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Aktive geheimdienstliche Spionageabwehr


Wirtschaftsspionage: 100 Milliarden Euro Schaden bringt Bundesregierung in Zugzwang
Nifis stellt "Fünf-Punkte-Programm zur Abwehr und Prävention von Cyberangriffen und Wirtschaftsspionage" vor

(25.08.14) - Ein Schaden von 100 Milliarden Euro entsteht laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) der deutschen Wirtschaft jährlich durch Wirtschaftsspionage. Diese Zahl wird auch durch eine aktuelle Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) untermauert. Demnach ist in keinem anderen Land der durch Cyberkriminalität verursachte wirtschaftliche Schaden – gemessen an der Wirtschaftsleistung – größer als in Deutschland. Aufgrund dieser alarmierenden Entwicklung fordert die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (Nifis) ein stärkeres staatliches Engagement zur Abwehr und Prävention möglicher Cyberangriffe und Wirtschaftsspionage – auch von Seiten befreundeter Staaten wie Frankreich, Großbritannien und der USA.

Das neue 5-Punkte-Programm der Nifis umfasst unter anderem einen besseren Schutz deutscher Firmen durch geheimdienstliche Spionageabwehr, eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftsspionage sowie die Unterstützung der heimischen Wirtschaft bei der Einführung moderner Sicherheitslösungen.

Lesen Sie zum Thema "IT-Sicherheit" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

5-Punkte-Programm zur Abwehr und Prävention von Cyberangriffen und Wirtschaftsspionage
>>
Schutz der deutschen Wirtschaft durch geheimdienstliche Spionageabwehr verbessern
>> Förderung von Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz verstärken
>> Deutschen Firmen bei der Einführung moderner Sicherheitslösungen unterstützen
>> Präventive Aufklärungsarbeit in den Unternehmen intensivieren
>> Wirtschaftsspionage konsequent strafrechtlich verfolgen – auch international

Zwar sieht der Nifis-Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, die Bundesregierung in punkto Prävention und Abwehr bereits auf einem guten Weg. Doch die bisherigen Maßnahmen und das noch für dieses Jahr geplante IT-Sicherheitsgesetz gehen dem IT-Sicherheitsexperten von Nifis nicht weit genug. So muss sich die Kooperation von Bundesamt für Verfassungsschutz und Unternehmen nicht in der "Prävention durch Information" erschöpfen. "Ein verbesserter Schutz der deutschen Wirtschaft durch aktive geheimdienstliche Spionageabwehr sei durchaus machbar und wünschenswert", so Lapp. Aber auch eine stärkere Förderung von Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz sind wichtig. Hierbei gilt es schon heute Lösungen für morgen zu finden. Der Ausbau deutscher Sicherheitstechnologien "Made in Germany" kommen aber nicht nur der deutschen Wirtschaft zu Gute, sondern fördern auch die deutsche IT und erschließen international neue Marktanteile.

Doch nicht nur die Lösungen müssen unterstützt werden, sondern auch die Firmen bei der Einführung dieser – mit stärkerer staatlicher Förderung, Beratung oder Ähnlichem. Darüber hinaus gilt es die präventive Aufklärungsarbeit in den Firmen zu intensivieren und das Bewusstsein für Datenschutz in den Unternehmen mit Hilfe von beispielsweise Workshops, Whitepapers und Leitfäden zu schärfen.

"Die deutsche Bundesregierung und die nachgeordneten staatlichen Stellen müssen ihre Anstrengungen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage weiter verstärken", fasst Lapp zusammen. Dazu zählt laut Nifis-Vorsitzendem auch die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftsspionage. Dies umfasst auch sogenannte befreundete Staaten und deren Geheimdienste. "Im Falle des NSA-Skandals darf sich dies dann eben nicht nur auf das Handy der Kanzlerin beschränken", hebt der Nifis-Vorsitzende hervor. In diesem Zusammenhang muss vor allem auch die internationale Zusammenarbeit verbessert werden. "Bisher scheitert die Strafverfolgung zu oft daran, dass die Abstimmung mit den Behörden im Zielland auf Schwierigkeiten stößt und dadurch die juristischen Bemühungen eingestellt werden müssen", ergänzt Lapp.

"Die deutsche Wirtschaft zahlt für ihre enormen Anstrengungen in Forschung und Entwicklung und das umfangreiche Know-how einen hohen Preis. Ganz gleich, ob mittelständische Unternehmen oder Großkonzerne. Alle sind von Wirtschaftsspionage bedroht", betont der Nifis-Vorsitzende. Die prominentesten Beispiele fremder Ausspähung reichen von Airbus über Ferrostahl und Siemens bis hin zur Telekom-Branche. Und auch gerade beim einheimischen Mittelstand ist der Nachholbedarf an Sicherheitslösungen noch besonders groß: Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verdeutlicht, dass etwa jedes fünfte Unternehmen seine Daten nur unzureichend schützt. "Dies sind dramatische Zahlen. Zumal die Fälle von Cyberkriminalität mit 64.500 erfassten Straftaten laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein neues Rekordniveau erreicht haben – die Dunkelziffer liegt hierbei bei 90 Prozent", fasst Lapp die derzeitige Situation zusammen. Und als ob der aktuelle Stand nicht schon alarmierend genug wäre, gehen Experten künftig von einer weiteren Zunahme der Ausspähungen aus. (Nifis: ra)

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Meldungen: Markt / Unternehmen

