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Herausforderung IT-Compliance


Ein "Quantum Sicherheit" ist nicht genug: Datensicherheit ist weit mehr als ein reines Technikthema
Wer erfüllt die Forderung gemäß Bundesdatenschutzgesetz und setzt einen Datenschutzbeauftragten ein, um die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien beim Umgang mit personenbezogenen Daten überwachen zu lassen?


Von Christian W. Seehafer, Geschäftsführer der Comp4U EDV-Anlagen GmbH

(01.03.10) - Können Sie garantieren, dass Ihre IT den gesetzlichen Compliance-Anforderungen entspricht? Meist sind Unternehmer IT-Laien und dennoch tragen sie die komplette rechtliche Verantwortung für die EDV. Bereits aus geringen Mängeln können weit reichende Rechtsverletzungen mit schwerwiegenden Folgen entstehen.

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen gerät die Betreuung der IT oft zur lästigen Pflicht und der Sicherheit wird nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Die Bedrohung von PCs wird eher diffus wahrgenommen, der Fokus meist auf Viren, Trojaner oder schlimmstenfalls den Einbruch eines Hackers ins Firmennetz gerichtet. Nur allzu leicht wird das Thema damit als Freigabe eines ungeliebten Budgets abgehandelt.

Doch Datensicherheit ist weit mehr als ein reines Technikthema und Virenschutz und Firewall sind lediglich das absolute Mindestmaß an Ausstattung. So bedeutet der Verlust von Daten nicht zwangsläufig, dass die Daten nicht mehr da sind, sie können auch als Kopien das Unternehmen verlassen. Gelöschte Daten lassen sich gegebenenfalls rekonstruieren, ausspionierte oder weitergegebene Daten jedoch nicht zurückholen. Gleichzeitig steht der Unternehmer gegenüber der deutschen bzw. internationalen Gesetzgebung in der Verantwortung – eine Kardinalpflicht, die allzu oft ignoriert wird.

Verfügbarkeit sichern
Das technische Versagen von Systemen kommt regelmäßig vor und ist eine Bedrohung, die auch ohne Fremdeinwirkung droht. Nicht selten führt der Ausfall der IT zum Infarkt der täglichen Routinen. Ob Warenwirtschaft, Buchhaltung, Mailsysteme, Kundendaten, Angebote oder Auftragsbearbeitung - Daten sind heute die Grundlage unternehmerischen Handelns. Was, wenn es Tage dauert, bis die Systeme technisch wiederhergestellt sind? Auf Notdienst und Service allein sollten sich Anwender nicht verlassen. Es empfiehlt sich Vorkehrungen zu treffen, die innerhalb einer definierten Zeit eine Wiederherstellung der Systeme garantieren.

Unkontrolliertem Datenabfluss und Spionage vorbeugen
Selbst in großen Unternehmen spielt das Thema "Data Leakage" bislang eine untergeordnete Rolle, in kleinen und mittelständischen Firmen so gut wie nie. Die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil der Bedrohung von Innen kommt, wird übersehen. Dabei sind Datenverlust oder -diebstahl heute die Hauptbedrohung für Firmennetze: So gut wie jeder PC hat einen USB-Port oder CD-Brenner, jeder Mitarbeiter kann zumindest aus seinem Zugriffsbereich Daten oft wahllos kopieren und ungesehen aus der Firma bringen.

Sicherlich ist ein Generalverdacht unangebracht, doch als eine wichtige "Grundlage des Unternehmens" müsste der Schutz der Daten oberste Priorität haben. Und vorbeugen ist möglich: Daten auf Servern, Festplatten, CDs oder USB-Sticks lassen sich so verschlüsseln, dass die Mitarbeiter ungehindert arbeiten können, die Daten aber automatisch verschlüsselt und unbrauchbar sind, sobald sie kopiert werden bzw. ein Unbefugter auf USB-Stick oder CD zugreifen will. Eine verlorene oder gestohlene CD, ja selbst ein Notebook, ist für den Finder oder Dieb wertlos.

