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Arbeitsrecht: Rechtschreib- & Grammatikkenntnisse


Mangelnde Deutschkenntnisse: Sprachkompetenz gilt nach wie vor als Schlüsselqualifikation
Unternehmen beklagen ernsthaften Mangel an Grundqualifikationen wie Lesen und Schreiben


(25.10.10) - "Sicherheit in Wort und Schrift" – nicht selten finden sich diese Stichworte in einer Stellenbeschreibung und sollten zum Nachdenken anregen. Fundierte Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse werden gerade von jüngeren Menschen zwar häufig als lästig und überflüssig angesehen, sind tatsächlich aber nicht selten die Voraussetzung für den beruflichen Einstieg und die weitere Karriere.

Denn Unternehmen sind auf Mitarbeiter angewiesen, die nicht nur gut reden können, sondern auch dann sattelfest sind, wenn es darauf ankommt – nämlich im Schriftverkehr, in der Dokumentation und bei Präsentationen. Dies mag besonders stark für öffentliche Einrichtungen gelten, die schon qua Funktion zur korrekten Anwendung der deutschen Sprache aufgefordert sind, doch auch in der freien Wirtschaft gilt eine gute Sprachkompetenz als unverzichtbar. Denn welcher Arbeitgeber geht freiwillig das Risiko ein, dass eine E-Mail mit peinlichen Fehlern an einen Kunden oder Geschäftspartner geschickt wird?

Der Fachkräftemangel ist auch auf mangelnde Rechtschreibkenntnisse der jungen Bewerbergeneration zurückzuführen. Wurde in früheren Zeiten bei Zweifelsfällen sicherheitshalber noch mal schnell 'im Duden' nachgeschlagen, werden die Lösungen heutzutage – wenn überhaupt – eher im Internet gesucht, das sich allerdings über weite Strecken als rechtschreibfreier Raum präsentiert.

Aktuell werden laut Bundesagentur für Arbeit rund 154.000 Auszubildende gesucht. Rund 17.000 Stellen bleiben nach Schätzungen der Behörde unbesetzt. Laut Achim Dercks, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), liegt das vor allem daran, dass es Bewerbern an "Grundqualifikationen wie Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch an Leistungsbereitschaft und Disziplin" mangelt.

Darauf weisen auch die Ergebnisse der Bewerbungsverfahren bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hin. Medienberichten zufolge scheiterten viele Bewerber bereits in der ersten Stufe des Einstellungstests, in der auch die individuellen Rechtschreibkenntnisse abgeprüft wurden.

Die durchgefallenen Bewerber machten in einem Text von 250 Wörtern Länge mehr als die maximal erlaubten zehn Fehler und disqualifizierten sich somit für den Dienst in der Behörde. Eine Abmilderung der Bewerbungstests wird von der Politik ausgeschlossen, denn, so Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten: "Wir wollen die Besten aus den Jahrgängen in der Polizei."

Sprachkompetenz gilt nach wie vor als Schlüsselqualifikation, ist sie doch die Basis für eine funktionierende Kommunikation in allen Lebensbereichen. Auch die deutschen Unternehmen sind sich der Brisanz dieses Themas durchaus bewusst. Laut Angaben der DIHK organisiert deshalb über die Hälfte aller Unternehmen eine Nachhilfe für ihre Auszubildenden.

30 Prozent der Betriebe nutzen demnach die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Bundesagentur für Arbeit, in anderen Betrieben kommen ehrenamtliche Helfer zum Einsatz. "Die Unternehmen werden immer mehr zu Reparaturbetrieben", beklagt Achim Dercks von der DIHK. Doch so lange die Ausbildung und der Lerneifer sich nicht so weit verbessern, dass die Bewerber die erforderlichen Qualifikationen mitbringen, bleibt der Wirtschaft nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen.

Zusätzlich zu den Fördermaßnahmen außerhalb der Arbeitszeit können Mitarbeiter mit Rechtschreibschwächen direkt im Berufsalltag durch technische Hilfsmittel unterstützt werden. (Bibliographisches Institut: ra)

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    Seit der Finanzkrise nimmt die Regulierung von Banken stark zu. Das bedeute große Herausforderungen, aber es berge auch Chancen, so Stefan Steinhoff, Partner für Risk & Regulatory der TME AG, einer Frankfurter Unternehmensberatung für Financial Services. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz würden den Weg zu einer "Risk & Finance Data"-Intelligenz ebnen. "Das eröffnet neue Geschäftsmodelle und bringt strategische Vorteile." Während Risikomanagement in seiner klassischen Form lediglich eine einfache Schutzfunktion erfüllt habe, werde dieses in Zukunft eine proaktive Rolle einnehmen, ist Steinhoff überzeugt. Getrieben wird diese Entwicklung von der sich verschärfenden Regulatorik und größeren Datenmengen, ermöglicht wird sie durch die neuen digitalen Tools. Da zudem das Tempo der Veränderungen rasant zunehme, müssen Kreditinstitute laut Steinhoff rasch handeln: "Betroffen sind sowohl die IT als auch die Organisation und die Prozesse im Unternehmen."