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REACH: 2 Millionen Vorregistrierungen


Bertram Brossardt vom vbw zur EU-Chemikalienverordnung: "REACH löst eine gewaltige Regulierungswut aus"
Sogar schlimmste Befürchtungen zu REACH noch übertroffen - Kosten und Nutzen der Regelung stünden in eklatantem Widerspruch


Bertram Brossardt übt Kritik:
Bertram Brossardt übt Kritik: "Verantwortung für die nötige Beschaffung der Informationen über Stoffe auf Unternehmen abgewälzt", Bild: vbw

(08.12.08) - Die Frist für die Vorregistrierung hergestellter oder importierter Chemikalien in der EU ist abgelaufen. Nach den Bestimmungen der neuen Chemikalienverordnung REACH sind damit nicht gemeldete oder nicht vollständig registrierte chemische Stoffe ab sofort nicht mehr in der EU marktfähig.

"Sogar unsere schlimmsten Befürchtungen zu REACH wurden noch übertroffen", kritisierte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die EU-Verordnung: "REACH löst eine gewaltige Regulierungswut aus. Das zeigt die abschließende ungeheure Zahl von über zwei Millionen Vorregistrierungen, die sämtliche Erwartungen weit übertrifft. Die EU ist zunächst von 50.000 Vorregistrierungen ausgegangen."

Wie die Behörde mitteilte, waren allein in der letzten Novemberwoche nochmals 900.000 zusätzliche Anmeldungen eingegangen, so dass sich die Zahl bis dato auf zwei Millionen summierte.

Brossardt begrüßte zwar grundsätzlich, dass mit der REACH-Verordnung in der EU ein neues System des Chemikalienmanagements eingeführt worden sei. Allerdings werde mit REACH die Verantwortung für die nötige Beschaffung der Informationen über Stoffe (Eigenschaften, Verwendung etc.) auf die Unternehmen abgewälzt. Kosten und Nutzen der Regelung stünden in eklatantem Widerspruch.

"Hinzu kommt, dass durch die engstirnige Auslegung von Ausnahmeregelungen für Recycling und Reimporte seitens der EU-Behörden die Belastung für die Unternehmen weit höher ist, als ursprünglich angenommen. Auch die immensen Kosten durch neue Auskunftspflichten gegenüber Abnehmern von Produkten sind ein ernstzunehmendes Problem", sagte Brossardt.

REACH widerspreche damit klar den Zielen der Lissabon-Strategie. Es gefährde die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen in der Europäischen Union und damit auch am Standort Bayern. (vbw: ra)

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