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Verkleinerung des Siemens-Vorstands tabu?


Löscher sagt, dass eine Verkleinerung des Zentralvorstands nicht das Problem von Siemens löst – Leser von Compliance-Magazin.de sehen das ähnlich
Erst muss das VDO-Problem gelöst und dann die Korruptionsfälle aufgeklärt werden – Jeder 10. wünscht sich eine neue Siemens-Kultur


(11.07.06) – Die Verkleinerung des Siemens-Vorstandes ist kein großes Thema: Peter Löscher, seit Juli 2007 neuer Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, soll sich zunächst um das VDO-Problem und erst in zweiter Linie um die Aufklärung der Korruptionsfälle bemühen. Dies ist das Resultat einer Online-Umfrage von Compliance-Magazin.de. In einem Zeitraum von zwölf Tagen stimmten 280 Leser ab: 37 Prozent sahen die Regelung des VDO-Problems als vordringlich an, 25,2 Prozent die Aufklärung aller Skandale (Korruption, Kartell, schwarze Kassen).

Die VDO-Frage ist nach wie vor ungeklärt, soll aber – so auch die Aussage von Peter Löscher – noch in diesem Sommer geklärt werden. Continental AG hatte für die Siemens VDO Automotive AG ein Übernahmeangebot in Höhe von angeblich 10 Milliarden Euro abgegeben. Siemens bevorzugt angeblich einen Börsengang. Conti will auch Minderheitsanteil bei VDO zu akzeptieren, solange man bei VDO das Sagen hat.

Verkleinerung des Vorstands:
Verkleinerung des Vorstands: Für Marktbeobachter nicht das wirkliche Siemens-Problem


15,6 Prozent aller Stimmen entfielen auf die "Aufgabe" Löschers, sich um die "Steigerung des Unternehmenswertes" zu kümmern. Wie mehrfach seitens des Aufsichtsrates angedeutet wurde, ist das Unternehmen Siemens durchaus in Gefahr, einer feindlichen Übernahme ausgesetzt zu werden. Dies sehen offensichtlich auf die Leser von Compliance-Magazin.de.

10,4 Prozent der Stimmen entfielen auf die Forderung an Löscher eine neue "Siemens-Kultur" zu entwickeln. Offensichtlich bringen viele Leser das Image der Siemens-Familie in enge Beziehung zu Korruption, Kartell und schwarze Kassen.

Immerhin 5,9 Prozent der Abstimmungsteilnehmer sehen die Notwendigkeit, dass der Siemens-Konzern umgebaut und neu ausgerichtet werden muss. Seit einigen Jahren befindet sich Siemens in einer Restrukturierungsphase. Das Halbleitergeschäft wurde abgegeben, ebenso Telekommunikationssparte. Als nächstes steht die Trennung von VDO bevor. Die Sparten Gesundheit (Medizintechnik), Stromerzeugung und -verteilung, Transport sowie Prozess- und Automatisierungstechnologie sollten die Ergebnisträger der Zukunft sein. Nun scheint plötzlich laut Analystenmeinung der Transportbereich zu wackeln.

Überraschender Weise entfielen nur 5,9 Prozent aller Stimmen auf den Abstimmungspunkt "Aufbau einer effektiven Compliance-Überwachung". Anscheinend wird diese Forderung von unseren Lesern nicht so hoch bewertet, wie vom Siemens-Vorstand selbst.

Eine Verkleinerung des Siemens-Vorstandes, die der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme dem neuen Vorstandschef Peter Löscher ins Stammbuch geschrieben haben soll, ist für die Leser von Compliance-Magazin.de kein Thema. Nur 1.5 Prozent erachten dies für relevant, und auch Peter Löscher hatte bereits festgestellt, dass "eine Verkleinerung des Zentralvorstands … nicht das Problem von Siemens löst". Löscher verwies in diesem Zusammenhang auf General Electric, in deren obersten Führungsetage sogar 40 Mitglieder das Sagen haben.

Ebenfalls ohne Interesse für die Leser von Compliance-Magazin.de ist das Verhältnis zwischen Siemens und IG Metall. Nur 1,5 Prozent der Stimmen entfielen auf die Forderung, Peter Löscher solle sich um einen "Neuanfang mit der IG Metall" bemühen. Die Befriedung der durch die AUB-Affäre reichlich zerrüttete Beziehung scheint für die Leser von Compliance-Magazin.de nicht der wirkliche Top-Punkt auf der Agenda von Peter Löscher zu sein.
(Siemens: ra)

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    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".