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Zugang zu geistigen Eigentumsrechten


Europäische Kommission gibt grünes Licht für die Übernahme von Broadcom durch Avago
Die Untersuchung der Kommission ergab, dass sich die Geschäftsbereiche der Unternehmen im Wesentlichen ergänzen

(21.12.15) - Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Broadcom Corporation durch Avago Technologies Limited nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen sind weltweit auf dem Gebiet der Herstellung von Halbleitern tätig. Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: "Dank der sehr guten Zusammenarbeit der Unternehmen mit der Kommission konnten wir diese mehrere Milliarden Dollar schwere Übernahme innerhalb sehr kurzer Zeit bei gleichzeitiger Wahrung eines wirksamen Wettbewerbs in dieser wichtigen Hochtechnologiebranche genehmigen."

Sowohl Avago als auch Broadcom sind Halbleiterhersteller auf globaler Ebene. Diese Materialien leiten Strom einfacher weiter als Isolatoren (wie Glas), aber nicht so einfach wie Leiter (wie Kupfer). Deshalb sind sie für Handhabung elektronischer Signale (Umkehrung, Verstärkung, Abschwächung usw.) ideal. Die meisten Halbleitermaterialien, in der Regel Silizium, werden in Halbleiterbauelementen wie Mikrochips und deren Bestandteile (z. B. Dioden und Transistoren) verwendet. Diese Geräte werden sodann in einer breiten Palette von Erzeugnissen wie Mobiltelefonen, Computern, Haushaltsgeräten, Autos, medizinischen Geräten, Identifizierungssystemen, großer Industrieelektronik sowie im Luft- und Raumfahrzeugbau verwendet.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass sich die Geschäftsbereiche der Unternehmen im Wesentlichen ergänzen. Broadcom produziert maßgeschneiderte Chips für das Breitband- und das Internetanschluss-Marktsegment. Avago stellt maßgeschneiderte Chips für Spezialanwendungen auf dem Gebiet analoger drahtloser integrierter Schaltungen, für Unternehmen, Lagerung und Industriesegmente her.

Dennoch hatte die Kommission einige Bedenken in Bezug auf die durch den Zusammenschluss entstehende vertikale Verbindung, da Avago einigen Wettbewerbern von Broadcom bestimmte geistige Eigentumsrechte (Technologie für eine rasche Datenübertragung zwischen Chips) zur Verfügung stellt. Die Kommission befürchtete, dass Avago nach der Übernahme einen Anreiz zur Verweigerung dieser geistigen Eigentumsrechte gehabt haben könnte, um die führende Marktstellung des neuen Unternehmens auf dem Markt für sogenannte "Switch-Chips" auszuweiten.

Avago ging auf diese Bedenken allerdings bereits während der von der Kommission vorgenommenen Bewertung ein, indem das Unternehmen kommerzielle Vereinbarungen mit anderen "Switch-Chips"-Herstellern traf. Mit diesen Vereinbarungen soll sichergestellt werden, dass andere "Switch-Chip"-Hersteller weiterhin Zugang zu den erforderlichen geistigen Eigentumsrechten zu angemessenen Bedingungen haben. Dank dieser im Voraus gefundenen Lösung konnte die Kommission den vorgeschlagenen Zusammenschluss bedingungslos genehmigen, der am 2. Oktober 2015 angemeldet wurde.

Unternehmen und Produkte
Avago mit Sitz in Singapur entwickelt, produziert, vermarktet und verkauft Halbleiter, die für drahtgebundene und drahtlose Kommunikation, Lagerhaltungs- und Industrieanwendungen genutzt werden.

Broadcom mit Sitz in den Vereinigten Staaten bietet Halbleiter-Lösungen für drahtgebundene und drahtlose Kommunikation an. (Europäische Kommission: ra)

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    Neue Regeln werden es den Versicherern erleichtern, in langfristig in Unternehmen zu investieren, besonders in kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die derzeitige Höhe der Eigenkapitalanforderungen (Solvency II) macht es für die Versicherer kostspielig, KMU zu finanzieren. Das gilt besonders für langfristige Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen. Fortan müssen Versicherer dafür weniger Kapital zurücklegen. Das dürfte Investitionen des privaten Sektors für die Realwirtschaft mobilisieren - ein zentrales Ziel der Kapitalmarktunion.

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