Basel-III-Richtlinien und Reporting


Studie zeigt: Finanzmarktregulierungen stellen Europas Banken vor oftmals unlösbare IT-Probleme
Banken unterschätzen Tragweite von professionellem Datenmanagement - speziell für die Umsetzung der neuen regulatorischen Compliance-Vorgaben


(27.11.12) - Die Welt tickt digital und kommuniziert in Echtzeit. Doch wie gut haben sich die europäischen Banken darauf eingestellt? Wie gehen sie mit den riesigen Datenmengen um? Die auf die Finanzdienstleistungsindustrie fokussierte Unternehmensberatung Capco ist dieser Frage im Rahmen einer europäischen Studie nachgegangen. Denn spätestens mit den neuen Finanzmarktregularien wie Basel III oder EMIR müssen Finanzinstitute komplexe Datenstrukturen in Echtzeit an regulierende Stellen wie z.B. EZB, EBA oder BaFin berichten.

Das Ergebnis der Capco-Studie ist beunruhigend: Allein die Reporting-Anforderungen werden mehr als die Hälfte der europäischen Banken vor große Probleme stellen: "Neben der Frage, ob die Banken die erforderlichen Eigenkapitalquoten zum avisierten Termin vorhalten, ist die Umsetzung der Basel-III-Richtlinien auch hinsichtlich der fehlenden Reportingfähigkeiten gefährdet", so Maurizio Bradlaw, Partner bei Capco.

Diese These wird auch durch Daten aus der Studie gestützt: Bei jeder vierten Bank gibt es aktuell weder ein Datenmanagement-Modell noch klar definierte Zuständigkeiten für diesen Bereich. Und 47 Prozent der befragten Banken geben an, noch keine umfassenden Analysen und Lösungen für effizientes Datenmanagement zu besitzen oder eine Data-Governance-Struktur zu nutzen.

Datenmanagement: Ungenutztes Potenzial für Banken
Über die Hälfte der Befragten kennen die Kosten, die für internes Datenmanagement anfallen, nicht. Ein Drittel hat zudem keine Vorstellung, welche Kosten das eigene Bankhaus durch ein modernes Datenmanagement einsparen könnte.

"Durch professionell organisiertes Datenmanagement lassen sich operative Kosten in Höhe von 15 bis 20 Prozent einsparen", erläutert Bernd Richter, Partner bei Capco. "Die meisten Banken haben organisch gewachsene IT-Strukturen, die nur schwer durchschaubar sind. Neben dem Reporting treten auch im Vertrieb bei der Beschaffung von Daten oftmals Probleme auf, die sich negativ auf die Gesamtperformance des Finanzinstituts auswirken. Hier gilt es zu konsolidieren und zu zentralisieren."

"Der Erfolg von Banken wird künftig davon abhängen, wie gut sie ihre Daten im Griff haben", ergänzt Bradlaw. "Hier spielen Verfügbarkeit, Kontrolle und Effizienz eine große Rolle. Dafür sind teilweise umfangreiche Umstrukturierungen nötig, die die Wettbewerbsfähigkeit allerdings deutlich verbessern."

Für die Studie wurden europaweit Führungskräfte der IT-Abteilungen von Finanzinstituten zu fünf Themenbereichen befragt: Datenmanagement, Zuständigkeiten, Kosten, Qualität sowie Umgang mit unstrukturierten Daten. (Capco: ra)

Capco: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Studien

  • Neun von zehn Unternehmen setzen auf Industrie 4.0

    Ressourcen schonen, Energie sparen, CO2-Ausstoß reduzieren: Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielt die Industrie eine Schlüsselrolle. Digitalisierung ist der wesentliche Hebel, um diese Ziele zu erreichen. So steht die Hannover Messe als weltweite Industrieleitmesse in diesem Jahr auch unter dem Leitthema "Digitalisierung und Nachhaltigkeit". Eine aktuelle, repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom stellt die Bedeutung digitaler Anwendungen für mehr Klimaschutz heraus.

  • DSGVO-Chancen und -Herausforderungen aufzeigen

    2018 trat in der EU die Allgemeine Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Am 25. Mai feiert sie nun bereits ihren vierten Geburtstag. Für die Datenschutzspezialistin Piwik PRO Anlass genug, zeitgleich ihren aktuellen DSGVO-Report herauszugeben. Der Bericht untersucht Chancen und Herausforderungen, welche die DSGVO mit sich bringt und zeigt auf, wie europäische Unternehmen mit der DSGVO umgehen und wie bzw. ob sich das Gesetz auf die Entscheidungsfindung auswirkt.

  • Defizite bei Durchsetzung der Sanktionen

    Der Deutsche Bundestag hat den Gesetzentwurf zur effektiveren Durchsetzung von Sanktionen verabschiedet. Transparency Deutschland begrüßt dieses erste Sanktionsdurchsetzungsgesetz. Darauf aufbauend müssen jedoch viele weitere Verbesserungen zur Behebung der fundamentalen strukturellen Defizite im Kampf gegen Schattenfinanzen und Geldwäsche folgen.

  • Unternehmen öffnen sich der Datenökonomie

    Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Geschäftserfolg immer stärker auf Daten basiert. So sagen aktuell 7 Prozent, dass ihr Business ausschließlich oder sehr stark von datengetriebenen Geschäftsmodellen abhängt. Mit 14 Prozent erwarten sogar doppelt so viele Unternehmen, dass dies in zwei Jahren der Fall sein wird. Damit würde jedes siebte deutsche Unternehmen sein Kerngeschäft auf Daten aufbauen.

  • Passende Werbung bietet konkreten Mehrwert

    Werbung ist in sozialen Medien allgegenwärtig. Für viele Nutzerinnen und Nutzer von Facebook, Instagram, TikTok und Co. ist sie mittlerweile sogar ein unverzichtbarer Bestandteil geworden. So sagen 63 Prozent, sie wollen auf Werbung in sozialen Netzwerken nicht verzichten, weil sie so immer wieder Angebote und Themen entdecken, die sie sonst nicht gefunden hätten.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen