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Einsatz illegaler Software wurde geahndet


Anonymer Hinweis enttarnte ein Unternehmen, das in großem Maßstab illegale Software einsetzte
BSA-Strafantrag: Der Einsatz unlizenzierter Software kostete über eine Million Euro


(24.07.09) - Ein deutsches Unternehmen hat gegenüber der Business Software Alliance (BSA) die Verwendung von unlizenzierter Software auf über 1.000 Rechnern eingestanden. Die Gesamtsumme an Schadensersatzzahlungen und Lizenzierungskosten in Höhe von 1,1 Mio. Euro macht dies zum zweitgrößten Fall in der Geschichte der BSA in Europa.

Auslöser der Ermittlungen war ein anonymer Hinweis an die BSA, welche daraufhin Strafantrag stellte. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft durchsuchte die EDV-Zentrale des Unternehmens und stellte fest, dass an dessen 30 Standorten

"Dies ist kein Fall versehentlicher Unterlizenzierung. Bei über 1.000 Mitarbeitern hatte die Firma nur viel zu wenige und veraltete Volume-Lizenzverträge", erklärt Dr. Christoph Süßenberger, Rechtsanwalt der Business Software Alliance. "Die geschätzte Schadenssumme liegt bei 1,1 Millionen Euro, und die Zahlung von Schadensersatz und Lizenzierungskosten, um die Firma auf einen legalen Stand zu bringen, ist entsprechend hoch. Zudem haben die Firma und die Geschäftsführung persönlich strafbewehrte Unterlassungserklärungen unterzeichnetet.

Deutschlands Ermittlungsprogramm führend in Europa
Die BSA hat mit diesem Fall wieder einmal unter Beweis gestellt, dass der gewerbliche Einsatz illegaler Software in Deutschland ein riskantes Spiel ist: mittlerweile sind die drei größten Fälle in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) allesamt in Deutschland verfolgt worden. Im Jahr 2007 hatten ein Medienunternehmen 2,5 Mio. Euro und ein überregional tätiger Groß- und Einzelhändler 600.000 Euro für unlizenzierte Software zahlen müssen.

"Das deutsche Ermittlungsprogramm arbeitet vorbildlich", bestätigt Georg Herrnleben, Director Zentral-, Osteuropa, Naher Osten und Afrika der BSA. "Das liegt auch in der jahrlangen Erfahrung begründet, die wir vor Ort haben, vor allem aber in der guten Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaften. Der Schutz des geistigen Eigentums genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert. Mit unserer aktuellen TV-Kampagne wollen wir weiterhin dazu beitragen, dass der Einsatz illegaler Software in Unternehmen nicht mehr stattfindet. Es handelt sich dabei um ein Delikt, dass wettbewerbsverzerrend wirkt und der Gesamtwirtschaft schadet.

Deutsche Unternehmen haben 2008 insgesamt rund 1,6 Millionen Euro an Schadensersatz und Lizenzierungskosten für unlizenzierte Software gezahlt. Die BSA hat 211 Firmen wegen fehlender Lizenzen belangt. In der EU lag dieser Wert bei 11,5 Mio. Euro in 2.116 einzelnen Fällen. (BSA: ra)

BSA: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

  • Bekämpfung & Aufklärung von Kriminalität

    Vertreter der ISPA, des Bundesministeriums für Inneres, der TU Wien und eines heimischen Providers stellten im Dezember letzten Jahres der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag das österreichische Modell für eine sichere und transparent nachvollziehbare Übermittlung von Daten zwischen Providern und der Exekutive vor. Die erarbeitete Lösung könnte sich als Vorzeigemodell für den Einsatz in anderen europäischen Staaten durchsetzen. Das Hauptziel der ISPA, der Interessenvertretung der österreichischen Internetwirtschaft, ist die Förderung des Internets. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der Bekämpfung und Aufklärung von Kriminalität, die im Internet oder durch Verwendung digitaler Kommunikation entsteht. "Speziell bei Delikten, die es in dieser Art in der analogen Welt nicht gab, macht es Sinn, wenn sich die Strafverfolgungsbehörden und die Internetindustrie an einen Tisch setzen, um die neuen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern", erläutert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA.