- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Keine Kontrolle über Digitalkinoserver


Fusionskontrolle: Europäische Kommission genehmigt Übernahme des US-Digitalkinounternehmens Doremi durch Konkurrenten Dolby
Nicht mit wettbewerbsschädigenden konglomeraten Effekten zu rechnen

(12.11.14) - Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Doremi durch Dolby nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Die Untersuchung der Kommission ergab, dass der geplante Zusammenschluss trotz der weltweit und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bestehenden Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten der beiden Unternehmen im Bereich der Produktion von Digitalkinoservern keine Wettbewerbsbeschränkungen bewirken wird, da alternative Anbieter vorhanden sind, das Marktumfeld sich rasch verändert und die Abnehmer ohne weiteres den Anbieter wechseln können. Außerdem stellte die Kommission fest, dass infolge der Zusammenführung der Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen im Bereich der Produktion von Digitalkinoservern und Digitalkino-Audioprozessoren nicht mit wettbewerbsschädigenden konglomeraten Effekten zu rechnen ist.

Digitalkinoserver sind neben dem Projektor und dem Audioprozessor die wichtigsten Bestandteile von Digitalkinosystemen. Sie dienen dazu, Digitalfilmdateien zu laden, zu speichern, zu entschlüsseln, zu dekodieren und erneut zu verschlüsseln. Auf diesem Markt überschneiden sich die Tätigkeiten von Dolby und Doremi in erheblichem Maße. Die Kommission kam jedoch zu dem Schluss, dass der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb nicht beeinträchtigen wird, da es alternative Anbieter von Digitalkinoservern gibt, von denen einige erst vor kurzem in den Markt eingetreten sind, und industrielle Spezifikationen bestehen, die die Serverproduzenten einhalten müssen, um ihre Produkte verkaufen zu können, so dass die Abnehmer ohne weiteres ihren Lieferanten wechseln können.

Darüber hinaus hat die Kommission auch untersucht, inwieweit die starke Marktstellung dem Unternehmen nach dem Zusammenschluss möglicherweise auch Vorteile auf dem Digitalkino-Audiomarkt verschafft – ein benachbarter Markt, auf dem Dolby, aber nicht Doremi tätig ist. Auf dem Audiomarkt vertreibt Dolby derzeit eine innovative 3D-Raumklang-Technik mit der Bezeichnung Atmos. Die Kommission stellte jedoch fest, dass das zusammengeschlossene Unternehmen weder die Möglichkeit noch einen Anreiz hat, die große Zahl seiner installierten Digitalkinoserver zu nutzen, um Anbieter konkurrierender Surround-Sound-Techniken vom Zugang zu Abnehmern auszuschließen.

Denn das durch den Zusammenschluss entstehende Unternehmen verfügt über keine Marktmacht im Bereich des Verkaufs von Digitalkinoservern und hat keine Kontrolle über die installierten Digitalkinoserver. Selbst wenn das Unternehmen nach dem Zusammenschluss in der Lage wäre, eine Strategie zum Ausschluss von Surround-Sound-Wettbewerbern zu verfolgen, hätten die Vorführunternehmen einen starken wirtschaftlichen Anreiz, an ihrem bisherigen Surround-Sound-System festzuhalten, da die Kosten eines neuen Digitalkinoservers im Vergleich zur Ausstattung eines Kinos mit einem Surround-Sound-System verschwindend gering sind.

Die Kommission gelangte daher zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Das Übernahmevorhaben wurde am 25. September 2014 infolge eines Verweisungsantrags der spanischen Wettbewerbsbehörde, dem sich auch die britische Wettbewerbsbehörde anschloss, bei der Kommission angemeldet. Das US-Justizministerium hatte die Wartefrist in Bezug auf das einschlägige Prüfverfahren im August 2014 vorzeitig beendet.

