- Anzeigen -

EU-Parlament will Zugriff auf das Suchverhalten


Ixquick startet Initiative gegen die Vorratsdatenspeicherung bei Suchmaschinen
Ixquick: "INDECT, ACTA, SWIFT, Vorratsdatenspeicherung und die Durchforstung unseres Suchverhaltens lässt keinen Bereich unseres Lebens aus und im Bedarfsfall kann der Staatsapparat unser Innerstes nach außen kehren, mit allen Konsequenzen"


(21.10.10) - Die Suchmaschinenbetreiberin Ixquick möchte über den Start ihrer Initiative "Privat im Internet" informieren. Diese bezieht sich hauptsächlich auf die Eingabe 29 im EU-Parlament, die nach Angaben von Ixquick von den Abgeordneten Tiziano Motti und Anna Záborská initiiert wurde. Mit dem Argument, Pädophilie zu verhindern, solle nun auch das Suchverhalten in die Vorratsdatenspeicherung mit aufgenommen werden.

Namhafte Experten wie der britische Datenschützer Alexander Hanff würden sich deutlich gegen die Eingabe aussprechen, da der zu erwartende Erfolg in keinem Verhältnis zum absoluten Verlust der Privatsphäre aller Europäer stehe.

Die Maßnahme würde alle bisherigen Maßnahmen und Bemühungen von Ixquick.com zum Erhalt der Privatsphäre torpedieren. Die Initiative soll im allgemeinen Diskurs um das Thema Vorratsdatenspeicherung auf die Gefahr einer Langzeitsicherung des Suchverhaltens aufmerksam machen, da gerade bei der Suche in Suchmaschinen privateste Details preisgegeben würden:

"Die Eingabe 29 des EU-Parlamentes soll zur lückenlosen Überwachung der EU-Bürger im Internet beitragen. Sie würde bei Gesetzwerdung sämtliche Suchmaschinen verpflichten, das Suchverhalten der Menschen aufzuzeichnen und langfristig zu sichern. Ein weiterer Anschlag auf die Privatsphäre und ein riesiger Schritt zur totalen Überwachung. Ixquick startet aus gegebenem Anlass die Initiative 'Privat im Internet'.

Die Suchmaschine Ixquick ist die einzige, die bislang keine Daten der Suchenden sicherte. Vielmehr verfolgt die internationale Suchmaschine das Ziel, Attacken auf die Privatsphäre der eigenen Nutzerinnen zu verhindern, indem sie als einziger Anbieter erst gar keine Daten speichert. Das ist ein seriöses Geschäftsmodel, welches durch die Eingabe torpediert wird. INDECT, ACTA, SWIFT, Vorratsdatenspeicherung und die Durchforstung unseres Suchverhaltens lässt keinen Bereich unseres Lebens aus und im Bedarfsfall kann der Staatsapparat unser Innerstes nach außen kehren, mit allen Konsequenzen.

Natürlich verfolgt Ixquick damit auch Eigeninteressen, doch es ist an der Zeit, die Menschen rechtzeitig über alle Konsequenzen zu informieren. Denn wenn alles so umgesetzt wird, wie sich diverse Lobbygruppen und Politiker das wünschen, sind wir so durchsichtig wie Glas. Die jüngste BKA-Kampagne zeigt deutlich, wie wichtig es ist den Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung aufrecht zu erhalten."

Speziell das Suchverhalten eröffnet Wege zu Ihrer Persönlichkeit. Schließlich werden gerade bei der Internetsuche intimste Geheimnisse wie Gesundheitszustand, sexuelle Vorlieben oder die politische Einstellung bedenkenlos preisgegeben. Durch die Verknüpfung dieser Parameter mit allen anderen Daten, die der Legislative ohnehin bekannt sind, kann diese die gesamte Persönlichkeit eines einzelnen Menschen entschlüsseln. Und noch dramatischer wäre es, wenn diese Daten Agitatoren mit krimineller Energie in die Hände fallen würden. Erst vor Kurzem wurde ein Mitarbeiter von Google entlassen, weil er unbefugt Nutzerdaten für Eigenzwecke abgerufen hat.

Und dieser Vorfall steht keineswegs alleine da. 2006 landete eine ganze Datenbank mit den Sucheingaben und IP-Adressen privater Nutzerinnen öffentlich im Netz. So kann sich nun jeder bedienen und das Suchverhalten anderer im Internet abrufen. Da auch die IP-Adressen abgebildet sind, wird der digitale Fingerabdruck gleich mitgeliefert.

