- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Hauptursachen für den Einsatz von E-Discovery


E-Discovery bei deutschen Unternehmen und Anwaltskanzleien auf dem Vormarsch
Befragung zeigt steigenden Einsatz von Technologie zur Auswertung elektronisch gespeicherter Daten für Gerichtsverfahren

(18.06.15) - Kroll Ontrack hat die Ergebnisse einer neuen Erhebung zur Nutzung von E-Discovery-Lösungen und -Dienstleistungen in Deutschland bekanntgegeben. Dafür wurden sowohl Vertreter von Unternehmen als auch Anwaltskanzleien in ausführlichen Interviews befragt. Die Befragung im Auftrag von Kroll Ontrack hat unter anderem aufgedeckt, dass ein großer Prozentsatz der befragten deutschen Unternehmen (fast 60 Prozent) bereits E-Discovery-Projekte durchgeführt hatte. Ein Drittel geht davon aus, dass ihre Abteilungen im Lauf der nächsten zwölf Monate eine E-Discovery durchführen müssen. Dabei gibt es nach Ansicht der Befragten eine Vielzahl unterschiedlicher juristischer Szenarien, die Unternehmen und Kanzleien zu einer E-Discovery zwingen. 86 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Gerichts- und Schiedsverfahren, die ihren Ursprung außerhalb von Deutschland haben, immer noch die Hauptursache dafür sind, warum E-Discovery benötigt wird. Nichtsdestotrotz bestätigten zwei Drittel, dass E-Discovery bereits in innerstaatlichen Gerichtsverfahren zum Einsatz kommt.

In Deutschland besteht im Gegensatz zu Großbritannien und den USA keine ausdrückliche Aufdeckungspflicht im Rahmen von Gerichtsverfahren. Dennoch zeigt die Umfrage, dass E-Discovery-Lösungen anscheinend stark nachgefragt werden, beispielsweise um Unternehmensdaten wie E-Mails und andere elektronische Dokumente zu überprüfen. Das kann bei internen Untersuchungen der Fall sein, ebenso wie bei umfassenden Untersuchungen, die von Regulierungsbehörden gefordert werden, genauso wie bei inner- und außerstaatlichen Gerichtsverfahren.

Tim Phillips, Managing Director, Kroll Ontrack International Legal Technologies, erklärt: "Die Nachfrage nach E-Discovery-Lösungen und -Dienstleistungen ist in Deutschland im Vergleich zu Großbritannien und den USA langsamer gestiegen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass ein entsprechendes Vorgehen in Deutschland nicht rechtlich vorgeschrieben ist. Doch deutsche Unternehmen müssen sich immer stärker auch mit Gesetzes- und Schiedsverfahren außerhalb der Bundesrepublik auseinandersetzen. Dort gehört E-Discovery zum normalen Handwerkszeug. Allerdings zeigt unsere aktuelle Untersuchung bestimmter Aspekte des deutschen Markts, dass 66 Prozent der befragten deutschen Unternehmen mittlerweile auch bei inländischen Gerichtsverfahren E-Discovery-Technologien nutzen – obwohl sie rechtlich nicht dazu verpflichtet sind. Das zeigt den wahren Wert dieser Technologie für juristische Verfahren. Denn so können Anwälte sich auf die entscheidenden Dokumente konzentrieren, um ihre Fälle aufzubauen. Dies senkt die Kosten."

Hauptgründe für E-Discovery-Projekte deutscher Unternehmen und Kanzleien
1. Aufkommendes Gerichts- oder Schiedsverfahren außerhalb von Deutschland
2. Inländische Gerichts- oder Schiedsverfahren
3. Interne Untersuchungen
4. Regulatorische Untersuchungen von deutschen Behörden
5. Regulatorische Untersuchungen von europäischen Behörden
(Quelle: Kroll Ontrack Befragung zum deutschen E-Discovery-Markt 2015)

Helmut Sauro, Senior Consultant bei Kroll Ontrack Deutschland, ergänzt: "Im Rahmen dieser Befragung haben wir herausgefunden, dass in den letzten fünf Jahren die Zahl der E-Discovery-Projekte, an denen die Befragten persönlich beteiligt waren, kontinuierlich gestiegen ist. Außerdem ist die Mehrzahl der teilnehmenden Unternehmen der Meinung, dass sie höchstwahrscheinlich bald auf E-Discovery angewiesen sein wird und dass dies auch auf immer mehr Firmen zutrifft. E-Discovery ist immer stärker in den deutschen Gerichtsverfahren verwurzelt. Auch die Strukturen, die für eine interne Unterstützung nötig sind, entwickeln sich sowohl bei Unternehmen als auch Kanzleien immer weiter. Dennoch haben gerade einmal zwei von zehn Unternehmen bereits entsprechende Maßnahmen verankert. Es ist wichtig, dass diese Vorbereitungslücke adressiert wird."