Unternehmen und Produkte
Dolby ist ein US-Unternehmen, das weltweit im Bereich der Entwicklung und Herstellung von Audio-, Video- und Sprachübertragungs-Technologien tätig ist. Doremi ist ein US-Unternehmen, das weltweit im Bereich des digitalen Kinos und vor allem auf dem Markt für die Entwicklung und Herstellung von Digitalkinoservern tätig ist.
(Europäische Kommission: ra)

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Vereinfachte Mehrwertsteuer-Befolgungsvorschriften

    Der Rat ist zu einer allgemeinen Ausrichtung zur weiteren Vereinfachung der Mehrwertsteuervorschriften für Kleinunternehmen gelangt. Zweck der neuen Vorschriften ist es, den Verwaltungsaufwand und die Befolgungskosten für Kleinunternehmen zu verringern und dazu beizutragen, ein steuerliches Umfeld zu schaffen, das Kleinunternehmen dabei hilft, zu wachsen und effizienter grenzüberschreitenden Handel zu betreiben. Die Gründung eines neuen Unternehmens ist eine schwierige Aufgabe. Die Vorschriften sollten dazu dienen, Unternehmern und Start-up-Unternehmen zu helfen, und nicht dazu, ihnen zusätzliche Hindernisse in den Weg zu legen. Durch diese Reform wird eine dringend erforderliche Vereinfachung des derzeitigen Mehrwertsteuersystems für Kleinunternehmen und eine in der gesamten EU geltende Mehrwertsteuerbefreiung eingeführt, wodurch gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden.

  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Fokus

    Die Gleichstellung der Geschlechter kommt in den Mitgliedstaaten nur im Schneckentempo voran. Mit 66,9 von 100 Punkten belegt Deutschland im EU-Gleichstellungsindex den 12. Platz. Der europaweite Wert für die Gleichstellung der Geschlechter liegt bei 67,4 und hat sich seit 2017 nur um einen Punkt erhöht. Der veröffentlichte Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) zeigt, dass trotz der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte und der Maßnahmen der Kommission die Fortschritte bei effektiver Gleichstellung nur sehr langsam vorankommen. Spitzenreiter innerhalb der EU ist mit 83,6 Punkten Schweden. An zweiter Stelle steht Dänemark mit 77,5 Punkten. Griechenland und Ungarn haben den größten Aufholbedarf: Beide Länder liegen unter 52 Punkten. Mit einem Plus von 3,9 Punkten hat Portugal den größten Sprung gemacht, dicht gefolgt von Estland, das sich um 3,1 Punkte verbessern konnte.

  • Grundsatz des gleichen Arbeitslohnes

    "In Europa arbeiten Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen nach wie vor zwei Monate lang ohne Lohn, und die Fortschritte, die hier erzielt werden, gehen zu langsam voran", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Ersten Vizepräsidenten Frans Timmermans und der EU-Kommissarinnen Marianne Thyssen und V?ra Jourová. "Wir haben in den letzten fünf Jahren einige Schritte in die richtige Richtung getan, aber es muss noch mehr getan werden, und es muss schneller geschehen." Es ist nun 60 Jahre her, dass der Grundsatz des gleichen Arbeitslohnes in die Europäischen Verträge aufgenommen wurde und noch immer spiegeln diese Vorschriften nicht die alltägliche Realität von Frauen in ganz Europa wider.

  • Rechte im Rahmen des Datenschutzschilds

    Anlässlich der jährlichen Überprüfung des EU-US-Datenschutzschilds hat die EU-Kommission eine positive Bilanz gezogen. Immer mehr EU-Bürger nutzen ihre Rechte im Rahmen des Datenschutzschilds und das US-Handelsministerium nimmt seine Aufsicht nunmehr systematischer wahr. Zudem wurden wichtige Personalentscheidung auf US-Seite getroffen, etwa die Ernennung von Keith Krach, Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, zur Ombudsperson für den Datenschutzschild. "Mit mehr als 5000 teilnehmenden Unternehmen hat sich der Datenschutzschild zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die jährliche Überprüfung ist wichtig zur Kontrolle ihrer Funktionsweise", so EU-Justizkommissarin V?ra Jourová bei der Vorstellung des veröffentlichten Berichts.

  • Verhaltenskodex im Rahmen der Selbstregulierung

    Facebook, Google, Microsoft, Mozilla, Twitter und sieben europäische Branchenverbände haben in ihren veröffentlichten ersten jährlichen Selbstbewertungsberichten aufgezeigt, welche Fortschritte sie bei der Bekämpfung von Desinformation im Internet erzielt haben. Die Kommission begrüßte das Engagement der Online-Plattformen, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. So sind die Fortschritte der einzelnen Unterzeichner sehr unterschiedlich. Die Berichte geben nur wenig Aufschluss, wie sich die Selbstregulierung tatsächlich auswirkt und unabhängig kontrolliert werden kann.