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Transaktionsgeschäfte und Akquisitionsfinanzierung


Unsichere gesamtwirtschaftliche Situation lässt Transaktionen scheitern und macht Finanzierungen zunehmend schwieriger
Die intern vorhandene Liquidität bleibt bei den Unternehmensvertretern die beliebteste Finanzierung der M&A-Strategie

(23.11.11) - Die unsichere gesamtwirtschaftliche Situation nimmt verstärkt negativen Einfluss auf den Erfolg von Transaktionsgeschäften und macht Akquisitionsfinanzierungen zunehmend schwieriger. Das sind die zentralen Ergebnisse des gemeinsamen M&A-Panels der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle und des Magazins Finance im Oktober 2011. Die Befragung wird quartalsweise unter rund 70 Investmentbankern und Corporate-M&A-Professionals durchgeführt.

Unternehmen stufen den Einfluss der unsicheren makroökonomischen Lage auf Zukäufe, Akquisitionsfinanzierung und Verkäufe derzeit eher mittelmäßig ein, Investmentbanken nehmen die Auswirkungen jedoch spürbar dramatisch wahr. Unternehmen beobachten deutlich mehr Rückzüge von Käufern aus laufenden Kaufprozessen und begründen das Scheitern der Transaktionen mit der Finanzierungssituation, viel häufiger aber auch mit der Unsicherheit über den kurzfristigen Geschäftsverlauf des zu verkaufenden Unternehmens.

"Vorsichtiges und abwartendes "Fahren auf Sicht" ist das Gebot der Stunde vieler Marktteilnehmer. Sollte die Schuldenkrise nicht gelöst werden, werden - wie schon während der Finanzmarktkrise - massive Auswirkungen auf die Aktivitäten am M&A-Markt die Folge sein. Die Entscheidungen des jüngsten EU-Gipfels in Brüssel lassen jedoch hoffen, dass es dazu nicht kommt", so die Einschätzung von Dr. Oliver C. Wolfgramm, Partner bei CMS Hasche Sigle.

Insgesamt scheinen nach den Panel-Ergebnissen M&A-Aktivitäten aktuell zu stagnieren. Am stärksten betroffen scheinen die Branchen Erneuerbare Energien, der Automotive-Sektor, Chemie und Pharma sowie Finanzdienstleistungen.

Eigene Liquidität statt Fremdfinanzierung
Die M&A-Profis aus den Unternehmen stellen in der Umfrage einen starken Rückgang der Verfügbarkeit von Akquisitionsfinanzierungen in den vergangenen zwölf Monaten fest. Investmentbanker beurteilen das derzeitige Finanzierungsumfeld für Finanzinvestoren noch einmal deutlich schlechter. Dr. Thomas Meyding, Partner bei CMS Hasche Sigle, erklärt hierzu: "Die intern vorhandene Liquidität konnte in ihrer Bedeutung weiter steigen und bleibt bei den Unternehmensvertretern die beliebteste Finanzierung der M&A-Strategie. Vielleicht auch, weil einige Unternehmen ihre Liquidität nutzen, um in Sachwerte zu flüchten".

Sein Kollege Wolfgramm ergänzt: "Der nahezu versiegte Zugang für Finanzinvestoren zu Akquisitionsfinanzierungen führt dazu, dass strategische Investoren im Wettbewerb um attraktive Targets gegenüber Finanzinvestoren nach wie vor im Vorteil sind. Die bisherige Erwartung, dass der Vorteil für strategische Investoren im zweiten Halbjahr 2011 wegen zunehmender Aktivitäten der Banken im Finanzierungsgeschäft abnimmt, hat sich also nicht bewahrheitet."

Standen Mitte des Jahres noch alle Signale auf Expansion und Wettbewerb im Transaktionsgeschäft, ist der Markt im Herbst zurückhaltender und vorsichtiger geworden. Dennoch ordnen sich Unternehmensvertreter der Käuferseite zu und halten Marktkonsolidierung für zunehmend unverzichtbar. Sowohl Corporates als auch Investmentbanker bestätigen, dass Verhandlungen langwieriger und Due Dilligences intensiver werden.

Das Marktumfeld für Deals in den nächsten zwölf Monaten nehmen Unternehmensvertreter mittlerweile verstärkt negativ wahr, bei den Investmentbankern scheint der Optimismus sogar gänzlich verflogen. "Wir beobachten, dass Unternehmen trotz gesteigerter Risikoaversion zurzeit Kaufvorhaben realisieren, die vor Kurzem noch auf Eis gelegt wurden. Insbesondere im mittleren Marktsegment, dessen Deals unterhalb des Investmentbankenradars liegen, werden wir auch weiterhin konstante M&A-Aktivitäten sehen, vorausgesetzt, die Unsicherheit aufgrund der Euro-Krise nimmt nicht noch weiter zu", so Meydings abschließende Einschätzung der Umfrage-Ergebnisse. (CMS Hasche Sigle: ra)

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