Die Erhebung hat auch gezeigt, dass die befragten deutsche Unternehmen sehr stark auf externe Experten angewiesen sind, wenn es darum geht, Unternehmensdaten zu verarbeiten – also beispielsweise sie zu sammeln, zu filtern und Review-Plattformen zur Verfügung zu stellen. Dafür setzen die Verantwortlichen am liebsten auf Fachleute aus Deutschland.

Helmut Sauro betont: "Wegen der deutschen Datenschutzrichtlinien bevorzugen es unsere Kunden, ihre Daten bei Gerichtsverfahren im Land zu verarbeiten. Daher haben wir in ein Rechenzentrum in Frankfurt investiert, wo wir E-Discovery-Projekte für Kanzleien und Großunternehmen durchführen.

Seit der Eröffnung im Mai 2014 haben wir bereits mehr als 16.000 Gigabytes an Daten auf unseren Servern im Rechenzentrum verarbeitet und mehr als 156 Millionen Seiten in Datenbanken zur Dokumentenprüfung durch Juristen zur Verfügung gestellt.

Das zeigt uns, dass E-Discovery in Deutschland wächst und gedeiht und dass sich alle in Deutschland praktizierenden Anwälte dessen bewusst sein sollten."

Die Erhebung deutet darauf hin, dass besonders Kanzleien gut über neue Technologien Bescheid wissen. Dazu gehört beispielsweise Technology Assisted Review, das den Prüfprozess automatisiert und Prozesse effizienter gestaltet. Hier gaben 56 Prozent der Befragten in Kanzleien an, diese bereits genutzt zu haben. Tim Phillips fügt abschließend hinzu: "In Deutschland kann es durchaus dazu kommen, dass einzelne Schritte der Entwicklung bei Legal-Technology-Lösungen übersprungen werden. Gerade lokale Unternehmen und Anwälte, die erst seit kurzem E-Discovery-Technologien nutzen, könnten hier sehr schnell die jeweils neuesten Lösungen umsetzen."

Methodik der Marktuntersuchung
>> Diese Befragung wurde unabhängig für Kroll Ontrack von Jeffrey Forbes, Verlagsleiter von TalklLawGlobal und Executive Director des Forbes Institute durchgeführt.
>> Die Erhebung untersuchte Schlüsselfragen in Bezug auf den Umgang mit elektronisch gespeicherten Informationen in Gerichtsverfahren in Deutschland. Dabei wurde eine relevante Zielgruppe in ausführlichen Interviews zu bedeutenden Aspekten befragt, um Einblicke in den Markt zu erhalten und Trends in der E-Discovery in Deutschland aufzudecken.
>> Eine detaillierte und umfassende Reihe von 35 Fragen wurde in Absprache mit einer Fokusgruppe von Unternehmensjuristen entwickelt, um die Gültigkeit und Klarheit zu gewährleisten. Diese Fragen wurden verwendet, um in ausführlichen Interviews mit hochrangigen Unternehmensjuristen aus einer Reihe von in Deutschland tätigen Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu führen.
>> Die Fragen wurden in Zusammenarbeit mit einer Fokusgruppe angepasst, um selbständig tätige Anwälte zu befragen, die Kunden bei Ermittlungen und Rechtsstreitigkeiten vertreten.
>> Die Fragebögen spiegeln einander wieder, wodurch diese Erhebung eine einzigartige Perspektive auf die gleichen Aspekte ermöglicht – sowohl aus Sicht der Klienten wie auch Rechtsberater.
(Kroll Ontrack: ra)

Kroll Ontrack: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Studien

  • Optimaler Schutz vor Cyberattacken

    In der Studie "Unterstützen Cybersicherheit und Datenschutz Unternehmen bei der Digitalisierung?" wurden IT-Experten und Manager nach ihren Einschätzungen hinsichtlich der Förderlichkeit von regulatorischen Vorgaben wie der DSGVO auf die Digitalisierung von Unternehmen gefragt. Die Ergebnisse: Digitalisierung ist Chefsache. Vorschriften des Gesetzgebers werden als förderlich für die digitale Transformation empfunden. Die Befragten befürchten, dass ihre Unternehmen für optimalen Schutz vor Cyberattacken nicht über ausreichend Ressourcen verfügen. Die Digitalisierung ist eine der zentralen Herausforderungen, die Unternehmen gegenwärtig bewältigen müssen, um auf dem (nationalen und internationalen) Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine wichtige Aufgabe dabei: Cybersicherheit. Daher hat der Gesetzgeber auf diese Entwicklungen mit Regulierungsmaßnahmen reagiert, die in der Öffentlichkeit oftmals kontrovers diskutiert werden.

