen, können sich an die Beratungsstellen der Bayerischen Verbraucherverbände wenden. Eine Übersicht der Beratungsstellen in Bayern enthält die kostenlose Broschüre "Gut zu wissen!"

Der Ratgeber mit vielen wertvollen Verbrauchertipps für Seniorinnen und Senioren wird im Rahmen der gleichnamigen Initiative von Deutscher Seniorenliga und dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz herausgegeben. Er informiert über die Rechte älterer Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag, bei finanziellen Transaktionen und im Gesundheitswesen.

Er kann kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder im Internet unter www.vis.bayern.de bestellt werden.
(Bayerisches Justizministerium: ra)

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Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

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    Die weit überwiegende Anzahl der Widerrufsbelehrungen in Altverträgen, die zwischen dem 01.09.2002 und dem 10.06.2010 abgeschlossen worden sind, ist bekanntermaßen fehlerhaft. Auch neuere Verträge mit sogenannten Widerrufsinformationen erfüllen oftmals nicht die gesetzlichen Voraussetzungen und können daher auch heute noch wirksam widerrufen werden. "Eine sorgfältige Prüfung der Vertragsunterlagen lohnt sich daher weiterhin", empfehlen Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der im Bank- und Kapitalanlagerecht tätigen Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg. Bei älteren Verträgen kann das Widerrufsrecht bereits erloschen sein, wobei Art. 229 § 38 Abs. 3 EGBGB nicht etwa pauschal für sämtliche Immobilienkredite, sondern nur unter bestimmten und im jeweiligen Einzelfall zu prüfenden Voraussetzungen gilt. Bei Neuverträgen seit dem 11.06.2010 greift die Erlöschensvorschrift jedenfalls unzweifelhaft nicht. "Jeder Verbraucher kann seinen Vertrag daher auch heute noch wirksam widerrufen, falls die Bank die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten hat", stellt Rechtsanwalt Dr. Hoffmann klar.

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    Mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren seit dem 15. Juni 2017 dürfen keine zusätzlichen Entgelte mehr für Gespräche aus dem EU-Ausland nach Deutschland erhoben werden. Telefonieren, SMS schreiben und surfen kostet im EU-Ausland nun so viel wie zu Hause. Die O2-Kunden des Telekommunikationsunternehmens Telefonica sollen von dem Wegfall aber erst dann profitieren dürfen, wenn sie zuvor eine SMS an ihren Anbieter schicken. Diese Vorgehensweise will der vzbv nun gerichtlich untersagen lassen. "EU-Roaming gilt aus Sicht des vzbv automatisch und nicht erst, wenn Verbraucher ihren Telefonanbieter darum bitten. Wir sehen uns darin durch öffentliche Erklärungen der Europäischen Kommission bestätigt", sagt Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv. "Nach einer erfolglosen Abmahnung wird der vzbv deshalb nun gerichtliche Schritte gegen O2 einleiten."

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    Bei Baufinanzierungen ist mittlerweile bekannt, dass der Widerruf zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führt. Bei sonstigen Verbraucherdarlehen führt der so genannte "Widerrufsjoker" in der öffentlichen Diskussion eher ein Schattendasein. Zu Unrecht. "Denn insbesondere beim finanzierten Autokauf kann der Widerruf des Darlehens für den Verbraucher wirtschaftlich äußerst interessant sein", erklären Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der im Verbraucherschutzrecht tätigen Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg. Viele Besitzer von Dieselautos sind aufgrund des Abgasskandals verunsichert. Wer sein Auto loswerden will, kann den Hersteller oder den Händler in Anspruch nehmen. Auch wenn die Gerichte in letzter Zeit zunehmend zugunsten betroffener Käufer urteilen, sind Rücktritts- und Schadensersatzprozesse aufwendig und dementsprechend oftmals langwierig. Eine abschließende Klärung der inmitten stehenden Rechtsfragen durch den Bundesgerichtshof steht noch aus.

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    Daten sind längst zum Unternehmenswert geworden: Wer sie speichert und richtig verarbeitet, kann mit ihrer Hilfe werben und seine Gewinne steigern. Diese Relevanzsteigerung hat aber eine Konsequenz zur Folge: Wer Daten will, muss sie auch schützen. Selbst wer keinen Online-Shop, sondern lediglich eine Info-Site mit Kontaktformular unterhält, ist in der Pflicht, dem Datenschutz einen hohen Stellenwert einzuräumen. Die Ergebnisse einer Searchmetrics-Analyse, weltweit führender Anbieter einer Search- und Content-Performance-Plattform, lässt da bei IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger die Alarmglocken schrillen: Nur 12 Prozent der E-Commerce- und Publisher-Seiten in Googles Suchergebnissen kommunizieren per HTTPS mit dem Browser. Nur etwas besser sieht es bei den Finanz- und Reise-Websites aus: Hier setzen immerhin 29 und 23 Prozent auf eine HTTPS-Verbindung.