  • EU Cybersecurity Act in Kraft

    Mit dem Cybersecurity Act tritt ein EU-weites Regelwerk für Zertifizierungen der IT-Sicherheit in Kraft. Durch die Verordnung können Hersteller ihre IT-Produkte, Dienstleistungen und Prozesse freiwillig zertifizieren lassen, um deren IT-Sicherheit transparent zu machen. Bitkom begrüßt die neuen IT-Sicherheitsregeln, fordert aber gleichzeitig eine bessere Abstimmung mit den kommenden nationalen und europäischen Regulierungen. "Der Cybersecurity Act ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit in der EU. Die Verordnung führt zum einen zu mehr Klarheit für Verbraucher und schafft zum anderen mehr Einheitlichkeit für europaweit tätige Unternehmen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nach Vorgabe des Cybersecurity Act können Unternehmen das jeweils zu gewährleistende Sicherheitsniveau ihrer Produkte in den Vertrauenswürdigkeitsstufen "niedrig" "mittel" oder "hoch" zertifizieren lassen. Hersteller sollen dann über eine Art Beipackzettel Auskunft über die gewährleistete IT-Sicherheit geben.

  • Urheber müssen angemessen kompensiert werden

    Der Digitalverband Bitkom hat sich mit den Verwertungsgesellschaften auf die Höhe der urheberrechtlichen Abgaben für USB-Sticks und Speicherkarten geeinigt. Hersteller und Importeure zahlen für diese Produkte ab dem Jahr 2020 einen Betrag von 0,30 Euro. Für den Zeitraum davor beträgt der Abgabensatz für USB-Sticks und Speicherkarten mit einer Speicherkapazität bis einschließlich 8 GB nur 0,14 Euro. Bitkom-Mitglieder, die dem Gesamtvertrag bis Ende Juli 2019 beitreten, zahlen rückwirkend ab dem 1.7.2012 reduzierte Sätze. "Der jetzt beschlossene Gesamtvertrag ist ein gutes Ergebnis für alle Seiten. Die Unternehmen haben endlich Planungssicherheit", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Nicht zuletzt profitieren die Verbraucher durch niedrigere Preise." Ursprünglich hatten die Verwertungsgesellschaften eine Abgabe von bis zu 1,95 Euro je Speicherkarte und 1,56 Euro je USB-Stick gefordert.

  • Falsche und unnötige Einwilligungserklärungen

    Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. warnt vor mehr Bürokratie für kleine und mittelständische Unternehmen, sollte die bisherige Grenze zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten aufgeweicht werden. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und andere Bestimmungen seien weiterhin vollumfänglich zu erfüllen, auch ohne Datenschutzbeauftragten, sagte BvD-Vorstandsvorsitzender Thomas Spaeing am 2. Juni in Berlin. Bei einer Lockerung der Benennungspflicht würden bei kleinen und mittelständischen Betrieben die Fachleute entfernt, die helfen, das Recht risikobasiert und angemessen umzusetzen. Ohne Datenschutzbeauftragte seien falsche und unnötige Einwilligungserklärungen, unsinnige Unterschriften zu allen möglichen Zwecken, untaugliche Verträge und überbordende Dokumentationen zu erwarten. "All das gab es seit dem Start der DSGVO am 25. Mai 2018 schon zuhauf", sagte Spaeing. Der vermeintliche Bürokratieabbau führe in Wahrheit zu einem schlechteren Datenschutz und mehr Bürokratie für Mitarbeiter, Geschäftspartner und Verbraucher.

  • Fachwissen für DSGVO-Umsetzung nötig

    Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten in Deutschland (BvD) e.V. ist Initiator eines europäischen Dachverbands der Datenschutzbeauftragten, der sich am 7. Juni 2019 in Berlin gegründet hat. Gründungsmitglieder der European Federation of Data Protection Officers (EFDPO) sind neben dem BvD nationale Verbände für Datenschutzbeauftragte aus Österreich, Frankreich, Portugal, Tschechien, der Slowakei, Griechenland und Liechtenstein. Hauptziel der Gründung ist es, die Datenschutzbeauftragten der EU-Mitgliedsstaaten miteinander zu vernetzen, gemeinsame Standards zu entwickeln und die Interessen der in Brüssel zu vertreten. Dabei soll Datenschutz als Wettbewerbs- und Standortvorteil für Europa gestärkt werden. Arbeitssitz des neuen Verbandes ist Brüssel.

  • Geplante Änderungen aus dem HGB nicht ableitbar

    Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) übt in einer aktuellen Stellungnahme deutliche Kritik an dem im Dezember 2018 vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) veröffentlichten Entwurf zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen im HGB ("IDW ERS BFA 7"). Pauschalwertberichtigungen sind von Kreditinstituten zu bilden, um das latente Kreditrisiko von Forderungen abzudecken. Im Kern verlangt das IDW nun, dass zukünftig die Berücksichtigung der noch nicht konkreten Kreditausfälle im HGB auf Basis von erwarteten Verlusten über die gesamte Kreditlaufzeit erfolgen soll. Die deutschen Banken und Sparkassen kritisieren, dass die geplante Methodik aus den handelsrechtlichen Vorschriften nicht ableitbar sei. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die gesetzlichen Grundlagen des HGB nicht geändert haben. "Das IDW tritt de facto als Regelsetzer auf, ohne jedoch ein entsprechendes Mandat hierfür zu haben", sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der als diesjähriger Federführer für die DK spricht.