  • Häufigkeit von zertifikatsbedingten Ausfällen

    Venafi gibt die Ergebnisse einer Studie bekannt, die den Umfang und die Häufigkeit von zertifikatsbedingten Ausfällen in Finanzdienstleistungsunternehmen untersucht hat. An der Umfrage zur Studie nahmen über 100 Chief Information Officers (CIOs) der Finanzdienstleistungsbranche aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Australien teil. Bei Finanzdienstleistungsunternehmen kommt es eher zu Ausfällen im Zusammenhang mit digitalen Zertifikaten als in andere Branchen. In den letzten sechs Monaten erlebten 36 Prozent der Befragten CIOs einen Ausfall, der sich auf kritische Geschäftsanwendungen oder -dienste auswirkte. Darüber hinaus sind die CIOs von Finanzdienstleistungen mehr über die Auswirkungen von zertifikatsbedingten Ausfällen auf ihre Kunden besorgt.

  • Sexuelle Belästigung von Vorgesetzten

    Leider ist das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz heute so aktuell wie eh und je. Navex Global, Unternehmen für Compliance am Arbeitsplatz, hat eine Studie über die Situation in Europa durchgeführt und berät Unternehmen darin, wie diese Vorfälle am besten gehandhabt und verhindert werden können. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist im Allgemeinen mit einem Machtmangel des Opfers und einem Machtmissbrauch des Angreifers verbunden. Bislang sind Frauen stärker betroffen und sexuelle Belästigung scheint vor allem von Vorgesetzten auszugehen, wobei Kollegen und Kunden an zweiter und dritter Stelle stehen. Aus diesem Grund muss eine Änderung zur Prävention dieser Taten auf der Führungsebene beginnen und sich auf alle Ebenen eines Unternehmens auswirken. Tatsächlich schafft nicht nur die Tat selbst eine toxische Umgebung, sondern auch die Tendenz der Kollegen, den Vorfall zu ignorieren, oder das Opfer einer Überreaktion oder sogar einer Lüge zu bezichtigen. Eine gesunde Unternehmenskultur sollte offensichtlich sexueller Belästigung vorbeugen, aber im unglücklichen Fall, dass sie auftritt, Opfer zu einer Anzeige raten und sie vor zukünftigen Auswirkungen sowohl auf beruflicher als auch auf sozialer Ebene schützen.

  • Zentrales Datenmanagement und Reporting

    BARC (Business Application Research Center) veröffentlicht seine neue Studie "The Future of Reporting". Die globale Anwenderbefragung blickt sowohl auf aktuelle Technologien und Trends in der Reporting-Landschaft von Unternehmen als auch auf zukünftige Entwicklungen. Neben der globalen Studie beschäftigt sich eine zweite Version schwerpunktmäßig mit den Entwicklungen in der DACH-Region. Dank eines Sponsorings durch BOARD, Cubeware, IBM, SAP, Tableau und Zoho sind die Studiendokumente kostenlos verfügbar. Unternehmen müssen heute schneller denn je auf Veränderungen im Markt reagieren, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Richtige Entscheidungen können nur mithilfe einer soliden Datengrundlage getroffen werden - das Reporting spielt die tragende Rolle bei der Bereitstellung der Daten. Heute trifft jedoch nur eine Minderheit der Unternehmen regelmäßig Entscheidungen, die sich auf der Grundlage von Daten beruhen. Dies zeigt die BARC-Studie "The Future of Reporting".

  • Große Unternehmen zahlen weniger Steuern

    Seit der nahezu weltweiten Rezession im Jahr 2009 ist nunmehr eine Dekade vergangen, die vor allem in der Europäischen Union weitreichende Veränderungen mit sich brachte: Deutschland subventionierte seine Autohersteller, um sie zu retten, die Europäische Zentralbank versorgte die Märkte mit günstigem Geld, indem es die Zinssätze auf null senkte, unter anderem Griechenland und Portugal mussten gerettet werden, während populistische Parteien europaweit an Zuspruch gewannen. Das DossierPlus "European financial KPI and cost benchmark" von Statista bietet einen einzigartigen Einblick in die Entwicklung und den Zustand von fünf europäischen Schlüsselländern und interpretiert die wichtigsten Entwicklungen zwischen von 2005 bis 2019.