Rechtliche Compliance-Vorgaben umsetzen
In IT-Fragen ist der Unternehmer der Hauptverantwortliche vor dem Gesetz und haftet für alle Rechtsverstöße in diesem Bereich. Aber wer erfüllt bereits die Forderung gemäß Bundesdatenschutzgesetz und setzt einen Datenschutzbeauftragten ein, um die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien beim Umgang mit personenbezogenen Daten überwachen zu lassen? Und welche Firmen sind in der Lage, rechtssicher zu verhindern dass ihre Mitarbeiter auf unerlaubten Webseiten surfen oder deren Inhalte downloaden? Gleichzeitig ist schon das einfache "Verbieten" des Zugriffs auf Inhalte im Internet per Regel heikel, wenn z. B. die Verbindungsversuche mit dem Namen des Nutzers aufgezeichnet werden.

Allein diese Beispiele zeigen, im Gesetzesdschungel von Datenschutz und Compliance geht es ohne den Rat von Experten meist nicht. Dabei sollte der beratende Dienstleister jedoch mit dem rechten Augenmaß für die Realität beraten und unterstützen, nach dem Motto "so wenig Aufwand wie möglich und dennoch soviel wie im rechtlichen Sinne nötig". Sich dagegen nur auf das Minimum von Virenschutz und Firewall zu verlassen, ist keine Option, denn ein Quantum Sicherheit ist nicht genug. (Comp4U EDV-Anlagen: ra)

Comp4U EDV-Anlagen: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Lieferketten: Konsequenzen und Risiken

    Der Bundestag hat das von der großen Koalition beschlossene Lieferkettengesetz verabschiedet. Der Bundesrat hat ihm zugestimmt. Durch das Gesetz sollen Kinderarbeit, Ausbeutung und Naturzerstörung bei der globalen Produktion von Waren eingedämmt werden. Unternehmen sollen dafür Sorge tragen, dass es in ihrer gesamten Lieferkette, auch international, nicht zu Verletzungen der Menschenrechte kommt. Dazu kommentiert Dr. Christoph Schröder, Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland: "Damit sendet Deutschland ein starkes Signal an die Europäische Kommission, die EU-Richtlinie auf den Weg zu bringen. Eine europaweit einheitliche Regelung der Verantwortung für Menschenrechte in den Lieferketten liegt im Interesse der deutschen Unternehmen. Sie haben durch das Lieferkettengesetz vorläufig einen Wettbewerbsnachteil." Unternehmen sollten sich laut CMS-Anwalt Schröder nun deutlich mit den Konsequenzen und Risiken auseinandersetzen. Er betont: "Die zivilrechtliche Haftung für die Nichtbeachtung der Sorgfaltspflichten des Lieferkettengesetzes ist zwar ausgeschlossen. Aber die Haftung deutscher Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen im Ausland bleibt möglich, insbesondere wenn das Gericht ausländisches Recht anzuwenden hat. Ausländische Rechtsordnungen lassen solche Haftungsansprüche in immer stärkerem Umfang zu. Das zeigen die jüngsten Urteile aus England und den Niederlanden sowie laufende Gesetzgebungsverfahren in zahlreichen Ländern."

  • Artikel 17-Leitfaden zu Uploadfiltern

    Nach Verabschiedung der Urheberrechtsreform im Bundestag hat die Europäische Kommission ihren Leitfaden zur Anwendung von Artikel 17, der Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt (CDSMD), veröffentlicht. Artikel 17 fordert den Einsatz fehleranfälliger Uploadfilter, und entgegen ihrer Beteuerung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vergangenen Jahres versagt die Kommission beim effektiven Schutz der Rechte von Nutzern von Online-Anwendungen. Der lange erwartete Leitfaden zu Artikel 17 bestätigt zwar im Grundsatz, dass die automatische Sperrung von Inhalten, die von Nutzern hochgeladen werden, auf offensichtliche Urheberrechtsverletzungen beschränkt werden muss und in Zweifelsfällen nicht erfolgen darf. Die Empfehlung sieht jedoch die Möglichkeit für Rechteinhaber vor, bestimmte Inhalte zu kennzeichnen, die ihnen einen "erheblichen wirtschaftlichen Schaden" zufügen könnten. Diese Inhalte müssten Uploadfilter dann automatisiert blockieren, auch wenn sie legal verwendet werden, etwa in Memes als Zitat oder Parodie.