Mit der Initiative soll nun die Bevölkerung im Detail informiert werden, wie es aktuell um den Zustand der Privatsphäre bestellt ist. Unter 'Privat-im-internet' erhält man Informationen aus erster Hand. Weiters werden Tipps und Tricks verraten, wie man sich vor staatlicher Willkür schützen kann. Eine eigene Community soll zu einem späteren Zeitpunkt für regen Austausch untereinander sorgen."
(Ixquick: ra)

Ixquick: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • "Klagen der Netzbetreiber nicht nachvollziehbar"

    Strom- und Gasnetzbetreiber wehren sich gegen die von der Bundesnetzagentur im Jahr 2016 festgelegte Höhe der Zinssätze, mit denen die Unternehmen ihr eingesetztes Kapital verzinsen dürfen. Aus Sicht des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ist das von der Bundesnetzagentur festgelegte Zinsniveau aber mehr als ausreichend, um die Modernisierung der Energienetze sicherzustellen. Die Rechnung für die hohen Renditen zahlten die Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Großteil der Strom- und Gasnetzbetreiber hat gegen die von der Bundesnetzagentur beschlossenen Zinssätze geklagt.

  • Gemeinsame Nutzung von APIs

    Am 13. Januar war es endlich soweit: Die neue Zahlungsdienstrichtlinie der EU (kurz PSD2) trat offiziell in Kraft. Die neuen Richtlinien werden unser Bank- und Zahlungsverkehrswesen, wie wir es bisher kennen, grundlegend verändern und eine neue Ära des 'offenen Bankwesens' einleiten, welche Bankkunden eine neue beispiellose Freiheit beim Zugang zu Finanzdienstleistungen eröffnet. Für Banken bedeutet diese Öffnung, dass sie fortan verpflichtet sind, ihre Programmierschnittstellen (APIs) auch für Anwendungen von Drittanbietern freizugeben. Das Problem: Wie dies sicher gelingen kann, darüber sind sich viele Finanzdienstleister noch immer nicht im Klaren.

  • Kompetenzen auf zu viele Zivilgerichte verteilt

    "Wir begrüßen, dass die Bayerische Justiz die behördliche Aufsicht über Inkassounternehmen ab dem kommenden Jahr auf nur noch zwei Behörden konzentriert. Darüber hat uns in dieser Woche das Bayerische Staatsministerium der Justiz informiert. Kurz vor Weihnachten ist das eine mehr als erfreuliche Nachricht und ein wichtiger Schritt für mehr Rechtssicherheit, von dem sowohl Inkassounternehmen und ihre Auftraggeber als auch Verbraucher erheblich profitieren werden. Der Freistaat setzt damit Maßstäbe bei der Inkasso-Aufsicht, an der sich andere Bundesländer orientieren sollten", erklärt BDIU-Hauptgeschäftsführer Kay Uwe Berg.

  • Ausgleich für gedrosselte Akkus in iPhones

    In den USA bietet das Unternehmen Apple im Streit um eine gedrosselte Leistungsfähigkeit von iPhones nach einem Softwareupdate einen kostengünstigen Austausch älterer Handy-Akkus an. In Europa - und damit auch in Deutschland - warten die iPhone-Kunden bislang vergeblich auf entsprechende Angebote des Herstellers, um ihre Mobiltelefone wieder auf volle Leistung bringen zu können. Das sei nicht nur ärgerlich, sondern widerspreche auch dem Nachhaltigkeitsprinzip, so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

  • Historische Entscheidung der USA

    Während Europa seine strikte Haltung zur Netzneutralität beibehält, hat die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) am 14. Dezember neue Regeln verabschiedet, die es Internetanbietern erlauben, ihre Dienste je nach Anwendung oder Website zu diversifizieren. Das bedeutet, dass Anbieter von Inhalten wie YouTube oder Facebook beschließen können, Provider zu bezahlen, um eine höhere Geschwindigkeit als andere Websites zu erreichen. Die Entscheidung der FCC hebt die bisherigen US-Regeln zur Netzneutralität auf, wonach alle Websites und Anwendungen von Internetanbietern gleich behandelt wurden.