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Herstellung von Verkehrsflugzeugen


Bundeskartellamt gibt Zusammenschluss zwischen Airbus und Bombardier frei
Auf dem weltweiten Markt für die Herstellung von Verkehrsflugzeugen sind im Wesentlichen die vier Anbieter Airbus, Boeing, CSALP und Embraer aktiv

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Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der C-Series Aircraft Limite Partnership, Kanada ("CSALP") – einem Tochterunternehmen der Bombardier Inc. Montréal, Kanada – durch die Airbus SE, Leiden, Niederlande freigegeben. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Durch den Zusammenschluss kommt es nicht zu einer erheblichen Behinderung wesentlichen Wettbewerbs. Da Airbus vorwiegend Verkehrsflugzeuge mit einer Sitzplatzkapazität von über 150 Sitzen und die Bombardier-Tochter CSALP ausschließlich kleinere Flugzeuge herstellt, stehen die Unternehmen nicht in einem nahen Wettbewerbsverhältnis. CSALP hat auf dem weltweiten Markt für kleinere Flugzeuge mit 100 bis 150 Sitzen zwar eine starke Position. Die Ermittlungen haben allerdings ergeben, dass dieser Flugzeugtyp bei europäischen und insbesondere deutschen Fluggesellschaften von untergeordneter Bedeutung ist."

Airbus ist weltweit als Hersteller von Verkehrsflugzeugen im Bereich Single-aisle-Flugzeuge und Twin-aisle-Flugzeuge tätig. Single-aisle-Flugzeuge haben – je nach Modell – eine Sitzplatzkapazität im Bereich von ca. 100 bis ca. 240 Sitzplätzen. Im Bereich der Single-aisle-Flugzeuge bietet Airbus seine Modelle A319ceo/neo, A320 ceo/neo und A321 ceo/neo an.

Bombardier ist mit seinen Modellen CS100 und CS300 (sog. "C-Series") auf die Herstellung von Single-aisle-Flugzeugen mit einer Sitzplatzkapazität von 100 bis 150 Sitzen konzentriert.

Auf dem weltweiten Markt für die Herstellung von Verkehrsflugzeugen sind im Wesentlichen die vier Anbieter Airbus, Boeing, CSALP und Embraer aktiv. Airbus ist auf einem möglichen Markt, der sämtliche Single-aisle-Flugzeuge umfasst, ein marktstarker Anbieter. Die Marktanteile von CSALP sind bei einem derart weit gefassten Markt allerdings marginal, sodass es durch den Zusammenschluss nur zu einem sehr geringen Marktanteilszuwachs käme. Zudem besteht auf einem derartigen Markt keine nahe Wettbewerbsbeziehung zwischen Airbus und CSALP. Nachfrager nach Flugzeugen aus der Airbus-Familie sind Fluggesellschaften, die oftmals das gesamte Angebotsspektrum von Airbus nachfragen und hier insbesondere Flugzeuge der Kategorie A320 und A321, die über eine Sitzplatzkapazität von mehr als 150 Sitzen verfügen. Hier steht Airbus nicht in einer Wettbewerbsbeziehung mit CSALP, sondern mit dem Hersteller Boeing.

Auf einem Markt, der lediglich Flugzeuge mit einer Sitzplatzkapazität von 100 bis 150 Sitzen umfasst, ist hingegen CSALP ein marktstarker Anbieter. Wesentlicher Wettbewerber in diesem Segment ist die brasilianische Fluggesellschaft Embraer. Für europäische Fluggesellschaften und insbesondere für deutsche Fluggesellschaften sind Flugzeuge in dieser Sitzplatzkategorie jedoch von untergeordneter Bedeutung. Dementsprechend ergaben die Ermittlungen des Bundeskartellamtes, dass der Markt für Single-aisle-Flugzeuge mit einer Sitzplatzkapazität von 100 bis 150 Sitzen einen Bagatellmarkt darstellt, auf dem im letzten Geschäftsjahr 2016 in Deutschland Umsätze von weniger als 15 Mio. Euro erzielt wurden.

Das Zusammenschlussvorhaben ist auch noch bei den Wettbewerbsbehörden in Österreich und in Kanada anhängig und ist möglicherweise noch bei weiteren Wettbewerbsbehörden anmeldepflichtig. (Bundeskartellamt: ra)

eingetragen: 08.12.17
Home & Newsletterlauf: 16.01.18


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Meldungen: Kartellrecht

Kartellrecht und Kartellvergehen

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    Nach einer Fusionskontrollentscheidung des Bundeskartellamtes darf die Aurubis AG, Hamburg, weitere 40 Prozent der Anteile und damit die alleinige Kontrolle an der Deutsche Gießdraht GmbH, Emmerich am Rhein, erwerben. Bislang ist die Deutsche Gießdraht ein Gemeinschaftsunternehmen von Aurubis und der Codelco Kupferhandel GmbH, Düsseldorf, und produziert Kupfergießwalzdraht ausschließlich für die beiden Mutterunternehmen. Aurubis und Codelco vertreiben den Gießwalzdraht bislang im Wettbewerb zueinander. Abnehmer sind Weiterverarbeiter und einige Händler. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Aurubis ist der mit Abstand größte Hersteller von Kupfergießwalzdraht in Europa. Durch die vollständige Übernahme der Produktion der Deutsche Gießdraht wird mit Codelco ein naher Wettbewerber von Aurubis entfallen. Dennoch stehen den Nachfragern nach den verfügbaren Informationen auch nach der Übernahme weitere in- und ausländische Hersteller zur Verfügung, so dass eine Untersagung des Vorhabens im Ergebnis nicht gerechtfertigt gewesen wäre."

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    Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Geldbuße in Höhe von 30 Mio. Euro gegen die Dirk Rossmann GmbH verhängt und damit die vom Bundeskartellamt am 23. Dezember 2015 verhängte Geldbuße deutlich erhöht. Das Bundeskartellamt hatte das Verfahren wegen vertikaler Preisabsprachen beim Vertrieb von Röstkaffee damals mit einer Geldbuße in Höhe von 5,25 Mio. Euro gegen die Dirk Rossmann GmbH abgeschlossen. Dieses Verfahren war Teil eines größeren Verfahrenskomplexes, in dem das Bundeskartellamt dem Verdacht verbotener Ladenpreisbindung durch Markenhersteller und Einzelhandelsunternehmen (Lebensmitteleinzelhändler und Drogerieunternehmen) nachgegangen ist. Insgesamt hat das Bundeskartellamt in diesem Verfahrenskomplex Geldbußen gegen 27 Unternehmen in Höhe von 260,5 Mio. Euro verhängt. Die Erkenntnisse aus diesem Verfahren sind anschließend in ein Hinweispapier des Bundeskartellamtes zur Reichweite des Preisbindungsverbotes im Lebensmitteleinzelhandel eingeflossen.

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