  • Urheberrecht mit überkomplexem Beschwerdeverfahren

    Ob Grumpy Cat, Disaster Girl oder die First World Problems: Das Teilen von Memes ist in sozialen Netzwerken weit verbreitet. Von August an müssen Internetnutzer, wenn sie ein fremdes Werk als Grundlage für solche Bilddateien sowie Gifs, Mashups oder auch Fan Fiction verwenden, bestimmte Vorgaben beachten - ansonsten drohen diese Inhalte von Upload-Filtern geblockt zu werden. Das ist eine Folge der neuen Urheberrechtsreform, die der Bundestag an diesem Donnerstag nach jahrelangem Ringen verabschiedet. Demnach müssen die User sozialer Netzwerke sicherstellen, dass nicht mehr als 15 Sekunden eines Videos, 160 Zeichen Text und Bildausschnitte bis zu 125 Kilobyte verwendet werden, sofern der Ausschnitt weniger als die Hälfte eines Werkes umfasst. Zudem muss er mit weiteren Inhalten kombiniert werden. Sollten diese Voraussetzungen nicht erfüllt sein, müssen User den hochgeladenen Inhalt zumindest per Mausklick als rechtlich zulässig kennzeichnen, damit dieser nicht durch Upload-Filter geblockt wird. "Die Rechtslage an das digitale Zeitalter anzupassen, war überfällig. So, wie es nun erfolgt ist, wurde dieses Ziel jedoch klar verfehlt", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bitkom. "Die Reform bringt zum einen Unsicherheiten für Internetnutzer, weil diese in vielen Fällen kaum selbst einschätzen können, wann eine Bild- oder Filmdatei legal ist. Zum anderen ist sie insgesamt ein Rückschlag für die Meinungsfreiheit im Netz, da nun die Plattformen für Uploads großflächig urheberrechtlich verantwortlich gemacht werden. Sie können damit den Einsatz technischer Filter nicht vermeiden, um illegale Uploads, für die sie haftbar gemacht werden können, zu verhindern. So wird riskiert, dass auch Inhalte blockiert werden, die eigentlich rechtlich zulässig sind."

  • Bitkom zur Novelle des NetzDG

    Der Bundestag verabschiedete im Mai 2020 eine weitere Novelle des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG). Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: "Mit dieser zweiten Novelle des NetzDG setzt Deutschland seinen nationalen Sonderweg fort und entfernt sich immer weiter von den übrigen europäischen Staaten. Zugleich schießt die NetzDG-Novelle beim Versuch, die Nutzerrechte zu stärken, weit über das Ziel hinaus. Aktuell wird auf EU-Ebene der Digital Services Act diskutiert. Er wird schon bald ein einheitliches, harmonisiertes Verfahren zum Umgang mit rechtswidrigen Inhalten einführen - insbesondere auch beim internen Beschwerdemanagement der Online-Plattformen. Anstatt sich auf die Gestaltung dieser europäischen Regeln für alle Anbieter zu konzentrieren, wird wieder einmal eine überkomplexe nationale Lösung entwickelt. Gerade in der digitalen Welt brauchen wir einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt und nicht noch mehr nationalstaatliche Fragmentierung."

  • Bahnkundenrechte auf dem Abstellgleis

    Das Europäische Parlament (EP) hat über die Änderungsanträge zur Neufassung der europäischen Bahngastrechte abgestimmt. Diese sind nicht durchgegangen, womit die Zustimmung zum Trilogergebnis erteilt ist. Die Verschlechterung für Bahnkunden ist damit beschlossen. Trotz der Aufforderung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) das Trilogergebnis abzulehnen, ist das EP dem nicht gefolgt. Klaus Müller, Vorstand des vzbv, kommentiert: Der abgestimmte Kompromiss zur Neufassung der europäischen Bahngastrechte ist in jeder Hinsicht schlecht für die Bahnkunden. Ihre Rechte sind dauerhaft auf dem Abstellgleis. Statt ein höheres Schutzniveau für Kunden zu beschließen, gab das Europäische Parlament vor allem den Interessen der Bahnbetreiber nach. Geplant ist jetzt die Einführung einer Höheren-Gewalt-Klausel. Daneben besteht immer noch keine Verpflichtung für Bahnbetreiber durchgängige Fahrkarten anzubieten, wenn zwei oder mehr Bahnunternehmen auf einer Reise genutzt werden.