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Lizenzierungskosten und Schadensersatz


Deutsche Unternehmen zahlten im ersten Halbjahr 2009 rund 1,8 Mio. Euro für Lizenzverstöße
Kosten unlizenzierter Software für Unternehmen steigen rapide


(04.09.09) - Das "Anti Piracy"-Programm der Business Software Alliance (BSA) in Deutschland ist in den ersten sechs Monaten des Jahres weiter gewachsen. In 71 Fällen wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Unternehmen, die des Einsatzes unlizenzierter Software überführt wurden, zahlten 1,8 Mio. Euro an Lizenzierungskosten und Schadensersatz.

EU-weit lag diese Zahl bei 6,1 Mio. Euro. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) wurden über 4.000 Mal rechtliche Schritte gegen Firmen eingeleitet, bei denen es ernst zu nehmende Hinweise auf den Einsatz nicht lizenzierter Software gab. Deutsche Unternehmen stehen in der Liste der gravierendsten Fälle auf einem unrühmlichen ersten Platz: So betreffen die drei größten Fälle in EMEA allesamt deutsche Unternehmen.

Erst im Juli zahlte ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen insgesamt 1,1 Mio. Euro Schadensersatz und Lizenzgebühren, nachdem es angesichts des Ermittlungsdrucks den Einsatz unlizenzierter Software auf 1.000 Rechnern eingestehen musste.

Die im Juni angelaufene TV-Kampagne "Es gibt gute Gründe, illegale Software zu melden" führte zu einem Anstieg der Hinweise auf unlizenzierte Software um 800 Prozent.

"Die BSA führt an jedem Werktag über 30 rechtliche Maßnahmen in der Region EMEA durch", erklärt Sarah Coombes, Senior Director, Legal Affairs der Business Software Alliance. "In der aktuellen wirtschaftlichen Lage bereitet es mir Sorgen, dass so viele Unternehmen weiterhin das Urheberrecht missachten, indem sie unlizenzierte Software verwenden. Sie setzen sich dadurch rechtlichen und finanziellen Konsequenzen aus, die ihre Situation verschlechtern könnten."

Jede Woche 100 Hinweise
Rund 100 Hinweise auf unlizenzierten Softwareeinsatz in Firmen gehen wöchentlich bei der BSA ein. Die TV-Kampagne "Es gibt gute Gründe, illegale Software zu melden", welche am 15.6.2009 auf Nachrichtensendern in Deutschland anlief, hat dazu geführt, dass in Deutschland seitdem acht Mal so viele Hinweise wie zuvor eingingen.

Auch gegen Online-Piraterie wurde der Branchenverband der Softwareindustrie im letzten Halbjahr vermehrt aktiv: 19.076 Auktionen mit über 127.951 gefälschten oder raubkopierten Produkten im Wert von über 39 Millionen Euro wurden alleine im ersten Halbjahr 2009 gestoppt. (BSA: ra)

BSA: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

  • Bekämpfung & Aufklärung von Kriminalität

    Vertreter der ISPA, des Bundesministeriums für Inneres, der TU Wien und eines heimischen Providers stellten im Dezember letzten Jahres der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag das österreichische Modell für eine sichere und transparent nachvollziehbare Übermittlung von Daten zwischen Providern und der Exekutive vor. Die erarbeitete Lösung könnte sich als Vorzeigemodell für den Einsatz in anderen europäischen Staaten durchsetzen. Das Hauptziel der ISPA, der Interessenvertretung der österreichischen Internetwirtschaft, ist die Förderung des Internets. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der Bekämpfung und Aufklärung von Kriminalität, die im Internet oder durch Verwendung digitaler Kommunikation entsteht. "Speziell bei Delikten, die es in dieser Art in der analogen Welt nicht gab, macht es Sinn, wenn sich die Strafverfolgungsbehörden und die Internetindustrie an einen Tisch setzen, um die neuen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern", erläutert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA.